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Volle Tüten, leere Straßen

TRIER. Eine Woche früher als üblich und ohne gesetzliche Einschränkungen riefen die Trierer Einzelhändler am Montag zum Winterschlussverkauf - doch der große Ansturm blieb aus. ARRAY(0xbeceee00)

Es ist ein bisschen so wie mit dem Wald, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. "Sale", "Ausverkauf", "Schlussverkauf", "Wahninns Preise", "Jubelpreise", "reduziert", schreien einem die rotweißen Schilder aus den Schaufenstern zu. Doch die Straßen der Trierer City sind am ersten Winterschlussverkaufstag leer, die Passanten entspannt, von Kaufrausch keine Spur. Dabei kann der, der trotz der Masse an Angeboten noch an echte Schnäppchen glaubt, durchaus ein solches machen: Ein Schuhhaus in der Brotstraße hat Markenware um mehr als 50 Prozent reduziert, in der Glockenstraße gibt's beim Kauf von zwei reduzierten Schuhpaaren ein drittes umsonst dazu. Strickpullover für fünf Euro warten in den Warenhäusern ebenso auf Käufer wie Winterjacken zu zehn Euro. Doch aggressive Rabattaktionen kleinerer Geschäfte, von Kaufhäuser und Elektromärkten sowieso, sind seit dem Wegfall des Rabattgesetzes nicht mehr selten, sondern alltäglich. Für Aufregung unter Käufern sorgen lediglich noch spektakuläre Aktionen - siehe die Mediamarkt-Mehrwertsteuer-Kampagne vom 1. Januar. Dass es bei 15 oder 20 Prozent Nachlass kaum noch jemandem in den Fingern juckt, beweisen übervolle Ständer in den Kaufhaus-Filialen. Selbst um die bis zu 70 Prozent reduzierten Winterjacken drängelt sich keine Kundschaft.Händler erwarten verspäteten Ansturm

Dabei haben Kaufhof und Karstadt extra bereits um 8 Uhr ihre Tore geöffnet, aber in den großen Häusern herrscht Leere. "Das liegt mit Sicherheit am Wintereinbruch", verteidigt Alfred Thielen die Winterschlussverkauf-Aktion, zu der die Trierer Händler sich freiwillig zusammengeschlossen haben. "Der Schlussverkauf läuft ja noch zwei Wochen, die Kunden werden noch kommen", hofft der Geschäftsführer des Trierer Einzelhandelverbandes. Anja Thömmes und Petra Thomas haben die Fahrt von Lückenburg im Hunsrück nach Trier trotz Schnee gewagt - und das nicht einmal wegen des Schlussverkaufs. "Wir wären sowieso gekommen", sagt Thömmes. Mit dem Angebot sind die beiden jungen Frauen zufrieden, stärker als sonst seien die Waren jedoch nicht reduziert. "Es ist nochmals reduziert worden", betont dagegen Hans-Peter Schlechtriemen. "Die Winterware muss schließlich raus, damit Platz für die neue Ware ist." Der Chef der City-Initiative ist optimistisch: "Den wegen des Wetters verhaltenen Start werden die nächsten Tagen ausgleichen."