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| 17:43 Uhr

Denkmal
Wieder gibt es Streit um Karl Marx in Trier

Die Marx-Statue ist weiterhin eine Reizfigur.
Die Marx-Statue ist weiterhin eine Reizfigur. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Wer soll am Text der geplanten Schrifttafel mitwirken? Diese Frage ist Anlass für eine Debatte. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Die Diskussion über das  politische Erbe von Karl Marx ist am Donnerstagabend mit zunehmender Schärfe erneut geführt worden. Anlass war ein Antrag der AfD-Fraktion, Vertreter der Opferverbände kommunistischer Gewalt und der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen beim Erstellen einer Texttafel zu beteiligen. Dieses Schild – so hat es der Stadtrat bereits am 6. April 2017 beschlossen – soll das Wirken von Karl Marx in einen historischen Kontext einordnen und in der Nähe der Statue auf dem Simeon­stiftplatz angebracht werden.

Die Begründung durch Fraktionssprecher Michael Frisch  blieb nicht ohne Gegenrede, wobei er besonders mit Reiner Marz (Bündnis 90/Die Grünen) einen zunehmend heftigen Disput führte. Doch eine Verbalattacke des AfD-Chefs gegen die Fraktion der Linken war es schließlich, die Oberbürgermeister Wolfram Leibe zum Einschreiten nötigte.

„Dass die Linke als Nachfolger der Mauermörderpartei SED nicht für ein kritisches Schild ist, wundert mich nicht.“ Für diese Aussage wurde Frisch von Leibe gerügt: „Zu unserem Stadtrat gehört ein Ton, der gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck bringt!“ Der Antrag der AfD wurde am Ende ebenso mit großer Mehrheit abgelehnt wie der Vorschlag der FDP, an der Diskussion über den Text interessierte Bürger und Gruppen zu beteiligen.

Baudezernent Andreas Ludwig widersprach Vorwürfen, die Verwaltung habe den Stadtratsbeschluss für die Plakette ignoriert. „Wir haben einen Entwurf und hätten die Tafel gerne am 5. Mai aufgehängt. Leider sind wir bis dahin nicht fertig geworden.“ Ziel sei ein kurzer, knapper Text und ein Quellcode, der auf weitere Texte und das Karl-Marx-Haus verweise. Der Entwurf für den Text, der in Deutsch, Englisch, Chinesisch und in französischer Sprache verfasst werden soll, werde in der nächsten Sitzung des Steuerungsausschusses vorgestellt.

Bereits zu Beginn der Ratssitzung hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe die Anfrage der AfD beantwortet, ob die Verwaltung deren Befürchtung teile, dass die Karl-Marx-Statue zu einem internationalen Wallfahrtsort für Anhänger totalitärer marxistischer und kommunistischer Ideologien und Regime werden könnte? „Nein“, lautete die kürzeste aller möglichen Antworten.