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Unfallstatistik
Am Moselufer kracht es am häufigsten

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3/180 mm FOTO: TV / Eltges, Stefanie
Trier. In Trier hat es  im vergangenen Jahr  3794 Unfälle im Straßenverkehr gegeben (2016: 3898). Experten haben sich die Stellen angeschaut, an denen sich die Zusammenstöße häufen.  Verstärkte Kontrollen sind nur eine Gegenmaßnahme von vielen.

  Für mehr Verkehrssicherheit in Trier  haben in den vergangenen Monaten  einige von der Unfallkommission der Stadt Trier angeregte und durchgeführte Maßnahmen gesorgt. Das Gremium besteht aus Experten von Tiefbauamt, Planungsamt, Ordnungsamt, Landesbetrieb Mobilität und Polizei. Es begutachtet jedes Jahr die Unfallhäufungsstellen im Stadtgebiet, um Verbesserungen zur Verkehrssicherheit festzulegen.

Unfallhäufungsstellen sind Bereiche, in denen sich innerhalb eines Jahres mindestens fünf Unfälle des gleichen Typs ereignen. Erstmals nahmen an der Sitzung der Unfallkommission auch ein Vertreter des ADAC und Verkehrsdezernent Andreas Ludwig teil.

Im Bereich von Saarstraße und Südallee hat eine 2017 umgesetzte Maßnahme Früchte getragen: Im Oktober wurde die Verkehrsführung so geändert, dass Radfahrer aus der Saarstraße kommend getrennt von Fußgängern und Autofahrern den Alleenring überqueren können. Auch die Ampelschaltung wurde entsprechend an die Verkehrsverhältnisse angepasst: Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr werden nun gleichermaßen berücksichtigt, um nicht zu lange an den Ampeln warten müssen.

Seitdem ereigneten sich an der Stelle keine Unfälle mehr, an der im Jahr 2016 noch 16 Zusammenstöße registriert wurden. Auch die teilweise neu gestaltete Kohlenstraße mit einer gesonderten Fahrradführung und einer im September aufgestellten Ampel an der Einmündung der Bonifatiusstraße zahlte sich offensichtlich aus: 2016 gab es an der Ecke noch sechs Unfälle, seit dem Umbau keinen mehr.

Auf der linken Moselseite bleibt der Bereich Kölner-/Hornstraße mit 14 Unfällen (2016: 13) ein Unfallschwerpunkt mit auffällig vielen beteiligten Krafträdern. Die Markierungen in Richtung der Kaiser-Wilhelm-Brücke werden nun verdeutlicht und mehr Tempokontrollen angesetzt.

Die Uferstraße sticht mit verschiedenen Unfallschwerpunkten in der Statistik weiterhin heraus. Am Sankt Barbara-Ufer mit den Kreuzungsbereichen Südallee, Römerbrücke und Karl-Marx-Straße wurden im vergangenen Jahr 47 Unfälle verzeichnet (2016: 37). Jutta Merten, Vorsitzende der Unfallkommission und Leiterin der Straßenverkehrsbehörde im Tiefbauamt, erläutert: „Auffällig sind hier viele Spurwechsel und auch Auffahrunfälle, insbesondere durch Ortsfremde. Eine Überprüfung hat ergeben, dass die Ansagen der Navigationsgeräte korrekt sind. Die Markierungen sind ordnungsgemäß und werden regelmäßig aufgefrischt.“

Täglich befahren über 40 000 Fahrzeuge diesen Knotenpunkt, die Zahl der Unfälle ist daher im Vergleich zum Verkehrsaufkommen laut Meinung der Experten eher als gering einzuschätzen.

Bei den Unfallhäufungsstellen bleibt auch die Ecke Martinsufer/Ausoniusstraße (38 Unfälle, 2016: 48) im Fokus der Experten, selbst wenn die Zahlen rückläufig sind. Es wurden bereits Leitborde zwischen den Spuren aufgebracht, um die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen und den Verkehr sicherer zu leiten. Wenige Meter weiter liegt mit dem Georg-Schmitt-Platz, der Lindenstraße und der Ascoli-Piceno-Straße der nächste Ort, an dem es häufiger kracht (2017: 22 Unfälle, 2016: 21). Zusammenstöße ergeben sich insbesondere durch Spurwechsel der Fahrer aus Richtung Autobahn und beim Abbiegen aus der Lindenstraße in Richtung Konz. Die Straßenmarkierungen werden regelmäßig aufgefrischt. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens von auch hier täglich circa 40 000 Fahrzeugen ist die Zahl der Unfälle jedoch aus Expertensicht nicht auffällig hoch.

Der Verteilerkreis Nord steht ebenfalls unter besonderer Beobachtung der Fachleute. Eine einspurige Verkehrsführung an der Einmündung Parkstraße brachte bereits 2016 eine Verbesserung. 2015 wurden hier noch 15 Unfälle registriert, seither sinken die Zahlen (2016: 11, 2017: 10). An der Autobahnabfahrt ereigneten sich 20 Unfälle (2016: 29). Viele Zusammenstöße passieren außerhalb der Rush-Hour, was nach Meinung der Experten auf überhöhte Geschwindigkeiten hinweist. Die Polizei kontrolliert hier regelmäßig, auch das Ordnungsamt prüft verstärkte Geschwindigkeitsmessungen. Insgesamt stellten die Experten für Trier einen leichten Rückgang der Unfallzahlen auf 3794 (2016: 3898) fest. Sie gehen davon aus, dass die Geschwindigkeitskontrollen, die das Ordnungsamt seit 2016 durchführt, zu einer angepassten und achtsameren Fahrweise der Verkehrsteilnehmer führen.