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Zusammen um die halbe Welt: Wilhelmine und Desider Zupan aus Trier wohnten in acht verschiedenen Ländern

Zusammen mit dem Kürenzer Ortsvorsteher Bernd Michels (links) schauen sich Wilhelmine und Desider Zupan das alte Familienalbum an. Hinter ihnen steht eine Kommode aus Hongkong. TV-Foto: Julia Schneider
Zusammen mit dem Kürenzer Ortsvorsteher Bernd Michels (links) schauen sich Wilhelmine und Desider Zupan das alte Familienalbum an. Hinter ihnen steht eine Kommode aus Hongkong. TV-Foto: Julia Schneider FOTO: Julia Schneider (jas) ("TV-Upload Schneider"
Trier. Eigentlich begann alles mit einer kleinen Flunkerei: Nachdem sich Desider und Wilhelmine Zupan in einem Kino in Bonn kennengelernt hatten, begleitete er sie nach Hause. Julia Schneider

Schließlich wohne er ja ganz in der Nähe, wie er behauptete. Beim Abschied aber fragte er sie nach dem Weg in ein vollkommen anderes Stadtviertel - wo er in Wirklichkeit zu Hause war. Aus diesem Vorwand entstand eine Liebesgeschichte, die mittlerweile schon über 60 Jahre andauert.

Von Anfang an war klar, dass das Wort "Heimat" für die beiden fremd sein sollte: Desider Zupan arbeitete im Auswärtigen Amt. "Wenn du eine Zigeunerin sein willst, dann nimm mich", hatte Zupan seiner Frau damals gesagt. "Und sie wollte mich. Und war immer dabei", erzählt er heute.

Auch die drei Kinder des Ehepaares waren stets an ihrer Seite: Thomas, der Älteste, Alexander, der Jüngste, und Michael, der 2011 mit gerade einmal 50 Jahren an einem plötzlichen Herztod verstarb.

Das gleiche Schicksal hätte Anfang vergangenen Jahres auch Desider Zupan ereilen können, hätte seine Frau nicht die Symptome eines Herzinfarktes erkannt und blitzschnell gehandelt.

So schwer es die Zupans im Leben auch hatten, so glückliche und schöne Geschichten können sie heute erzählen. "Aber nicht das Kamel!", mahnt Wilhelmine ihren Mann, als er zum Reden ansetzt.

Nach den ersten Auslandsaufenthalten in Frankreich und Afghanistan sollte Zupan nach Norwegen versetzt werden. Dagegen protestierte er bei seinem Arbeitgeber aber lautstark: "Wenn's so kalt ist, hört mein Gehirn auf zu arbeiten!"
Sein Gesuch wurde erhört, und wenig später machte sich das Ehepaar auf den Weg ins Gegenteil vom eisigen Norwegen: Johannisburg in Südafrika. Als die nach eigenen Aussagen schönste Zeit dort zu Ende war, ging es noch weiter über die Türkei, Italien, China und Slowenien, bevor Desider Zupan pensioniert wurde. Sieht man sich in der Wohnung des Ehepaars in ihrer Wahlheimat Trier um, wird gleich klar: Die Reisen haben ihre Spuren hinterlassen. "Unsere Wohnung ist eigentlich ein Museum", erklärt Wilhelmine Zupan.

Und wirklich: Möbelstücke aus Hongkong, Messing aus Istanbul und viele weitere Mitbringsel erinnern an eine lange, aufregende Lebensgeschichte.