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Kolumne
Wer seinen E-Bus liebt, der schiebt

FOTO: TV / Werhan, Michael
Jetzt haben wir also Elektrobusse in Trier, die fröhlich und umweltfreundlich durch die Stadt tuckern. Ach so, nein, halt! Hatten – das ist das richtige Wort. Der Elektrobus hat nämlich Zwangspause.

Grund: Wenn die Heizung während der Fahrt läuft, hat der Bus nicht mehr genug Saft, um seine Fahrgäste von A nach B zu befördern. Da stellt sich dann zwangsläufig die Frage: Durch die Stadt heizen oder im Stand heizen? Eine schwierige Entscheidung.

Da ich heute außer Volksfreund lesen sowieso nicht so viel zu tun hatte, habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht, wie man dieses Problemchen lösen könnte. Da fiel mir zuerst der demokratische Ansatz ein: Statt des Stop-Knopfs, der für den nächsten Halt gedacht ist, sind vor den Sitzplätzen dann andere Knöpfe angebracht. Sollte mal genug Energie da sein, dürfen sich die Fahrgäste großzügigerweise zwischen Heizung, Radio und Haltestellenansage entscheiden.

Falls sich der Bus allerdings einmal ganz antriebslos zeigen sollte, gibt es noch eine neue Ausstattung: Die Mitfahrer können über Pedale den fehlenden Strom erzeugen und kräftig mitstrampeln. Es geht doch nichts über gemeinschaftliche Anstrengung, um dann schließlich ein Ziel zu erreichen. Sollte das noch immer nicht ausreichen, kann man aber auch die Schwarzfahrer hinter den Bus schicken und sie zur Strafe das Fahrzeug anschieben lassen.

Wie war das noch?

Wer seinen E-Bus liebt, der schiebt.

Prost!