Trierer Gefängnis wird geschlossen – Was passiert mit den 120 Bediensteten?

Kostenpflichtiger Inhalt: Justiz : Trierer Gefängnis wird geschlossen, Wittlich ausgebaut – CDU-Sprecher kritisiert Pläne scharf

Das Trierer Gefängnis wird spätestens 2028 geschlossen. Eine entsprechende Entscheidung ist nach Informationen von volksfreund.de heute vom rheinland-pfälzischen Kabinett verabschiedet worden. Im Gegenzug soll das Gefängnis in Wittlich ausgebaut werden. Der offene Vollzug in Saarburg soll offenbar bleiben.

In der dortigen alten Anstalt könnten bis zu 325 zusätzliche Haftplätze geschaffen werden. Mit rund 900 Plätzen wäre Wittlich dann eines der größten Gefängnisse in Deutschland.

Über das drohende Aus für Trier war schon seit längerem spekuliert worden. Das Gefängnis, in dem rund 170 Häftlinge einsitzen, gilt als stark renovierungsbedürftig. Zudem ist der Personaleinsatz angeblich überproportional hoch.

Der Trier angegliederte offene Vollzug in Saarburg soll offenbar bleiben. Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Bernhard Henter, kritisierte die Schließungspläne. Er habe bislang kein überzeugendes Argument gehört, dass die Schließung rechtfertige, sagte der Konzer Landtagsabgeordnete volksfreund.de

Im Trierer Gefängnis arbeiten 120 Justizbedienstete. Aus informierten Kreisen verlautete am Dienstag, dass bis zum Umzug nach Wittlich ein Drittel der Trierer Beschäftigten im Ruhestand sein soll. Für etwa die Hälfte der verbleibenden Bediensteten werde der neue Arbeitsweg kürzer, für die andere Hälfte werde über Ausgleichsregelungen nachgedacht.

Justizstaatssekretär Philipp Fernis (FDP) will die Mitarbeiter nach Informationen von volksfreund.de heute Mittag auf einer Pressekonferenz über die Pläne informieren. Zeitgleich geht in Mainz Justizminister Herbert Mertin vor die Presse.

Das Trierer Gefängnis wurde 1977 in Betrieb genommen. In der Justizvollzugsanstalt sind Untersuchungsgefangene untergebracht und Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verbüßen.