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Viel Applaus und wenig Freizeit

Gelegentlich ist Regisseurin Elke Nonn auch auf der Bühne zu sehen. Hier als Jane Austen in einer Inszenierung von „Pride and Prejudice“ im Sommer 2009. TV-Foto: Annika Toll
Gelegentlich ist Regisseurin Elke Nonn auch auf der Bühne zu sehen. Hier als Jane Austen in einer Inszenierung von „Pride and Prejudice“ im Sommer 2009. TV-Foto: Annika Toll
Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen stellt schon an sich eine Herausforderung dar. Kommt dann noch die Leitung zweier Theatergruppen hinzu, ist der Terminkalender mehr als voll. Elke Nonn aus Saarburg schafft dieses Pensum mit bemerkenswerter Energie und Ausdauer. Von unserer Mitarbeiterin Annika Toll

Saarburg/Trier. Wer ins Theater geht, sieht vor allem diejenigen, die auf der Bühne ihr Bestes geben und anschließend den Applaus des Publikums genießen dürfen. Die Schauspieler sind jedoch nur ein Teil einer Theatergruppe, denn ohne die, die im Hintergrund die Fäden zusammenhalten, kommt keine Produktion auf die Bühne.

Elke Nonn investiert schon seit mehr als zehn Jahren einen großen Teil ihrer Freizeit in das Theaterspielen und leitet gleich zwei Theatergruppen. Während ihres Studiums und Referendariats in Trier schnupperte sie in verschiedene studentische Theatergruppen hinein und blieb 1987 bei der englischsprachigen Gruppe "Trier English Drama" (TED) hängen - zunächst als Schauspielerin.

Elke Nonns Begeisterung für das Theater schwappte auf ihre Schützlinge am Gymnasium Saarburg über, wo sie als Englisch- und Französischlehrerin arbeitet. Hier gründete sie 1995 - auf Wunsch ihrer Schüler - eine englischsprachige Theater-AG.

Als der Regisseur von TED die Gruppenleitung 1997 abgeben musste, war zunächst unklar, wie es weitergehen sollte. Zusammen mit ihrem Mann Christoph Nonn, selbst Teil der Gruppe, entschied Elke Nonn sich schließlich, auch deren Leitung zu übernehmen.

Die ersten Gehversuche als Regisseurin waren schwierig, das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelte sich erst mit der Zeit. "Die erste Produktion war die schwerste, trotz sehr guter Leute, die mitgemacht haben", sagt die 43-Jährige.

Inzwischen hat Elke Nonn mehr als 20 Stücke inszeniert und blickt auf langjährige Regie-Erfahrung zurück. Gelegentlich übernimmt sie selbst wieder kleinere Rollen auf der Bühne, wie im Sommer dieses Jahres die Rolle der Egea in Shakespeares "A Midsummer Night's Dream".

Der Einsatz in zwei Theatergruppen fordert viel Engagement von der zweifachen Mutter. Zwar teilt sie sich die Regiearbeit bei TED mit ihrem Mann, die Theatergruppe des Gymnasiums Saarburg leitet sie jedoch allein. Und die Aufgaben, die in einer Theatergruppe anfallen, gehen weit über die Regie hinaus. Probenpläne müssen erstellt, Kostüme genäht und Aufführungen organisiert werden.

Mit bis zu drei Produktionen pro Jahr steckt sie bis über beide Ohren in Arbeit. Ohne das Verständnis ihres Mannes sowie der sieben- und zwölfjährigen Töchter wäre dieses Hobby kaum möglich.

"Wir haben jede Menge Babysitter verschlissen über die Jahre", sagt Elke Nonn, "aber die Kinder haben das immer ganz flexibel mitgemacht."

TED und die Theater-AG des Gymnasiums Saarburg freuen sich regelmäßig über gut besuchte Aufführungen. So verwirklicht sich Elke Nonn mit ihrer Theaterarbeit nicht nur selbst, sondern trägt auch zum kulturellen Leben in der Region Trier bei. Bezahlt wird sie für ihren Einsatz nicht. Doch wenn sie mal wieder eine erfolgreiche Theaterproduktion auf die Bühne gebracht hat, gilt der Applaus natürlich auch ihr.