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Radsport
Wenn Radler durch die Region rasen

Trier/Konz/Saarburg. Im August kommt die Deutschland-Tour. Die Stadt Trier will daraus ein Festival machen. Die Strecke führt auch durch die Verbandsgemeinde Saarburg.

Die Radrennfahrer werden 200 Kilometer und 3000 Höhenmeter in den Beinen haben, wenn sie am Freitag, 24. August, in Trier ankommen. Die zweite und schwerste Etappe ihrer Tour durch Deutschland führt an diesem Tag von Bonn nach Trier (siehe Info). Am Samstag, 25. August, startet das Peloton vor der Porta Nigra und rollt Richtung Saarland. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren.

Triers Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Elvira Garbes (Bündnis 90/Die Grünen) war bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Tour in Frankfurt/Main dabei (der TV berichtete) und ist immer noch begeistert. „Es waren viele bekannte deutsche Radprofis vor Ort oder wurden per Videobotschaft zugeschaltet“, erzählt sie. „Sie freuen sich auf die Tour und sind froh, dass es wieder eine nationale Rundfahrt in Deutschland gibt. Uns zeigt das, dass die Deutschland-Tour ein hochkarätiges Rennen wird, bei dem namhafte Profis an den Start gehen.“

Nach einer kurzen Abfahrt gelangen die Fahrer zwischen Trier-Tarforst und Trier-Kürenz auf eine Stadtrunde, die 13,6 Kilometer lang ist und einmal befahren werden muss. Nach der ersten Zielpassage auf der Herzogenbuscher Straße in Höhe der Arena folgt eine Bergwertung am Petrisberg, ein zwei Kilometer langer Anstieg mit drei Serpentinen und einer Steigung zwischen sieben und zehn Prozent. Von der Kohlenstraße geht es hinab Richtung Zielgerade in der Herzogenbuscher Straße (siehe Grafik).

Der Samstag beginnt für die Fahrer in Trier vor der Porta Nigra. Durch die Fußgängerzone über den Hauptmarkt und den Domfreihof fährt das Peloton auf rund vier Kilometern durch die Innenstadt bis zur Mosel. Der sogenannte scharfe Start (Freigabe des Rennens) zur dritten Etappe erfolgt auf der B 51 in Höhe der Pellinger Straße, von der geht’s weiter nach Konz.

Das Radsport-Spektakel wird am 24. und 25. August Sperrungen erfordern. „Wir arbeiten hier sehr eng mit der Polizei zusammen“, sagt Stadt-Sprecher Michael Schmitz. „Klar wird es Behinderungen für Bewohner und Besucher geben, aber der Fokus liegt klar darauf, diese so gering wie möglich zu halten.“ So werde keine der drei großen Brücken gesperrt oder blockiert.

Noch sind viele Fragen offen, vor allem die Dauer der Sperrungen. „Wir arbeiten daran“, sagt Schmitz. „Das Ziel ist es, nicht die gesamte Strecke für Stunden zu sperren. An vielen Stellen bieten sich temporäre Sperrungen an, die wieder aufgehoben werden, wenn das Fahrerfeld durch ist.“ Das gelte beispielsweise für den Verteilerkreis Nord. „Wir diskutieren noch, ob dieser Kreisel dann komplett, aber nur kurz, gesperrt werden muss, oder ob die Sperrung einer Spur ausreicht.“

Die Herzogenbuscher Straße in Trier-Nord wird mit Sicherheit für längere Zeit gesperrt, denn sie ist nicht nur die Zieleinfahrt, sondern auch der Standort eines Radfahrfests. „Die Wirtschaftsförderung wird sich noch mit den dort ansässigen Firmen und Institutionen in Verbindung setzen und mit ihnen über eine mögliche Beteiligung sprechen“, kündigt Schmitz an. „Als Anwohner der Herzogenbuscher Straße hat man natürlich einen großartigen Blick auf die Zieleinfahrt.“ Zum Programm gehört auch ein Kinder Bike Parcours.

Die Organisation der Deutschland-Tour in Trier ist eine große Aufgabe. Die Stadt Trier plant die Einrichtung eines Koordinierungsbüros und die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft, die Spenden einwerben und verwenden kann. Die Bildung der TiB Trier in Bewegung gGmbH steht am Mittwoch, 14. März, auf der Tagesordnung des Stadtrats (Beginn 17 Uhr). Laut  Beschlussvorlage der Stadtverwaltung seien die zu erwartenden allgemeinen Kosten der Gesellschaft für die Durchführung der Tour durch externe Mittel gesichert.

Auf TV-Anfrage bestätigen die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg, dass für die Ausrichtung der Deutschland-Tour in der Region eine Garantiesumme an den Veranstalter Amaury Sport Organisation fließt. Es handele sich dabei um eine Sonderzahlung der Sparkasse Trier als Sponsor, und zwar für Trier und Trier-Saarburg jeweils ein mittlerer fünfstelliger Betrag.

Welche Aufgaben und damit Kosten darüber hinaus auf Stadt und Kreis im Detail zukommen, ist laut den Verwaltungen noch zu klären. Es geht zum Beispiel um Personaleinsatz bei der Planung und um Absperrungen der Strecke. Das wird in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe besprochen. Dieser AG gehören auch Touristiker an, da die Kommunen das Radsport-Großereignis für eine entsprechende Vermarktung nutzen wollen.

Doch es gibt nicht nur positive Nachrichten. Mit rund 200 Mitgliedern ist der Radverein Schwalbe Trier der wohl größte Verein dieser Art in der Region. Vorsitzender Günter Steffgen sagt, dass man sich auch gerne bei der Deutschland-Tour engagieren würde. Steffgen: „Früher bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt haben wir im Vorprogramm ein Radrennen für Amateurfahrer veranstaltet.“

Das hätten sich die Schwalbe-Mitglieder auch für den Etappenort Trier bei der Deutschland-Tour vorstellen können. Doch nach einer ersten Kontaktaufnahme durch die Stadt Trier im Herbst 2017 herrscht Funkstille. „Wir haben nichts mehr von der Stadt gehört“, sagt Steffgen. Trotzdem gilt: „Wir sind zu allen Schandtaten bereit.“

Nicht nur für den Vereinschef ist diese Lage unbefriedigend. Auch Vereinsmitglieder hätten schon nachgefragt, warum der Radverein nicht in die Vorbereitungen eingebunden wird. Zumal die radsportbegeisterte Gruppe aus dem Raum Trier das Team Lotto-Kernhaus unterstützt. Das fährt schließlich nicht nur am Sonntag, 18. März, beim Rennen der Stadtwerke Trier in Trierweiler mit, sondern auch bei der Deutschland-Tour.

Das waren noch Zeiten:  Im Jahr 2000 jubelten die Besucher in Trier den Fahrern der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt zu.
Das waren noch Zeiten:  Im Jahr 2000 jubelten die Besucher in Trier den Fahrern der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt zu. FOTO: Alexander Houben