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Zschäpe-Anwalt Stahl fordert Aussetzung des Trierer Drogenprozesse

Trier. Wolfgang Stahl, einer der Rechtsanwälte von Beate Zschäpe im Münchener NSU-Prozess, hat beantragt, dass die zurzeit vor dem Trierer Landgericht laufende Verhandlung, bei der ein Drogenring angeklagt ist, auszusetzen. Stahl verteidigt einen der insgesamt fünf angeklagten mutmaßlichen Drogenhändler. Christiane Wolff

Das Gericht hatte im Vorfeld der Verhandlung nur drei Prozesstermine angesetzt. Die vom Gericht am Montag angekündigten weiteren Prozesstermine seien zu kurzfristig angesetzt worden, als dass er diese wahrnehmen könne, erklärte Stahl am heutigen Prozesstag. Unter anderem würden sich die Trierer Termine mit seinen Verhandlungstagen im Münchener NSU-Prozess überschneiden. "Hätte das Trierer Gericht seine Termine rechtzeitig festgesetzt, hätte ich diese mit meinen Kollegen im Münchener Prozess koordinieren können. So kurzfristig ist das allerdings nicht möglich", sagte Stahl. In München vertritt Stahl die Angeklagte Zschäpe zusammen mit drei Kollegen.

Weil wegen seiner Unabkömmlichkeit in den nächsten drei Wochen kein Termin in Trier absehbar sei, müsste der hiesige Drogenprozess ausgesetzt - und sein Mandant aus der Untersuchungshaft entlassen werden, beantragte Stahl: "Eine Verlängerung der U-Haft durch die zwingend notwendige Aussetzung des Prozesses ist meinem Mandanten nicht zumutbar."

Das Gericht hat sich derzeit zur Beratung von Stahls Anträgen zurückgezogen.

Update 16:25 Uhr: Drogenprozess: Zschäpe-Anwalt hält Trierer Gericht für befangen