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| 20:41 Uhr

Verglasung der Porta Nigra - ADD-Präsident empört

Glaser Oliver Berg von Glaskunst Kaschenbach nimmt Maß: Er wird die Fenster aus Butzenglas in der Porta Nigra einsetzen.TV-Foto: Friedemann Vetter
Glaser Oliver Berg von Glaskunst Kaschenbach nimmt Maß: Er wird die Fenster aus Butzenglas in der Porta Nigra einsetzen.TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier. Der nächste Teil der städtischen Bemühungen um eine Verschönerung der Porta Nigra nimmt konkrete Formen an. Nach dem Architektenwettbewerb zum Porta-Nigra-Umfeld (der TV berichtete) soll noch in diesem Sommer die Verglasung der Porta-Nigra-Fenster erfolgen. Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Josef Peter Mertes, reagierte empört auf die Pläne. Von unserem Redakteur Michael Schmitz

"Ich werde es verhindern, dass die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland- Pfalz mit großem finanziellen Aufwand ein jahrtausende altes Kulturdenkmal durch den Einbau von Fenstern verschandelt", reagierte der Präsident der Aufsichtsund Dienstleistungsdirektion (ADD), Dr. Josef Peter Mertes, auf die Pläne, in der Porta Nigra Fenster einbauen zu lassen und den entsprechenden Artikel in der TV-Ausgabe vom 1. April.

"Da ich auch die Verglasung des Kreuzganges im Simeonstift verhindern konnte, wird die Porta-Nigra-Verglasung für mich auch keine große Herausforderung darstellen", so Mertes weiter. "Viel wichtiger wäre die Verglasung oder Überdachung der Wege im Palastgarten, um mir und meinen Mitarbeitern bei schlechtem Wetter "trockene" Spaziergänge in der Mittagspause zu ermöglichen!", so Mertes weiter.

Empört hatte sich Mertes über die eingeleitete energetische Sanierung des römischen Stadttors Porta Nigra. Erster und bedeutendster Schritt dazu ist die Verglasung der Fenster in der Porta Nigra. Gestern begannen Mitarbeiter der Trierer Firma Glas Kaschenbach mit Vorarbeiten. Die Zeit drängt, denn die Mittel des Konjunkturpakets I (siehe Extra) müssen noch in diesem Jahr verausgabt werden.

Größter Wunsch der Gäste erfüllt



"Wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten bis Anfang September beendet sein werden", sagte Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz dem TV. Die Generaldirektion ist zuständig für die Kulturdenkmäler im Land. Weiterer Grund für die Eile: Am 11. September ist Trier beim Tag des offenen Denkmals Ausrichter der zentralen, bundesweiten Eröffnungsfeier. Eingesetzt wird eine 28 Millimeter dicke Dreifach-Wärmeschutzverglasung, vor die aus optischen Gründen eine Butzenscheibe kommt. Die Handwerker werden sich laut Metz in drei Gruppen von Fenster zu Fenster vorarbeiten und ausschließlich vom Inneren der Porta Nigra aus zu Werke gehen. Dafür hatten sich im Vorfeld die Touristiker der Stadt ausgesprochen. Ihre Befürchtung: ein monatelang aufgestelltes, großflächiges Gerüst am Trierer Wahrzeichen werde die Touristen verärgern. Ziel der Maßnahme ist, wie mehrfach berichtet, der Porta Nigra eine höhere Aufenthaltsqualität zu geben.

Die Tourist-Info hatte ermittelt, dass sich Touristen dort nur durchschnittlich 19 Minuten und damit deutlich kürzer als in den anderen Trierer Weltkulturerbestätten umsehen. Als einen der Hauptgründe gaben 62 Prozent der Gäste in einer Befragung an, es ziehe ihnen einfach zu heftig in dem alten Gemäuer.

Positiver Nebeneffekt der Verglasung für die Stadt Trier: Die Porta Nigra wird als zusätzlicher Veranstaltungsraum attraktiver. Oberbürgermeister Klaus Jensen will das römische Stadttor nach der Verglasung stärker in sein Konzept fürs winterliche Trier einbeziehen. Ähnlich wie in Bernkastel-Kues sollen vor Weihnachten die zur Fußgängerzone hin gelegenen Fenster in der Art eines Adventskalenders täglich mit Flötenspiel, Gedichtvorträgen oder Krippenspiel-Elementen geöffnet werden. Jensen: "Damit werden wir das winterliche Trier entscheidend voranbringen."

Aus den Reihen der Stadtratsfraktionen gab es - ungewöhnlich genug - für die Verglasung im Vorfeld unisono Zustimmung. Auch der Architektur- und Städtebaubeirat hat die Maßnahme abgesegnet, nachdem die Planung von Alu- auf Holzrahmenfenster umgestellt wurde. Umstritten ist noch, ob die Porta nach der besseren Isolierung nun auch mit einer Heizung ausgestattet werden soll.

Die Grünen haben für die nächste Stadtratssitzung einen Antrag gestellt, in der Porta Nigra eine umweltschonende Holzhackschnitzelheizung einzubauen. Die FWG will überdies noch den Einbau eines Aufzugs für ältere Touristen und Mitbürger beantragen. Finanziert werden müsste beides über städtische Mittel. Es erscheint angesichts der Kassenlage der Stadt unwahrscheinlich, dass diese Projekte finanzierbar sind.

EXTRA PORTA NIGRA



Die energetische Sanierung der Porta Nigra mit der Verglasung kostet den Steuerzahler 2,5 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln des Konjunkturpakets I der Bundesregierung, das drei Milliarden Euro unter anderem für den Erhalt des Unesco-Weltkulturerbes sowie das CO-Gebäudesanierungsprogramm vorsieht und noch in diesem Jahr läuft. 40 Prozent der Bausumme finanziert das Land, dem die Porta Nigra gehört. Die Porta Nigra wurde als römisches Stadttor aus ursprünglich weißem Sandstein gebaut. Sie ist 36 Meter breit, 21,50 Meter tief und beim Westturm 30 Meter hoch. mic

Hinweis: April, April! Natürlich handelt es sich bei diesem Text um einen Aprilscherz.