| 20:41 Uhr

Vom Mieter zum Großgrundbesitzer: Abfall-Zweckverband eröffnet Kundenzentrum in der Metternichstraße in Trier

Noch ART-Sitz, aber nur bis 2019: Der Standort in der Löwenbrückener Straße (links). Rund 30 Mitarbeiter der ART sind ins neue Kundenzentrum in der Metternichstraße 33 (rechts) umgezogen. Die restlichen Abteilungen folgen nach und nach. TV-Fotos (2): Roland Morgen
Noch ART-Sitz, aber nur bis 2019: Der Standort in der Löwenbrückener Straße (links). Rund 30 Mitarbeiter der ART sind ins neue Kundenzentrum in der Metternichstraße 33 (rechts) umgezogen. Die restlichen Abteilungen folgen nach und nach. TV-Fotos (2): Roland Morgen FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Trier. Die Inbetriebnahme des Kundenzentrums in der Metternichstraße am heutigen Montag läutet für den Zweckverband Abfallwirtschaft in der Region Trier (ART) eine neuen Ära ein: Bis 2019 werden alle Mitarbeiter des Standorts Löwenbrückener Straße auf das 5,5 Hektar große, verbandseigene Areal in Trier-Nord umgezogen sein. Roland Morgen

Vom Mieter zum Großgrundbesitzer und Vermieter: Jahrzehntelang hatte der Abfall-Zweckverband sein Domizil auf dem städtischen Gelände Löwenbrückener Straße 13/14 in Trier-Süd. Ab jetzt spart er sich einen Teil der Mietausgaben. Mit der Eröffnung des neuen Kundenzentrums am heutigen Montag beginnt für die ART ein neues Zeitalter: "Wir breiten uns ab jetzt auf unserem eigenen Grund und Boden aus und zeigen Gesicht", sagt Verbandschef Maximilian Monzel.

Der angesprochene Grund und Boden ist das früher vom französischen Militär genutzte und spätere Romika-Grundstück, das die ART vor drei Jahren von der Josef-Seibel-Gruppe (hatte 2005 die insolvente Romika übernommen) gekauft hat. Schuhhersteller Seibel ist immer noch vor Ort - als ins Nachbargebäude gezogener Mieter der ART, ebenso die vom Romikulum zum Sabor Brasil mutierte Gaststätte. Auch die Kreisverwaltung zählt zum Kreis der ART-Mieter auf dem 2,5-Hektar-Gelände.

Der Zweckverband residiert zunächst nur im Erdgeschoss des ehemaligen Fabrikverkaufs und zeigt dort, wie Monzel sagt, "Gesicht". Was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Erstmals präsentiert sich die ART mit einem Kundenzentrum, einer zentralen Anlaufstelle in allen abfallwirtschaftlichen Fragen und Belangen. Auf einer Etage sind Bereiche wie Veranlagung, Kasse, Ordnungswidrigkeiten, Abfall-Telefon, Callcenter und Archiv vereint. Und das in einem erstaunlich kreativ gestalteten Ambiente. Statt Hinterhof-Flair wie die Büros in der Löwenbrückener Straße versprüht das Kundenzentrum Funktionalität mit Charme in einer transluzenten (also nicht komplett transparenten) Raumaufteilung: Statt geschlossenen Wänden Glas, gefasst in Schwarzstahl, die tragenden Elemente mit wiederverwendeten Ziegelsteinen verkleidet, die Schallschutzdecke bestehend aus unbehandelter österreichischer Weißtanne. Auch die Einrichtung ist komplett neu.Komplett neu eingerichtet


Alles in allem sei ein Dienstleistungszentrum entstanden, das laut Monzel sowohl an den Bedürfnissen der Kunden ("Ein gut erreichbarer Anlaufpunkt für alle Fragen rund um das Thema Abfall") als auch denen der Mitarbeiter entspricht: "Diejenigen, die bisher die schlechtesten Büros hatten, haben nun die besten."

Die 30 der 220 Beschäftigten die nun in der Metternichstraße arbeiten (der Chef gehört übrigens nicht dazu), sind gewissermaßen die Vorhut der Standortverlagerung, die sich über einige Jahre erstreckt. Erklärtes Ziel ist, bis spätestens 2019, wenn der Mietvertrag mit der Stadt ausläuft, alle Betriebsteile von der Süd- in die Nordstadt verlegt zu haben.

Bevor als nächste Einheit die ART-Logistik - 40 Abfallsammelfahrzeue und 100 Fahrer/Müllwerker - folgen kann, sind auf dem drei Hektar großen Nachbargrundstück Metternichstraße 35, das ebenfalls der ART gehört, multimillionenschwere Investitionen erforderlich.

Die spannende Frage, ob es einen gemeinsamen Betriebshof mit den städtischen "Schaufelämtern" (Tiefbau- und Grünflächenamt sowie Straßenreinigung, Bauhof und Werkstätten ) in der Metternichstraße geben wird, ist vom Rathaus noch unbeantwortet, ebenso die noch spannendere, ob der Brückenschlag von Kürenz über die Bahn nach Trier-Nord kommen wird. Fest steht nur: Auf Trier-Norder-Seite würde sich die Brückenzufahrt in Höhe der Dasbachstraße auf ART-Areal befinden.

Was mit dem Gelände in der Löwenbrückener Straße passiert, auf dem auch das Stadtreinigungsamt und der Tiefbauamts-Fuhrpark angesiedelt sind, wird frühestens Ende dieses Jahres entschieden. Die wahrscheinlichsten Varianten: Die Stadt baut dort ihre neue Feuerwache - oder sie verkauft die für Wohnungsbau attraktive Fläche.
Die einzigen ART-Mitarbeiter, denen kein Umzug ins Haus steht, sind die rund 60, die in Mertesdorf angesiedelt sind. Das entspricht laut Monzel der Vereinbarung zwischen Stadt und Kreis Trier-Saarburg, die den inzwischen für die Abfallentsorgung im gesamten ehemaligen Regierungsbezirk zuständigen Verband 1973 gegründet haben: "Logistik und Verwaltung bleiben in Trier, die Abfallbehandlung in Mertesdorf."

FOTO: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"