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Verbraucher
Wochenmärke in Trier: Alles frisch, bald auch am Abend?

Der Wochenmarkt auf dem Viehmarktplatz ist beliebt, besonders freitags. Ob die Anordnung der Stände optimiert werden kann, soll überprüft werden. Auch ein Abendmarkt soll ausprobiert werden, auf dem Hauptmarkt.
Der Wochenmarkt auf dem Viehmarktplatz ist beliebt, besonders freitags. Ob die Anordnung der Stände optimiert werden kann, soll überprüft werden. Auch ein Abendmarkt soll ausprobiert werden, auf dem Hauptmarkt. FOTO: TV / Roland Morgen
Trier. Die Stadtverwaltung macht sich Gedanken über die Attraktivität der Trierer Wochenmärkte. Wie ist Ihre Meinung? Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Dienstags und freitags auf dem Viehmarkt, samstags auf dem Domfreihof – an diesen Tagen und Orten können die Verbraucher in Trier frische Waren vom Erzeuger kaufen. Doch wie attraktiv ist dieses Wochenmarkt-Angebot, das sich auf den Vormittag beschränkt? Thomas Schmitt, Dezernent für Kultur, Tourismus, Stadtmarketing, Sicherheit und Ordnung, hat den Mitgliedern des von ihm geleiteten Stadtrat-Ausschusses III die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt, die dieser Frage auf den Grund gehen soll. Mögliche Konsequenzen: Der Samstagsmarkt auf dem Domfreihof steht auf der Kippe. Auf dem Hauptmarkt könnte im kommenden Sommer mittwochs das Experiment eines Abendmarkts starten. Am Standort Viehmarkt und den dafür festgelegten Wochentagen soll sich vorläufig nichts ändern.

Der Blick auf die Details ist interessant: Das Ordnungsamt Trier und die TTM (Trier Tourismus und Marketing GmbH) sind gemeinsam für die Wochenmärkte verantwortlich. Deshalb war am Dienstagabend auch TTM-Geschäftsführer Norbert Käthler ins Rathaus gekommen, um die Ergebnisse der Umfrage mit zu präsentieren und zu diskutieren. Von April bis Juni waren alle 30 Marktbeschicker, 132 Marktkunden und 97 Passanten in der Stadt befragt worden. „Die guten Schulnoten für unser derzeitiges Marktangebot haben uns etwas überrascht“, gab Käthler zu. Tatsächlich bewerteten die Kunden Qualität, Atmosphäre und den freundlichen Umgang auf dem Viehmarkt sogar mit sehr gut.

Stärkster Markttag ist der Freitag. Dass sich daran voraussichtlich nicht schnell etwas ändern wird, zeigen die Antworten der Marktbesucher, die überwiegend für Freitag und Dienstag als Markttage plädierten. Angesichts der Absage fast aller Beschicker für einen Markt am Samstag hat sich die Diskussion über einen neuen Wochentag zudem schnell erledigt. Viele Erzeuger sind am Samstag bereits an anderen Standorten, auch in Luxemburg, verplant und haben deshalb kein Interesse an einem neuen Termin für Trier.

Eindeutig ist auch das Plädoyer der Händler (90 Prozent) für den Viehmarkt. 78 Prozent der Marktbesucher bevorzugen ebenfalls diesen Platz im Vergleich zum derzeitigen Ersatzstandort Augustinerhof oder dem Domfreihof (jeweils 15 Prozent). Etwas weniger deutlich wird die Standortfrage lediglich von den Passanten beantwortet, wobei Touristen nicht befragt worden sind.

Die klare Präferenz habe vermutlich etwas mit der besseren Erreichbarkeit zu tun, analysiert Thomas Schmitt. Der Dezernent kann allerdings nicht verstehen, warum auf die Frage nach den Kritikpunkten das Parken an erster Stelle genannt wird. „An den Markttagen ist die Tiefgarage am Viehmarkt nachweislich nicht stark belegt. Warum viele Leute einfach nicht wahrhaben wollen, dass die Parkgebühren dort günstiger sind als auf dem Augustinerhof, geht mir nicht in den Kopf.“ Für 30 Minuten Parkzeit werden in der Viehmarkt-Tiefgarage 80 Cent verlangt.

Wichtigstes Erfolgskriterium für den Markt ist der Verkauf durch Erzeuger und ein möglichst vielfältiges Angebot. Auch das zeigen die Umfrageergebnisse deutlich. Als Beleg dafür sehen TTM-Chef und Dezernent auch den „eher toten“ Samstagsmarkt auf dem Domfreihof. Ob der eine Zukunft hat, soll in den kommenden Monaten überprüft werden. Und auch der Wunsch – vor allem der befragten Passanten – nach einem Angebot am Nachmittag und Abend wird berücksichtigt.

„Wir werden versuchen, so etwas im kommenden Sommer mittwochs von 16 bis 20 Uhr auf dem Hauptmarkt auszuprobieren“, so der Vorschlag von Dezernent Thomas Schmitt, dem die Ausschussmitglieder zustimmten. Gemeinsam mit einigen Betreibern der Hauptmarktstände und einigen klassischen Marktbeschickern soll die kritische Masse für das erfolgreiche Experiment erreicht werden. „Wenn sich mehr Interessenten melden, können wir auch auf den Viehmarkt umziehen.“