| 20:40 Uhr

Warum eine Motorsäge ein Projekt vorwärtsbringen würde

Trier/Ikela. Sieben Brücken aus Hartholzstämmen sollen im Kongobecken gebaut werden, damit der Weg durch den Regenwald weniger beschwerlich wird und die Menschen leichter für ihre Familien sorgen können. Eine Motorsäge wäre eine große Hilfe. Katja Bernardy

Denken Sie sich mehr als 5000 Kilometer Luftlinie von Trier entfernt, mitten ins Herz von Afrika. Dort im Zentrum des Kontinents liegt das Kongobecken, bedeckt mit tropischen Regenwäldern, seit Jahrtausenden von Menschen bewohnt. Ureinwohner sind die Pygmäen, die im Kongo "premiers citoyens", übersetzt erste Bürger, heißen. Auch Bantu-Völker besiedeln seit Jahrhunderten diese Wälder. Als Waldbauern mühen sie sich, damit ihre Familien überleben können. Der tropische Regenwald im Kongobecken ist weltbedeutend: Er macht etwa ein Viertel des Bestandes auf der Erde aus. "Nach dem Amazonas atmet hier die zweite Lunge der Erde und produziert Sauerstoff auch für Kontinente und Länder, die ihre Wälder bereits verloren haben", schreibt Wolfgang Leinen vom Verein Konga auf der Internet-Plattform des TV-Spendenprojekts Meine Hilfe zählt, www.meine-hilfe-zaehlt.de .
Kaum bezahlte Arbeit am Kongo


Am Tshuapa-Fluss leben in zwei Territorien, Bokungu und Ikela, rund 600 000 Menschen, verstreut über 42 000 Quadratmeter, so groß wie die Schweiz. Bezahlte Arbeit gibt es selten. "Die wenigen Kautschukplantagen aus der Kolonialzeit sind oft und manchmal sogar jahrelang außer Betrieb", sagt Wolfgang Leinen. Mit fatalen Folgen: Familien sitzen in den Arbeitercamps der extrem abgelegenen Region fest und müssen ohne Lohn versuchen zu überleben. In der Waldwirtschaft werden etwa Mais, Reis, Bohnen, Maniok und Bananen angebaut. Pilze, Raupen, Fische, Gemüse und Gewürze werden gesammelt. Gejagt wird eher selten, da ein jahrzehntelang andauernder Krieg das Wild beträchtlich reduziert hat - auch im angrenzenden größten Tropenwald-Nationalpark der Welt.

Noch mehr Gegebenheiten machen den Menschen das Leben dort schwer: Asphaltierte Straßen fehlen, auf Sandpisten kommt man je nach Wetterlage nur mühsam weiter, und Überfahrten in einem von einem Fährmann gesteuerten Boot sind teuer. Die Menschen tun etwas dagegen, sie bauen Brücken. "In der Regel aus Bambus und Stöcken, nicht von Dauer, oft sehr wackelig und gefährlich", sagt Leinen.

Um den Waldbauernfamilien zu helfen, hat sich die Stiftung Bruder des Bauern in Ikela als Selbsthilfeorganisation gegründet. Sie unterstützt Dorfgemeinschaften an den Flüssen Lofome und Mokombe, sieben durch Krieg zerstörte Brücken aus haltbaren Hartholzstämmen wiederaufzubauen. "Um die schwere Arbeit etwas zu erleichtern, könnte ihnen eine Motorsäge sehr helfen", sagt Wolfgang Leinen.

TV-Leser können das Meine Hilfe zählt-Projekt "Brücken bauen im Regenwald" unter der Projektnummer 48224 unterstützen.Extra

Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten.Extra

Der Verein Konga - Freundeskreis Tshuapa, kurz Konga, versteht sich als Partner lokaler Selbsthilfeorganisationen am Tshuapa in der Equateur-Provinz der Demokratischen Republik Kongo. Der Konga e.V. bietet diesen ein Forum in der deutschen Gesellschaft und eine Plattform zum gegenseitigen Austausch. Er berät, begleitet und unterstützt Projekte vor Ort im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe und im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Weitere Infos unter www.konga-ev.de