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Infrastruktur
Die Schule bekommt ihre rote Mensa

So sieht der Mensakomplex (rote Fassade) aus, der auf dem oberen Schulhof der Grundschule Föhren gebaut werden soll. Der untere Schulhof wird neu gestaltet. Das Gebäude links mit der großen Fensterfront wird aufgestockt, damit bei Bedarf zwei neue Klassenräume zur Verfügung stehen.
So sieht der Mensakomplex (rote Fassade) aus, der auf dem oberen Schulhof der Grundschule Föhren gebaut werden soll. Der untere Schulhof wird neu gestaltet. Das Gebäude links mit der großen Fensterfront wird aufgestockt, damit bei Bedarf zwei neue Klassenräume zur Verfügung stehen. FOTO: KBH Architektur
Schweich/Föhren. Die Ganztagsschule in Föhren wird für mehr als zwei Millionen Euro aufgewertet. Eine Mensa wird gebaut, Dächer werden saniert und der Schulhof renoviert. Ein Grund dafür, dass die Baukosten gestiegen sind, liegt unter der Erde. Von Albert Follmann
Albert Follmann

Im Nachhinein sind die Kosten für die Erweiterung  der Grundschule Föhren gestiegen – und das in beträchtlichem Ausmaß. In einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bauausschusses der Verbandsgemeinde Schweich kamen die neuesten Zahlen auf den Tisch. Vor allem unter der Erde sind die Ursachen für die Preisexplosion  zu suchen, aber auch saftige Preissteigerungen in der Baubranche tragen zu den Mehrkosten bei.

Nach Auskunft von Bürgermeisterin Christiane Horsch muss auf dem Gelände des oberen Schulhofs eine alte Kanalleitung verlegt werden. Das Mischwasserrohr verlaufe ausgerechnet dort, wo der Baukörper für Mensa und Betreuungsräume (Baukosten rund 1,1 Millionen Euro) entstehen soll. Auch Kanal- und Wasseranschlüsse am Schulgebäude müssen erneuert werden.

Die Kosten für die Anschlüsse und die Verlegung des Sammlers beziffert das Planungsbüro BFH-Ingenieure (Trier) auf 95 000 Euro. Die Arbeiten sollen während der Sommerferien ausgeführt werden. Auf die Frage von Ausschussmitgliedern, warum diese Kosten erst jetzt aufgetaucht seien, wusste auch die Bürgermeisterin keine befriedigende Antwort: „Das hat sich so entwickelt, die Kosten wurden vorher nur teilweise ermittelt.”

Weil der obere Schulhof durch den Neubau größtenteils wegfällt und die Pausenfläche stark sanierungsbedürftig ist, soll der untere Schulhof erneuert werden. Die Spiel- und Sportgeräte vom oberen Teil sollen teilweise übernommen werden, auch sind Spielmarkierungen auf dem Pflaster vorgesehen. Laut Planer Ulrich Hower vom Trierer Büro KBH-Architektur sind insgesamt Kosten von 200 000 Euro für Abbruch- und Erdarbeiten, Wegebau, Geländer und Bepflanzung zu erwarten. Einzelheiten sollen noch mit der Schulleitung besprochen werden.

Nach Mitteilung der Verwaltung konnten im Gespräch mit dem Schulelternbeirat und der Schulleitung einige Differenzen in Gestaltungsfragen ausgeräumt werden. Keine Annäherung gab es in der Frage, welche Farbe die Fassade des Mensa-Baukörpers haben soll. Die Schulvertreter plädierten für ein dunkles Rot, Planer und Verwaltung schwebte eher ein dezenterer sandfarbener Ton vor. Dies sei eine Geschmacksfrage, bemerkte der Ausschuss und entschied sich mehrheitlich dafür, dem Schulvorschlag zu folgen (siehe Planskizze). Favorisiert werden für die Fassade pflegeleichte und witterungsbeständige Kunststoffplatten.

Höhere Kosten gibt es auch bei der geplanten Dachsanierung an der Föhrener Schule. Architekt Rolf Schuh vom Büro Schuh & Weyer war vor einem knappen Jahr im Rat noch von 545 000 Euro für die Sanierung der Flachdächer von Schulgebäude und Turnhalle ausgegangen. In diesen Kosten ist auch die Aufstockung eines Gebäudetrakts enthalten. Die neuen Räume sollen bei Bedarf für die Unterbringung von zwei Schulklassen genutzt werden. Unter Berücksichtigung aktueller Anforderungen an Brandschutz, Statik und Entwässerungsleitungen sowie der voraussichtlichen Baupreisanpassung bis zum Baubeginn im Jahr 2019 müsse von Bruttogesamtkosten von 637 000 Euro ausgegangen werden, sagte Schuh.

Weitere 25 000 Euro wären fällig gewesen, hätte sich der Ausschuss für eine aufwendigere Walmdachkonstruktion entschieden. Das tat er aber nicht. Er plädierte für Satteldächer, obwohl das Walmdach im Bauantrag vorgesehen war. Laut Architekt Schuh hatte sich der statische Mehraufwand für ein Walmdach erst bei späteren Untersuchungen herausgestellt.