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Viertel schützen

Schützenswert: Um dem Vorgartenschwund entgegenzuwirken, fordert der Ortsbeirat jetzt eine Gestaltungssatzung.Foto: TV -Archiv/Marcus Stölb
Schützenswert: Um dem Vorgartenschwund entgegenzuwirken, fordert der Ortsbeirat jetzt eine Gestaltungssatzung.Foto: TV -Archiv/Marcus Stölb
TRIER. (mst) Der Ortsbeirat von Trier-Mitte/Gartenfeld fordert eine Gestaltungssatzung für den Ostteil der Stadt. Das Gremium plädiert zudem für eine einstweilige Unterschutzstellung von Friedrich-Ebert-Allee, Merianstraße, Ausoniusstraße sowie Martinsufer. Zur Vize-Ortsvorsteherin wurde Edith Centner-Wommer (SPD) gewählt.

Eine große Koalition aus CDU, SPD und UBM bescherte der Sozialdemokratin den Sieg im ersten Wahlgang. Die Gegenkandidatin der Grünen, Sandra Bartmann, erhielt lediglich vier von 14 Stimmen. Noch im Juni hatte die 34-Jährige bei der Direktwahl der Ortsvorsteherin einen Achtungserfolg erzielt: Mehr als 30 Prozent der Stimmen entfielen auf Sandra Bartmann; ihre Partei wurde gar zweitstärkste Partei im neuen Ortsbeirat. Nach ihrer Ernennung zur Ortsvorsteherin durch den Beigeordneten Peter Dietze verpflichtete Amtsinhaberin Ricarda Kuhner (CDU) die Mitglieder des Ortsbeirats. Ein Dankeschön gab es für drei Ehemalige: Günter Kraus, Wilhelm Vonier und Hartmut Rudat. "Blick zurück nach vorn" hätte dann das Motto der Sitzung lauten können. So befasste sich der Ortsbeirat mit der Umwandlung von Vorgärten im Ostteil der Stadt. Per Unterschrift hatten 36 Bewohner der Kurfürstenstraße gegen den fortschreitenden Grünflächenschwund protestiert. Ein Anliegen, dass sich der Ortsbeirat zu eigen machte und auf nahezu den gesamten Ostteil der Stadt ausweiten möchte. Mit überwältigender Mehrheit stimmte das Gremium für einen Antrag, der die Verwaltung zur Ausarbeitung einer Gestaltungsatzung für das Viertel auffordert. "Die Umwandlungen verändern den Charakter der Straße", kritisierte Hans-Günther Toetemeyer (SPD). Dominik Heinrich von den Grünen sieht "dringenden Handlungsbedarf" und verweist darauf, dass nicht nur die Kurfürstenstraße, sondern das gesamte Gartenfeld betroffen sei. Union und UBM schlossen sich dem Antrag an, nur Karl-Heinz Gorges (CDU) votierte gegen den Antrag: "Das ist Enteignung." Da eine wesentliche Ursache des Vorgartenschwunds die Parkraumnot ist, wird auch eine Bewohnerparkregelung für das Ostviertel gefordert. Auf diese Weise solle künftig verhindert werden, dass Besucher der Innenstadt die Straßen als kostenlosen Parkraum nutzen. Vor anderthalb Jahrzehnten war eine Anwohnerparkregelung noch gescheitert."Weiteres Unheil muss verhindert werden"

Für Diskussionen im Ortsbeirat sorgte auch das Bauprojekt der Firma Gilbers und Baasch in der Friedrich-Ebert-Allee. Eine "weitere Zerstörung" des Ensembles müsse verhindert werden, so Walter Schrage (CDU). Toetemeyer nannte die Baugenehmigung "fragwürdig" und verlangte, dass "weiteres Unheil" verhindert werde. Mit 14 zu einer Stimme sprach sich der Ortsbeirat jetzt für eine einstweilige Unterschutzstellung des gesamten Viertels Merianstraße, Friedrich-Ebert-Allee, Ausoniusstraße und Martinsufer aus. In einem zweiten Schritt müsse dann eine Gestaltungssatzung für diese Straßen her, so Heinrich. "Jetzt abzuwarten, bis eine Gestaltungssatzung erarbeitet ist, würde zu lange dauern", machte der Grüne die Dringlichkeit des Themas deutlich.