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Wissenschaft, Abenteuer, Liebe und Humor

Bestsellerautor Marc Levy plaudert in Trier über sich und seinen Roman. TV-Foto: Anke Emmerling
Bestsellerautor Marc Levy plaudert in Trier über sich und seinen Roman. TV-Foto: Anke Emmerling
Der französische Bestsellerautor Marc Levy hat in der Mayerschen Buchhandlung aus seinem Roman "Am ersten Tag" gelesen. Dabei ließ er die Zuhörer nicht nur in eine Abenteuer- und Liebesgeschichte mit philosophischem Hintergrund, sondern auch in seinen persönlichen Schaffensprozess eintauchen.

Trier. (ae) "Wo beginnt die Morgendämmerung?" Mit dieser Frage beginnt Marc Levys Roman "Am ersten Tag". Ein zehnjähriger Junge stellt sich diese Frage. Später ist er Astrophysiker und sucht nach den Ursprüngen des Universums.

Schon als Marc Levy diesen Prolog zur Einführung seiner Hauptfigur im französischen Original liest, drängt sich der Eindruck einer persönlichen Verwobenheit auf. Die bestätigt er in einer Plauderei mit Lektorin und Dolmetscherin Eleonore Delair. Er selbst sei der schüchterne Junge gewesen, den seine Frage nach den Ursprüngen des Universums und der Menschheit nie losgelassen habe. Deshalb sei der Roman entstanden, deshalb seien die Hauptfiguren ein Astrophysiker und eine Archäologin.

Doch, wie die auf Deutsch von Schauspieler Helmut Becker gelesenen Passagen verdeutlichen, geht es nicht nur um Wissenschaft. Die Protagonisten werden in ein Abenteuer verstrickt, das sie um die Welt und zueinander führt. Mit alten Legenden- und Thriller-Elementen betritt Levy dabei Genre-Neuland im Stil der von ihm bewunderten Indiana-Jones-Geschichten.

Doch wie in seinen früheren Romanen spielen Liebe und Freundschaft eine Hauptrolle. Auch hier, so offenbart der Autor, schöpfe er aus eigenen Erlebnissen. Vielleicht ist es das, was die Zeichnung der Beziehungen so lebendig macht, sicher ist es sein feiner Humor, den Levy in seinen Plaudereien spielen lässt. Etwa, wenn er sagt: "Ich habe das Problem, dass meine Figuren zum ersten Mal intelligenter sind als ich."

Auffallend ist, dass er seine Helden nicht mit äußeren Merkmalen beschreibt. "Ich möchte, dass man größtmögliche Freiheit für die eigene Vorstellung hat", sagt der Autor. Die behält sich Levy schließlich selbst vor, vor allem was die Mischung zwischen fiktiven und realen Szenarien angeht.

So wie Jules Vernes, dessen Visionen irgendwann von der Realität eingeholt worden seien, könne es auch ihm gehen. Das Ende von "Am ersten Tag" nehme Details aus gerade aktuell entstandenen Satellitenbildern vorweg.