Trierer Bischof: Mehr Geld für Missbrauchsopfer

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Missbrauchsopfer von Priestern oder Ordensangehörigen können auf eine deutlich höhere Entschädigung hoffen. Das sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann bei einem Besuch in der TV-Redaktionskonferenz.

Missbrauchsopfer von Priestern oder Ordensangehörigen  können auf eine deutlich höhere Entschädigung hoffen. Das sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann bei einem Besuch in der TV-Redaktionskonferenz. Nach Angaben des kirchlichen Missbrauchsbeauftragten wird in einer Arbeitsgruppe derzeit über Entschädigungssummen bis 300 000 Euro diskutiert.

Nach einer Vereinbarung der Bistümer und Ordensgemeinschaften werden Missbrauchsopfer bislang mit bis zu 5000 Euro entschädigt, in besonders schweren Fällen auch höher. Laut zuletzt veröffentlichten Zahlen hat das Bistum Trier 475 000 Euro Entschädigung an Opfer gezahlt. 104 Betroffene hatten sich bis Ende vergangenen Jahres gemeldet. Insgesamt seien 96 Anträge „auf materielle Leistung in Anerkennung des Leids“ bewilligt worden, sagte Bistumssprecherin Judith Rupp.

Das ausgezahlte Geld, im Durchschnitt knapp 5000 Euro,  stammt nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls.

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Nach Angaben des Trierer Bischofs profitieren auch die bereits entschädigten Opfer von höheren Zahlungen. Über das Prozedere müsse aber noch gesprochen werden, sagte Stephan Ackermann.

Die Frage der Entschädigung steht auch auf der Tagesordnung der bevorstehenden Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe. Bereits ab Freitag dieser Woche beraten Bischöfe und Laienvertreter über die nächsten Schritte des sogenannten synodalen Wegs. Dabei geht es um Reformen in der katholischen Kirche und um Themen wie Sexualmoral, die Rolle der Frauen oder die Frage nach Macht und Gewaltenteilung.

Beim TV-Redaktionsbesuch sprach sich der Trierer Bischof erneut gegen eine Weihe von Frauen zu Priesterinnen aus. „Ich halte das nicht für den richtigen Weg“, sagte der 56-Jährige. Ackermann verteidigte zugleich die bevorstehende Strukturreform im Bistum, bei der aus 887 Pfarreien 35 Großpfarreien werden. Das sei Auftrag der von ihm seinerzeit eingesetzten Synode gewesen, so der Trierer Bischof: „Allein wäre ich nicht auf die Idee gekommen, die Zahl der Pfarreien derart zu reduzieren.“

Nach Angaben Stephan Ackermanns sollen nächste Woche die Leitungsteams für die Anfang kommenden Jahres an den Start gehenden 15 ersten Großpfarreien im Bistum bekanntgegeben werden. Das Leitungsteam besteht aus drei Hauptamtlichen und zwei Ehrenamtlichen. Einer der drei Hauptamtlichen ist der Pfarrer. Die geteilte Verantwortung soll zu einer anderen Qualität von Führung und Leitung führen, heißt es.

Die übrigen 20 XXL-Pfarreien sollen bis spätestens 2022 eingerichtet werden.

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