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Trierer Bischof lässt Aids-Pfarrer freie Hand

Kümmert sich in Südafrika um aidsinfizierte Kinder wie die kleine Nobathembuin: der Bitburger Priester Stefan Hippler. Foto: privat
Kümmert sich in Südafrika um aidsinfizierte Kinder wie die kleine Nobathembuin: der Bitburger Priester Stefan Hippler. Foto: privat
Trier. Im innerkirchlichen Konflikt um den romkritischen Aids-Priester Stefan Hippler (Foto) gibt es eine Lösung: Der 49-jährige Eifeler kümmert sich auch die nächsten fünf Jahre in Südafrika um HIV-Infizierte. Darauf haben sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann und das Kapstädter Erzbistum verständigt.

(sey) Der Gründer des weltweit beachteten südafrikanischen Hilfs- und Betreuungsprojekts „Hope“ (Hoffnung), Stefan Hippler, bleibt im Auftrag der Kirche am Kap. Das bestätigte am Montag der Trierer Bischof Stephan Ackermann (46) im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Bistum Trier stelle dem Erzbistum in Kapstadt Hippler für die nächsten fünf Jahre zur Verfügung, sagte Ackermann. Ein dementsprechender Vertrag sei von beiden Seiten unterzeichnet worden. Stefan Hippler wird damit zwar vom Bistum Trier bezahlt, ist aber für die Arbeit in Südafrika quasi freigestellt. Dort soll er sich federführend um mehrere kirchliche Aids-Projekte kümmern – im Prinzip also das, was der 49-Jährige jetzt auch schon macht.

Das Engagement des mehrfach ausgezeichneten Eifeler Priesters ist in der katholischen Kirche umstritten – insbesondere wegen der Forderung Hipplers, der Papst solle den Gebrauch von Kondomen endlich zulassen. Vor anderthalb Jahren musste Hippler deshalb auf Druck der Deutschen Bischofskonferenz eine Lese-Reise absagen; vor wenigen Monaten machte die Nachricht bundesweit Schlagzeilen, dass Hipplers auslaufender Südafrika-Vertrag vom Auslandssekretariat der Bischofskonferenz nicht verlängert werde.

Triers Bischof Stephan Ackermann kündigte darauf hin an, sich persönlich um den Fall zu kümmern. Mit der jetzt gefundenen Lösung kommt sein Heimat-Bistum Hippler weit entgegen. „Ein von Vertrauen und Vernunft geprägter Ausweg, der der Kirche und den Menschen dient“, sagte Hippler in einem Telefonat mit dem TV.

Der Marx-Nachfolger Stephan Ackermann ist heute seit 100 Tagen im Amt. Ob seine Stelle als Trierer Weihbischof neu besetzt wird, ist noch nicht entschieden. „Ich habe den Antrag in Rom gestellt, aber noch keine Rückmeldung“, sagte Ackermann im Gespräch mit unserer Zeitung.