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Trierer Bischof Ackermann wird Sonderbeauftragter für den Themenbereich „Sexueller Missbrauch“

Trierer Bischof Ackermann wird Sonderbeauftragter für den Themenbereich „Sexueller Missbrauch“

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (46) ist ab sofort besonderer Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der Kirche.

Das hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zum Abschluss der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Freiburg bekannt gegeben.

Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Wochen bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester an Minderjährigen hatte sich die Vollversammlung der Boschöfe in den vergangenen Tagen mit dem Thema beschäftigt. Bischof Ackermann wird sich am Freitag bei einer Pressekonferenz in Trier zu seiner neuen Aufgabe zu Wort melden, teilte die bischöfliche Pressestelle in Trier mit.

Erzbischof Zollitsch kündigte an, dass Bischof Ackermann in seiner neuen Funktion von einem Büro unterstützt werde, das im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet werde. „Es wird die Zusammenarbeit zwischen den Bistümern und mit den Orden in allen relevanten Fragen ausbauen und für die Verbindung mit den zivilgesellschaftlichen Initiativen und staatlichen Aktivitäten sorgen. Wir starten zudem eine bundesweite Hotline zur Information in Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“, kündigte Zollitsch an.

Zollitsch dankte allen, die derzeit dabei mithelfen würden, „Unrecht und Leid im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger im kirchlichen Bereich aufzuklären und aufzuarbeiten“. Erzischof Zollitsch: „Wir Bischöfe stellen uns unserer Verantwortung. Wir verurteilen die Verbrechen, die Ordensleute sowie Priester und Mitarbeiter unserer Bistümer begangen haben. Beschämt und schockiert bitten wir alle um Entschuldigung und Vergebung, die Opfer dieser abscheulichen Taten geworden sind.“ Notwendig sei eine „ehrliche Aufklärung, frei von falscher Rücksichtnahme“. Darauf hätten die Opfer ein Recht.

Der Erzbischof nahm auch Bezug auf die 2002 erarbeiteten „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“. Diese legten unter anderem fest, dass es in jedem Bistum Ansprechpartner gebe, an die man sich im Verdachtsfall oder mit Fragen wenden könne. „Wir werden klären, wie ihre Auswahl noch verbessert werden kann und ob ihre Arbeit durch weitere Personen und Ombudsleute ergänzt werden soll“, sagte Zollitsch. Mit Hilfe unabhängiger externer Berater würden die Leitlinien und ihre Umsetzung bis zum Sommer überprüft und weiterführende Vorschläge gemacht werden.

Weiter sagte der Erzbischof, dass auch die frühzeitige Einschaltung der Staatsanwaltschaften von besonderer Bedeutung sei: „Wir unterstützen die Behörden aktiv bei ihrer Arbeit.“ Wichtig sei es darüber hinaus auch, die Vorbeugung zu stärken. „Wir fordern die Gemeinden und besonders die Verantwortlichen in unseren Schulen und der Jugendarbeit auf, eine Kultur des aufmerksamen Hinschauens zu pflegen“, sagte der Erzbischof. Zur Vorbeugung gehöre auch eine sorgfältige Ausbildung der künftigen Priester.