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Wenn Wünsche schwimmen gehen

Nach dem Bad in der Mosel nahmen die Schüler der Medard-Schule die Wunschpakete wieder in Empfang. TV-Foto: Thorsten Klein
Nach dem Bad in der Mosel nahmen die Schüler der Medard-Schule die Wunschpakete wieder in Empfang. TV-Foto: Thorsten Klein
165 Kisten, auf die Schülerinnen und Schüler der Medard-Schule ihre Wünsche geschrieben hatten, sind von der Römerbrücke in die Mosel abgeseilt und dann von einem Polizeiboot flussaufwärts gezogen worden. Die Aktion sollte den Zusammenhalt der Schüler fördern.

Trier. (thk) Die Aktion lief im Rahmen des kulturpädagogischen Projektes "Konstantin be-WEG-t". In den vergangenen Wochen hatten die Schüler der Medard-Schule ihre Wunschbausteine an Orten ausgestellt, an denen sich Konstantin aufhielt oder die an ihn erinnern. An dem Projekt waren alle Schüler der Trierer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und Sprache beteiligt, von der Vorschulklasse bis zum zehnten Schuljahr. Jeder von ihnen hatte seinen individuellen Wunsch auf den jeweiligen Baustein geschrieben. Die Wünsche reichten von einem neuen Computerspiel bis zu dem Anliegen, dass die Tante aus Japan zu Besuch kommen soll. Zum Höhepunkt wurden die Wunschkisten eine halbe Stunde lang durch die Mosel gezogen. Die Wunschbausteine, die dann später an einem Anlegesteg wieder aus dem Wasser gefischt wurden, waren nicht mehr dieselben, wie noch kurz davor: Aufgeweicht und deformiert kamen sie am Steg an. Ein paar Wunschbausteine hatten sich verselbständigt und machten sich auf den Weg in die entgegengesetzte Richtung Mosel abwärts. Jedoch machte sich ein Boot der Feuerwehr auf die Suche nach den abhanden gekommenen Päckchen. Für Bernhard Müller, stellvertretender Schulleiter, Kunstlehrer und Initiator des Projektes, war es wichtig, durch die Aktion den Zusammenhalt der Schüler untereinander sowie zwischen Schüler und Lehrer zu fördern. "Alle haben sich beteiligt und ein Kunstwerk geschaffen", sagt Müller. Die nassen und deformierten Bausteine, die aus der Mosel gezogen wurden, sollten aus kunstpädagogischer Sicht den Kindern zeigen, dass auch Wünsche sich verändern können und vergänglich sind. Mit der Aktion, die durch die Unterstützung der Wasserschutzpolizei erst möglich wurde, waren Schüler und Lehrer gleichermaßen zufrieden. "Das Beste war, als die Pakete von der Römerbrücke herabgelassen wurden", sagte der 13-jährige Jeremy Windt. Jetzt sollen die Pakete wieder trocknen und in der Schule ausgestellt werden.