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Vom Hauptbahnhof auf direktem Weg zur Autobahn

Eine neue Trasse soll Kürenzer Straße und Schönbornstraße mit Wasserweg (hier aus Richtung Kürenzer Straße gesehen) und Metternichstraße verbinden. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Eine neue Trasse soll Kürenzer Straße und Schönbornstraße mit Wasserweg (hier aus Richtung Kürenzer Straße gesehen) und Metternichstraße verbinden. TV-Foto: Archiv/Friedemann Vetter
Trier-Nord. Eine schnelle Verbindung vom Hauptbahnhof nach Trier-Nord und zum Verteilerkreis will die Stadt mit Hilfe des Bebauungsplans "Moselbahn-Durchbruch" schaffen. Die Idee ist nicht neu: Bereits vor 17 Jahren hat die Verwaltung für den Bereich des ehemaligen Moselbahn-Geländes in Trier-Nord einen Bebauungsplan aufgestellt. Seitdem liegt das Projekt in der Schublade, wird jedoch immer wieder hervorgeholt. Mechthild Schneiders

Trier-Nord. Vier Fahrstreifen, beidseitige Radspuren und ein Fußweg: Wo heute ein mit Pfützen übersäter Schotterplatz ist und Gestrüpp wuchert, soll künftig eine von Triers Hauptverkehrsstraßen laufen. Die Idee ist nicht neu: Bereits vor 17 Jahren hat die Stadt für den Bereich des ehemaligen Geländes der Moselbahn in Trier-Nord einen Bebauungsplan aufgestellt, um eine Verbindung zwischen Kürenzer- und Metternichstraße zu schaffen und so Franz-Georg- und Parkstraße vom Durchgangsverkehr zu befreien. Seitdem liegt die Planung - laut Stadtratsvorlage "auch wegen der Vielzahl anderer Straßenbauprojekte in der Stadt" - auf Eis.
Brache seit zehn Jahren


Etwa zehn Jahren lang liegt das ehemalige Moselbahn-Gelände in Trier-Nord brach. Das soll sich nun ändern. Denn im Mobilitätskonzept 2025 wurde der Moselbahn-Durchbruch als kurzfristige Maßnahme mit höchster Priorität definiert. Die neue Trasse schließt nicht nur die Lücke zwischen Schönbornstraße und Wasserweg, sie schafft auch verbesserte Verbindungen über die Kürenzer Straße an den Alleenring sowie über die Metternich- und Dasbachstraße an den Verteilerkreis Nord und damit die A 602. Das bringt nicht nur Autofahrer schneller ans Ziel, sondern auch die Nutzer von Bussen aus den östlichen Höhenstadtteilen in die Talstadt.
Nun will die Verwaltung erneut einen Bebauungsplan für den Bereich zwischen Bahndamm, Schönborn-, Schöndorfer Straße und Wasserweg aufstellen. Geplant sind laut Stadtratsvorlage im nördlichen Bereich am Wasserweg Flächen für Gewerbenutzung. Entsprechend dem Bestand mit Reihenhäusern in der Schöndorfer Straße soll ein allgemeines Wohngebiet, im Bereich "Arbeitsamt" ein Mischgebiet und im Gebäude Schönbornstraße 3 sowie auf den Flächen nordöstlich davon ein eingeschränktes Gewerbegebiet definiert werden. Zentrumsnaher Einzelhandel, Spielhallen und Bordelle sind ausgeschlossen. Schallschutzwände sollen die Bewohner vor Lärm schützen. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans soll der Stadtrat zugleich eine Veränderungssperre für die Zeit beschließen, bis die Planung rechtswirksam wird.
Mit Ausnahme der Grünen befürworten alle Fraktionen den Moselbahndurchbruch. "Wir haben in der Fraktion das Thema noch mal ausführlich diskutiert und sind einstimmig der Meinung, dass wir dieses Projekt nicht wollen", sagt Anja Reinermann-Matatko, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. "Denn wenn wir solche großen Einzelmaßnahmen umsetzen, haben wir kein Geld mehr für kleinere Projekte, die Fußgängern und Radfahrern zugutekommen."
Udo Köhler (CDU) kontert: "Seit Jahren diskutieren wir über einen Petrisbergaufstieg und die Beschleunigung des ÖPNV auf dieser Strecke. Alle Untersuchungen haben gezeigt, dass wir das durch den Moselbahndurchbruch erreichen können. Das ausgerechnet die Grünen jetzt dagegen stimmen, ist nicht nachvollziehbar."Extra

Die Kosten für den Moselbahn-Durchbruch sind bereits im Finanzhaushalt 2009 enthalten. 1,12 Millionen Euro stehen dort für den Kauf des Geländes in diesem Jahr gelistet. Die Planungskosten in Höhe von 80 000 Euro stehen im Jahr 2010, die Baukosten, insgesamt 1,7 Millionen Euro, in den Jahren 2011/2012. Im Investitionsplan 2013/2014 steht das Projekt mit Gesamtkosten für die Jahre 2013 bis 2015 in Höhe von 4,2 Millionen Euro, davon 170 000 Euro Planungskosten. mehi