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Volksfreund-Serie
Weine, Winzer, Wissenslücken: Trier ist eine Weinstadt wie keine

Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen.
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl
Trier. Erstens: Der Bischof leitet Deutschlands einziges Bistum, das eigene Weinberge besitzt. Zweitens: Die Trierer Weinkönigin stammt aus Syrien. Drittens: Führende Sektkellereien haben hier ebenso ihren Sitz wie kleine Winzerbetriebe. Mehr erfahren Sie in einer TV-Serie, bei der Sie mitraten können. Verona Kerl

Wenn Bischof Stephan Ackermann abends ein Glas Wein trinken möchte, hat er ein Luxusproblem. Sein Bistum besitzt 130 Hektar Weinberge an Mosel, Saar und Ruwer, darunter einige der besten Lagen.

Die Bischöflichen Weingüter entstanden 1966. Sie sind das größte Weingut in Trier. Gleichzeitig gehören dem Bistum als einzigem in Deutschland eigene Wingerte. Sieht man einmal vom Bistum Limburg ab, das 1984 die Weinberge vom Pfarrweingut Rüdesheim übernahm. Würde es Bischof Ackermann nach einem anderen Wein gelüsten, müsste er nicht weit gehen: Der Gutsausschank des 650 Jahre alten Weingutes Reichsgraf von Kesselstatt liegt dem Bischofsitz gleich gegenüber.

Überhaupt wird es an der Mosel in Sachen Weinauswahl selten langweilig. Als Weinhandelsstadt ist Trier Sitz weltweit führender Sektkellereien wie Schloss Wachenheim oder Herres sowie Sektmanufakturen wie Bernard-Massard oder der Saar-Mosel-Winzersekt GmbH (SMW). Weitere traditionsreiche Weingüter wie die Vereinigten Hospitien, der Karthäuserhof in Trier-Eitelsbach, das Gut Avelsbach (früher: Staatliche Weinbaudomäne) und mehr oder weniger alteingesessene Winzerbetriebe wie der Deutschherrenhof, Peter Terges, Georg-Fritz von Nell, Schleimer, Gehlen, Becker's, Hermann Oberbillig, Herbert Wahlen, Franzen-Grimbach, Josef Matthias Longen, Michael Hutmacher, Morgen-Herres, Werner Longen und Rinke - die Liste ist echt lang - bieten Einheimischen und Touristen eine enorme Auswahl. Apropos Touristen.

Mit dem Thema Wein wirbt auch die Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM). Eine Attraktion ist der Weinstand mitten in der City. "Der spielt bei Einheimischen und Touristen eine große Rolle", sagt TTM-Sprecherin Paula Kolz. Wer Wein unmittelbar erleben will, bucht bei der Tourist-Info die Winzerführung über den Weinkulturpfad, den Wein-Rundgang durch Trier, die Führung "Wie der Wein Karl Marx zum Kommunisten machte", den Nachtschwärmerrundgang ("Ein Renner"), die weinkundliche Tagesführung oder geht es sportlich mit der Segway-Tour (ein elektrisch angetriebenes Einpersonen-Transportmittel mit zwei auf derselben Achse liegenden Rädern) durch die Olewiger Weinberge an.

Was aber macht die Faszination dieses Getränks aus, für dessen Besitz manche Zeitgenossen mehrstellige Beträge zahlen? Sind es Lifestyle, Leidenschaft und Landleben, die Wein zum Mythos oder Kult machen? Unter uns: Mehr als vergorener Traubensaft ist es ja eigentlich nicht. Wahrscheinlich entdeckten Menschen vor Tausenden von Jahren per Zufall, wie sie Wein herstellen konnten. In Trier, dort, wo das Klima seit jeher besonders mild ist, kultivierten Winzer schon sehr früh Wein.

Natürlich waren es die Römer, die ihre liebgewonnenen Traditionen aus Italien nach Gallien importierten. Wie groß die Anbauflächen damals waren, ist allerdings schwer zu sagen. Nur so viel, dass der Weinbau im gesamten Moseltal im 4. Jahrhundert nach Christus zur ersten Blüte gelangte.

Als das Römische Reich zerfiel, übernahmen die Klöster jahrhundertelang eine zentrale Rolle. Und Trier hatte viele Klöster. Noch heute zeugen Weinbergsnamen wie Jesuitenwingert, Benedikti8nerberg, Thiergarten unterm Kreuz, St. Mattheiser, Augenscheiner oder St. Maximiner Kreuzberg von Reichtum und Macht.

Doch dann kam Napoleon. Der französische Kaiser zerschlug Anfang des 19. Jahrhunderts Klöster und Kirchen und löste ihren Besitz auf. Die Säkularisation veränderte alles.

Adlige und Bürgerliche wurden zu Weinbergsbesitzern. Wein aus den Steillagen in und um Trier brachte im späten 19. Jahrhundert Geld und Renommee. Steillagen-Rieslinge waren die begehrtesten und teuersten Weine der Welt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Nachfrage groß. Dann ging's bergab. In den 1990er Jahren schrumpfte die Anbaufläche, bis im neuen Jahrtausend der Riesling seine Renaissance erlebte, weil er neue Liebhaber fand. Heute bewirtschaften Winzer in Trier circa 165 Hektar Anbaufläche, hauptsächlich bepflanzt mit der Rebsorte Riesling.

Wie der in all seinen Facetten schmeckt, ist leicht herauszufinden. Neben typischen Weinlokalen laden innovative Events zu Verkostungen ein wie das Weinforum im Januar, die vorösterliche Rhythm and Wine-Party, Wine in the City im Mai, das Weinfrühlingsfest in Zurlauben im Mai, das Olewiger Weinfest im August sowie die Weinversteigerungen des Großen Rings und des Bernkasteler Rings im September.
Letztendlich aber zählt nur eins: Der Wein erfreue des Menschen Herz. So heißt es in Psalm 104. Das tut er. Sicherlich auch das von Bischof Stephan Ackermann.

TV-Serie: Die Weinstadt Trier

Wie viel Sekt produzieren die großen Kellereien der Stadt? Was hat die Trierer Weinkönigin Ninorta in ihrem Amtsjahr erlebt? Wo sitzt die kleinste Winzergenossenschaft Deutschlands? Was verbirgt sich hinter einer Seg&Wine Tour? Und warum ist der Weinstand auf dem Hauptmarkt so beliebt? Antworten auf diese Fragen finden Sie in einer mehrteiligen Serie des Trierischen Volksfreunds in den nächsten drei Wochen rund um das Thema Weinstadt Trier. Aufmerksam lesen lohnt sich: Am Ende gibt es ein Weinrätsel zum Thema - und attraktive Preise.

Lexikon des Weins: A wie Augenscheiner

Der Trierer Augenscheiner liegt zwischen Pallien und Biewer unter den roten Felsen. Auf der gegenüberliegenden Seite in der Nähe des Nordbads stand im Mittelalter eine große Klosteranlage: St. Maria ad Martyres. Der Weinberg lag also im Augenschein des Klosters beziehungsweise seiner Bewohner. Das Kloster wurde um 1802 aufgelöst. Der Weg zur Weinbergsarbeit war mit einer Fähre oder einem Boot zu bewältigen. An der Stelle gab es bis zum Ausbau der Mosel-Schifffahrtsstraße Anfang der 1960er Jahre eine Fähre, die wie das Kloster den Namen St. Marien trug. Das Gebäude des heutigen Jugendzentrums Exzellenzhaus ist ein Rest der barocken Anlage aus dem 18. Jahrhundert. Die Lage ist heute im Alleinbesitz der Vereinigten Hospitien und ihr ältester Hospitienweinberg. Durch die Nähe zur Mosel und die wärmenden, hinter den Reben ansteigenden Buntsandsteinfelsen herrscht ein besonders günstiges Kleinklima. Neben Riesling stehen dort Grauer Burgunder und Spätburgunder.

Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen.
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl
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Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen.
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen.
Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl
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Weinstadt Trier: Hier wird geackert, getrunken und gefeiert. Die Olewiger Weinberge laden zu einem Spaziergang ein, und mit ein bisschen Glück flitzt gerade eine Weinbergseidechse über die Wingertsmauern. Auf einer Segway-Tour erfahren Besucher Wissenswertes über den Trierer Weinbau und können sich nebenbei sportlich betätigen. FOTO: Verona Kerl