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Infrastruktur
Von Hunden, Tretminen und Freiräumen in Trier

FOTO: Rainer Neubert
Trier-Nord. Mit viel Engagement und wenig Geld ist in Trier-Nord eine Hundeauslaufzone mitten im Quartier entstanden. Die Freude darüber ist groß, aber es gibt auch Probleme. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Hunde liegen in der Hitliste der beliebtesten Haustiere ganz vorn. Etwa zwölf Millionen der Vierbeiner gibt es derzeit in Deutschland. Lediglich die Zahl der Katzen ist mittlerweile noch größer. In dicht bebauten Quartieren wie Trier-Nord kann die große Tierliebe zu Problemen führen. Etwa 700 Hunde werden zwischen Wasserweg und Verteilerring gehalten. „Das Thema begleitet mich, seit ich 2001 hier angefangen habe“, sagt Quartiersmanagerin Maria Ohlig. Sie kümmert sich im Rahmen des Projekts Soziale Stadt besonders um die 470 Haushalte der Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg (Wogebe). Alleine dort addiert sich die Zahl der gelegentlich bellenden Gefährten auf etwa 100.

„Bis vor wenigen Monaten ist die Wiese neben dem Hochbunker in der Thyrsusstraße von vielen Menschen für den Auslauf der Hunde genutzt worden“, sagt Ohlig. „Aber seit dort gebaut wird, haben die Klagen über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner zugenommen. Es ist in Ordnung, wenn die Menschen mit ihren angeleinten Hunden die Straßen und Wege für den Auslauf nutzen. Was aber nicht geht, ist, wenn Gehwege und Grünstreifen mit Hundekot verdreckt sind.“ So sei die Idee entstanden, Abhilfe zu schaffen. Das Ergebnis ist auf einem eingezäunten Gelände neben dem Fußweg von der Franz-Georg-Straße zur Rambouxstraße zu sehen. Hier präsentiert sich die erste Hundeauslaufzone im bebauten Stadtgebiet. 

FOTO: TV / Schramm, Johannes

Sabine Ehm ist eine der Anwohnerinnen und Quartiersbewohner, die das eingezäunte Grundstück nutzen. Regelmäßig toben ihre Hunde Balou und Lucy übermütig über die Wiese. „Es ist eine schöne Sache hier, denn es gibt sonst kaum eine Möglichkeit in der Nähe, die Hunde von der Leine zu nehmen.“ Die junge Frau greift an die rote Bello-Box, zieht eine der schwarzen Plastiktüten heraus und entsorgt kurze Zeit später die darin eingepackte Hinterlassenschaft von Balou in dem stabilen Abfallbehälter neben der Eingangstür.

Dass sich noch nicht jeder Hundebesitzer an dieses Prozedere hält, ist Ursula Feider ein Dorn im Auge. Sie wohnt im Haus nebenan und hat den neuen Hundeplatz regelmäßig im Blick. Denn als ehrenamtliche Patin kümmert sie sich unter anderem darum, dass die Boxen immer mit den vom Stadtreinigungsamt gelieferten Beuteln gefüllt sind. „Früher war der Grünstreifen hier am Weg immer verdreckt“, erinnert sich die Hundeliebhaberin. „Das hat sich geändert, seit die Bello-Box hängt.“ Sie schmunzelt. „Ich bin nicht bei allen hier gern gesehen, weil ich schimpfe, wenn die Leute die Tretminen liegen lassen.“

Quartiersmanagerin Maria Ohlig, die mit Flyern für das neue Angebot wirbt, ist mit den bisherigen Reaktionen auf die Hundeauslaufzone zufrieden. „Es gibt viele positive Rückmeldungen. Aber noch ist es ein Versuch. Wenn zu viel Unfug passiert oder es für die Nachbarn zu schlimm wird, schließen wir den Platz wieder ab.“ Viel gekostet hat der nicht. So stellt die Wogebe das eingezäunte Grundstück zur Verfügung. Das Geld für Mülleimer, Hinweisschild, Montage und den noch geplanten Sichtschutz zum Nachbargrundstück kommt vom Ortsbeirat Trier-Nord und aus den Mitteln des Projekts Soziale Stadt. „In Trier wäre noch viel mehr möglich, wenn sich engagierte Menschen darum kümmern, Probleme pragmatisch zu lösen“, ist Ohlig überzeugt. 

Rote Bello-Boxen mit Tüten für entschärfte Tretminen soll es auch auf dem neu gestalteten Platz am Bürgerhaus Trier-Nord geben. Die Einweihung ist für 11. Mai geplant. Im Rahmen eines Beteiligungsprojekts des Vereins transcultur soll ein passender und griffiger Name gefunden werden. Der Start dafür wird an diesem Tag fallen. Erwartet werden auch viele Hundebesitzer.

Kontakt: Maria Ohlig, Telefon 0651/154722, maria.ohlig@wogebe.de

 Vorbildlich: Sabine Ehm ist mit ihrem Hund Balou auf dem neuen Platz in Trier-Nord regelmäßig Gast. Die Hinterlassenschaften des Vierbeiners kommen in den stabilen Abfallbehälter.  
Vorbildlich: Sabine Ehm ist mit ihrem Hund Balou auf dem neuen Platz in Trier-Nord regelmäßig Gast. Die Hinterlassenschaften des Vierbeiners kommen in den stabilen Abfallbehälter.   FOTO: Rainer Neubert