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Zebra Club startet neu: Basteln, wo andere Party machen

Der neue Betreiber des Zebra Clubs, Mike Bosnjak, will ein anderes Publikum in seine Räume holen.
Der neue Betreiber des Zebra Clubs, Mike Bosnjak, will ein anderes Publikum in seine Räume holen. FOTO: Lisanne Dornof
Trier. Eine neue Geschäftsführung ist da – jetzt weht ein neuer Wind durch die Diskothek Zebra Club in der Trierer Innenstadt. Die Zielgruppe wird ausgeweitet. Und der Club soll mehr können als nur Musik.

Der Zebra Club am Stockplatz 2a in Trier hat den Betreiber gewechselt. Nach sechs Jahren Agentur 3MB & Co. KG (Geschäftsführer: Andreas Berg) ging es Anfang Dezember unter gleichem Clubnamen, aber mit neuem Leiter und Team weiter (der TV berichtete).

Mike Bosnjak heißt der neue Chef. Was man in anderen Trierer Clubs noch vergeblich sucht, versucht der 25-Jährige anzubieten. Neben längeren Öffnungszeiten (jede Woche Donnerstag bis Samstag, regulär ab 23 Uhr) hat der neue Betreiber noch weitere Änderungen am alten Konzept vorgesehen.

„Wir spielen alles, was zu laufen hat“ , stellt Bosnjak klar. Ob dafür DJs aus Albanien oder Italien extra eingeflogen werden oder Hip-Hop-Live-Shows veranstaltet werden, Rock- oder Festival-Partys – der neue Betreiber steckt voller Ideen, wie er diese Pläne in Zukunft in die Tat umsetzen kann.

„Das hier soll kein High-Class-Club werden, aber wir setzen auf Qualität.“ Es soll nicht nur ein Klientel angesprochen werden, sondern „alle sollen hier ihren Spaß haben“. Denn auch Besucher jenseits der 30 sind willkommen. Eine Ü-30-Party ist in der Silvesternacht geplant sowie After-Work-Partys unter der Woche. Wann Feierabend im Zebra Club ist, entscheidet dabei nicht der Club, sondern der Besucher: „Wenn hier 20 Leute sind, dann trink’ ich mein Red Bull, und dann machen wir auch bis 10 Uhr morgens.“

Mehr als zuvor setzt der Zebra Club 2.0, so nennt sich das neue Konzept, auch auf Mottos. Bei der Beach-Party wird etwa alles mit Sand ausgelegt, und alle müssen barfuß herumlaufen. Bei den Getränken sollen Besucher im neuen Zebra-Club ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn: „Wo findet man sonst sechs Gin-Sorten?“

Für die Zukunft kann sich Bosnjak gut vorstellen, dass im Club nicht nur gefeiert wird, sondern auch gebastelt oder klassisch getanzt. „Warum soll der Laden unter der Woche leer stehen, wenn Tanzschulen die Räume nutzen oder Bastelkurse stattfinden könnten?“ Sein junges Alter von 25 Jahren, das ihm manche als Nachteil auslegen würden, sieht er als Chance: „Ich kenne die Zielgruppe gut, weil ich selbst dazugehöre.“

Er ist vor sechs Jahren für sein Jura-Studium nach Trier gezogen. Vor wenigen Wochen kam die Bestätigung von der Universität: Das Staatsexamen ist bestanden. Während des Studiums konnte er viele Erfahrungen in der Branche sammeln: „Sieben Jahre lang habe ich neben dem Studium in der Gastronomie gearbeitet, und seit fünf Jahren bin ich in Clubs tätig.“

Zu einem eigenen Club hat ihn seine Reise nach Nordamerika motiviert. Die Feierstimmung dort habe ihn inspiriert, sagt Bosnjak. „Die haben kein Schamgefühl, die rasten total aus.“ Sein Ziel ist es, einen Teil dieser Lebensfreude nach Trier zu bringen - am wohl traditionsreichsten Diskostandort der Stadt.