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Von anderen lernen

Länderübergreifende Kooperation: Deutsche und lettische Studenten der Bautechnik sitzen gemeinsam an einem Tisch.Foto: privat
Länderübergreifende Kooperation: Deutsche und lettische Studenten der Bautechnik sitzen gemeinsam an einem Tisch.Foto: privat
TRIER. (red) Die fachliche Zusammenarbeit stand im Vordergrund eines Austauschs zwischen Studierenden des Balthasar-Neumann-Technikums aus Trier und dem Riga-Baucollege in Lettland. Jeweils eine Woche lang lernten die Besucher in Projekten die Arbeitsweise ihrer Kollegen kennen.

Bereits im Sommer fiel der Startschuss: Zwölf Studierende der Fachrichtung Bautechnik/ Schwerpunkt Hochbau sowie zwei Lehrkräfte des Balthasar-Neumann-Technikums fuhren für eine Woche in die lettische Hauptstadt Riga, um mit den Studenten und Studentinnen des Riga-Baucollege (RCK) eine Projektarbeit durchzuführen. Bei diesem Austausch sollten die Unterschiede der lettischen zur deutschen Bauweise festgestellt und praxisnah am Beispiel eines Einfamilienhauses aufgezeigt werden. Das Bauobjekt wurde entworfen, die Pläne dazu entwickelt, die Kostenschätzung durchgeführt und ein Modell gebaut. Abschließend wurden die Ergebnisse in einer gemeinsamen Präsentation vorgestellt. Der Besuch einer Baustelle in Riga ermöglichte der deutschen Besuchergruppe einen Einblick in die Koordination, Organisation sowie Bauweise vor Ort. Neben den fachbezogenen Terminen hatten die Studierenden und Dozenten natürlich auch die Gelegenheit, mit ihren lettischen Kollegen privat ins Gespräch zu kommen und sich mit der Hauptstadt ein wenig vertraut zu machen. Nun endlich fand der Rückbesuch der Austauschpartner statt: Fünf Baustudenten und drei Lehrkräfte des Riga-Baucolleges kamen ebenfalls für sieben Tage zum Balthasar-Neumann-Technikum Trier. Den deutschen Gastgebern bot sich die Möglichkeit, gemeinsam mit den lettischen Gästen im Rahmen einer weiteren Projektarbeit Rahmenbedingungen und Spezifikationen für den Bau eines Einfamilienhauses in Deutschland zu analysieren und am konkreten Beispiel eines Passivhauses umzusetzen. Nicht nur fachlich etwas gelernt

Das Einfamilienhaus wurde zunächst mit den entsprechenden Anforderungen an ein Passivhaus entworfen, gezeichnet, berechnet und als Modell dargestellt. Anschließend wurde ein Bebauungsplan für die Passivhäuser entwickelt, wobei ebenfalls Planung und zeichnerische Umsetzung im Vordergrund standen. Für die Präsentation der Projektergebnisse wurden das Gelände sowie die Passivhäuser modelliert und zusammengeführt. Für die Studenten wurde deutlich sichtbar: In Lettland sind die Lohnkosten verglichen mit Deutschland verhältnismäßig geringer als die Materialkosten. Diese ungleiche Kostenstruktur führt zu entscheidenden Unterschieden in Planung und Ausführung eines Bauobjektes in den beiden Ländern. Energiesparbauweisen, wie bereits in Deutschland in zunehmendem Maße umgesetzt, sind bis dato beim EU-Partner Lettland weitgehend unbekanntes Terrain. Doch die Studenten konnten im Rahmen des Projektes nicht nur ihre Fach- und Methodenkompetenzen ausbauen: Auch Teamfähigkeit, Sprachkompetenz und Flexibilität wurden erprobt und gefördert. Die Finanzierung dieses deutsch-lettischen Austauschs musste aus eigenen Mitteln erfolgen, wobei das BNT Trier und das Riga-Baucollege hoffen, dass die gute und produktive Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt werden kann.