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Kunst
Ein Stück Legoland in der Trierer Innenstadt

Dieser Porta-Nigra-Nachbau aus Legosteinen lockt derzeit viele Menschen in das Spielzeuggeschäft in der Nagelstraße.
Dieser Porta-Nigra-Nachbau aus Legosteinen lockt derzeit viele Menschen in das Spielzeuggeschäft in der Nagelstraße. FOTO: Christian Thome / christian thome
Trier. Der luxemburgische Künstler Marc Wagner präsentiert ein besonderes Schaufenster in Trier. Er verbaut hierfür in acht Monaten unter anderem 1000 Minifiguren und stellt den Betrachter vor eine Aufgabe. Von Christian Thome

Doch wie kommt man auf eine solche Idee? Der luxemburgische Künstler Marc Wagner wurde im Rahmen seiner Ausstellung zum Thema „Römer“ von einem Mitarbeiter des Geschäftes animiert, sich einmal an der Porta Nigra zu versuchen. Der 50-Jährige sammelte Fotos des römischen Stadttores aus der Zeit um das Jahr 320 und baute diese zu Hause nach.

Thematisch passt die Porta ideal in sein aktuelles Projekt. Wagner baute die Porta in sein schon bestehendes Ausstellungsstück mit ein, fuhr nach Trier und platzierte sie im Schaufenster in der Nagelstraße.

Ganz so einfach war das Ganze jedoch nicht: In der momentan ausgestellten Version stecken immerhin acht Monate Bauzeit. Wagner, hauptberuflich Buchhalter, kann seinem Hobby nur abends und am Wochenende nachgehen. Auch wenn er das Bauwerk liebevoll als sein „Baby“ bezeichnet, gehen Familie und Job vor. Das Kunstwerk an sich ist spektakulär, doch umso beeindruckender wird es, wenn man einige Fakten kennt. So ist alles, was Wagner verbaut „zu 100 Prozent Lego“. Egal ob Colosseum, Galeere oder Porta – keines der Gebäude oder Schiffe gibt es in dieser Form beim dänischen Spielzeughersteller zu kaufen.

Marc Wagner hat jedes Bauwerk ohne Anleitung nur seiner Vorstellung nach gebaut. In der römischen Stadt finden immerhin 999 Römer ein zu Hause. Einen Touristen hat der Luxemburger eingebaut – als kleine Suchaufgabe für die Betrachter. Das Schaufenster zieht an.

Reinhold Oberbillig, Mitarbeiter des Geschäftes, bezeichnet die Anlage als „absoluten Hingucker“. Die am öftesten gestellte Frage sei, ob man das Kunstwerk oder einen Teil davon kaufen könne. „Das ist nicht möglich“, bekräftigt Bauherr Wagner. Er habe seine Werke nie mit der Intention gebaut, sie zu verkaufen oder das Bauen zu seinem Beruf zu machen. Für ihn ist das Ganze ein Hobby – und das soll es auch bleiben. Das an den Film „Ben Hur“ angelehnte Kunstwerk wird nur noch bis Samstag, 24. Februar, im Schaufenster zu bewundern sein.

Doch wer weiß! Vielleicht wird der Lego-Konzern darauf aufmerksam und bringt irgendwann eine Porta Nigra auf den Markt. Zumindest in Trier würde das schwarze Tor vermutlich ein Verkaufsschlager werden.

Lego-Künstler Marc Wagner.
Lego-Künstler Marc Wagner. FOTO: christian thome