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Vom Ponyreiten bis zur M-Dressur

Freut sich auf den Kimmlinger Hof: Claudia Dick mit ihrem Reitschulpony Dixie. Foto: privat
Freut sich auf den Kimmlinger Hof: Claudia Dick mit ihrem Reitschulpony Dixie. Foto: privat
Auf dem Kimmlinger Hof tut sich was: Am Wochenende ziehen neun Schul- und drei Turnierpferde in den ehemaligen Bauernhof der Kolleys ein, ab Dienstag gibt es qualifizierten Reitunterricht auf allen Niveaus. Die Nachfrage ist jetzt schon groß, die Gründung eines Vereins geplant.

Kordel-Kimmlingen. (red) Bis vor sieben Jahren standen noch rund 160 Rinder in den Ställen der Familie Kolley auf dem Kimmlinger Hof. Etliche Hektar Felder wurden bestellt. Doch die Doppelbelastung war für Johannes Kolley, Angestellter der Gemeinde Welschbillig, auf Dauer zu groß: Er gab den von den Eltern übernommenen klassischen Landwirtschaftsbetrieb auf.Mit seiner Lebensgefährtin Rita Kochann zog dann vor einigen Jahren die Idee, aus der Anlage einen Reiterhof zu machen, auf dem Kimmlinger Hof ein. Das Interesse bei Pferdebesitzern an der idyllisch im Wald gelegenen Anlage war riesig. "Wir hatten von Anfang an auch viele Anfragen wegen Reitunterrichts, konnten damit aber leider nicht dienen", erzählt Rita Kochann.Das ändert sich jetzt: B-Lizenz-Trainerin Claudia Dick zieht an diesem Wochenende mit neun Schul- und drei eigenen Turnierpferden auf dem Kimmlinger Hof ein. Am Dienstag beginnt der tägliche Unterricht für erwachsene Einsteiger, Kinder ab vier Jahren und leistungsorientierte Reiter, deren Ziel es ist, an Dressur- oder Springturnieren teilzunehmen. Die 28-jährige Claudia Dick hat in den vergangenen Jahren auf der Trierer Reitanlage Monaise zuletzt als selbstständige Reitlehrerin gearbeitet. Im Juli änderten sich allerdings die Vertragsbedingungen: Der Post-Sport-Telekom-Verein hat den Reiterhof einem Gesamtpächter übergeben. Angebote hat die patente junge Frau, die aus dem Saarland stammt, von mehreren Reiterhöfen der Region gehabt. "Für den Kimmlinger Hof habe ich mich entschieden, weil er so schön gelegen ist und ich weiter Reitstunden ganz flexibel von den Morgenstunden bis in den Abend geben kann." Viele der Reiter von Monaise wechseln mit ihrer Lehrerin nach Kimmlingen.Neue Umgebung für Dixie, Willi & Co.

Dafür werden dort zurzeit eine zweite Halle gebaut, der Boden des Außenplatzes erneuert und 18 neue Boxen eingerichtet. Schließlich sollen sich die 12 "Neuen" - vom gutmütigen Pony Dixie bis zum für M-Dressur-Prüfungen ausgebildeten Wallach Willi - wohl fühlen. "Besonders gut sind die Ausreitmöglichkeiten rund um den Kimmlinger Hof", erklärt Claudia Dick, die mit ihren Dressur- und Springpferden regelmäßig erfolgreich an Turnieren in der Region teilnimmt. "Hier kann man locker vier Stunden zwischen Welschbillig und Trier und in der Fidei durch Wald und Flur reiten, ohne dass man eine größere Straße überqueren müsste", ergänzt Johannes Kolley. Zusammen mit Rita Kochann wird er die Stallarbeit übernehmen. "Wir haben noch 30 Hektar Grünland, davon zehn Hektar Koppeln. Auch der Maschinenfuhrpark ist noch da, so dass wir unser eigenes Heu machen können - da weiß man, was man hat", erklärt der Landwirt. Neben den drei Kindern der Familie freut sich auch die Oma, die mit auf dem Hof wohnt, darüber, dass auf "ihrem" Bauernhof wieder was los ist - und will selbst bei der Arbeit mit anpacken. Und davon wird es offenbar genug geben: Seit sich die Neuerungen rumgesprochen haben, steht das Telefon kaum still. "Die Kinder laufen mir in Kordel nach und wollen wissen, wann es endlich losgeht", sagt Rita Kochann und lacht. Claudia Dick freut sich über den Zuspruch und verspricht: "Wir werden einen eigenen Verein gründen, dann können wir auch zu Turnieren fahren!"Erstmal wird allerdings ein großes Hoffest für den Sommer geplant, mit Reitvorführungen, Ponyreiten, Musik, Grillen und allem, was dazu gehört. Infos: www.kimmlinger-hof.de