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Von Frust zu mehr Spaß am Lernen

Mit Tipps zur Förderung der Leistungsmotivation bei Schülerinnen und Schülern informiert Diplom-Pädagoge Detlef Träbert (links) sein Publikum aus Eltern und Lehrern im Max-Planck-Gymnasium Trier.TV-Foto: Anke Emmerling
Mit Tipps zur Förderung der Leistungsmotivation bei Schülerinnen und Schülern informiert Diplom-Pädagoge Detlef Träbert (links) sein Publikum aus Eltern und Lehrern im Max-Planck-Gymnasium Trier.TV-Foto: Anke Emmerling
TRIER. Was kann man tun, wenn Kinder keine Lust aufs Lernen haben? Antworten auf diese Frage gab Diplom-Pädagoge Detlef Träbert in einem Vortrag rund um das Thema "Leistungsmotivation", der im Max-Planck-Gymnasium (MPG) Trier auf Resonanz eines großen Publikums stieß. ARRAY(0x252a1dbf0)

Den Vortrag von Detlef Träbert hatte der Schulelternbeirat des MPG organisiert, um die Elternarbeit am Gymnasium auf eine breitere Basis zu stellen und mit relevanten Themen möglichst viele am Bildungsgeschehen Beteiligte zu erreichen. Dass damit tatsächlich einem großen Bedürfnis entsprochen wurde, bewies der Publikumsandrang, der die Aula des MPG fast zum Bersten brachte. "Null Bock auf Lernen?"- dieser Titel traf offensichtlich ein Problem, mit dem sich viele Familien herumschlagen, das aber, so Träbert in seiner Einleitung, nicht neu ist. Mit einer 600 Jahre alten Klage aus der Carmina Burana über das Faulenzertum der Jugend relativierte er die Sorge heutiger Eltern bezüglich der Generation ihrer Sprösslinge. Hinter deren Faulheit stecke meist mangelnde Motivation, referierte der ehemalige Beratungslehrer und jetzige Autor und Schulberater. Die noch in der Vorschulzeit ausgeprägte Motivation zu lernen, um endlich das zu können, was man können wolle, nehme in der Schule drastisch ab. Das liege daran, dass hier alle Schüler gleichen Stoff in gleicher Zeit lernen müssten und dazu einer systematischen Bewertung hinsichtlich der Erfüllung von Leistungsnormen unterzogen würden. Weil Kinder bis zur Pubertät nicht zwischen eigener Person und Leistung trennen könnten, wirkten sich vor allem Misserfolgserlebnisse auf ihr Selbstwertgefühl aus. Oft entstehe ein Teufelskreis: Frust führe zu Angst, diese zu Vermeidung (nicht lernen), das wiederum ziehe Negativbewertung und mangelnden Zuspruch nach sich, was den Frust verstärke. Um zu einem positiven Kreis aus Zuversicht, Spaß am Lernen, steigender Leistung, Belohnung und damit steigendem Selbstwertgefühl zu kommen, könne man sowohl Motiv als auch Motivation fördern.