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90 Sekunden singen für einen Traum

Kevin freut sich auf seine Chance. Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Hübner
Kevin freut sich auf seine Chance. Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Hübner
Schweich/Berlin. Die Stimme Deutschlands könnte dieses Jahr aus Schweich kommen: Kevin Staudt hat es am Donnerstag in der Fernsehsendung "The Voice of Germany" in die nächste Runde geschafft. Nena hat für ihn auf den Buzzer gedrückt. Barbara Cunietti

388 Fans hat er schon auf seiner Facebook-Seite. Kevin Staudt ist 21 Jahre alt und kommt aus Schweich. Am Donnerstagabend hat er seinen größten und auch vermutlich kürzesten Auftritt: In der Show "The Voice of Germany" wird er 90 Sekunden lang für Millionen Zuschauer singen.

Beweisen soll er, dass er das Zeug zur "Stimme Deutschlands" hat. Eine gute Portion Musikerfahrung bringt der junge Schweicher mit. "Mit drei habe ich angefangen Klavier zu spielen", sagt er, "mit elf habe ich dann mit der Gitarre begonnen".
Während der Schulzeit am Gymnasium hat er in einer Band gespielt. Und das hat ihn zum Singen gebracht: "Es war sehr schwierig, einen Sänger zu finden, so habe ich angefangen."
Der Junge mit dem breiten Lächeln und dem Bubikopf ist nun allein unterwegs. Er und seine Gitarre. Vor allem Rock und Pop sind seine Musikrichtungen. Neben der Musik hat er einen Minijob. In der Region tritt er in Pubs und Bars auf. Eine größere Bühne hat er allerdings im Internet gefunden. Auf der Video-Plattform You Tube hat er sogar knapp 1000 Abonnenten. "Es ist erstaunlich, wie Musik verbindet", sagt Kevin, "ich habe durch meine Videos Leute aus der ganzen Welt kennengelernt". Daher freut er sich auf seiner Facebook-Seite auch auf Englisch und Spanisch über die Einladung zur Show.

"The Voice of Germany" entwickelt sich in mehreren Phasen. Momentan läuft die Blind Auditions-Runde (blindes Vorsingen). Blind, weil die vier Juroren Nena, Xavier Naidoo, The Boss Hoss und Rea Garvey in einem Drehstuhl mit dem Rücken zur Bühne sitzen. "Das ist fair, weil es auf diese Weise nur um die Stimme und um den Gesang geht", sagt Kevin.

Wenn ein Jurymitglied einen Kandidaten in seinem Team will, dann stimmt es für ihn und dreht sich, um den Auftritt zu sehen. Zumindest einen Juroren muss Kevin mit dem Lied der amerikanischen Band The Killers "Read my Mind" überzeugen, um in die zweite Phase zu gelangen.
"Ich werde mich auf die Stimme und auf die Emotionen, die ich damit ausdrücken kann, konzentrieren." Anders als in anderen Shows sucht sich hier der Kandidat selbst ein Team, wenn mehrere Juroren für ihn stimmen. "Musikalisch ist mir Rea Garvey sehr affin", sagt Kevin, "doch auch Nena mag ich sehr". In den Stunden bis zum Auftritt versucht Kevin, einen Mittelweg zwischen harter Arbeit und Entspannung zu finden. Mit den anderen Teilnehmern wohnt er nun in einem Hotel in Berlin. Die Konkurrenz sei hart, "es ist der Wahnsinn, ich habe noch keinen schlechten Sänger gehört", sagt der 21-Jährige. Gegen diese starke Sänger muss er sich durchsetzen, um seinen Traum zu verwirklichen: "Ich will es schaffen, von der Musik zu leben".

Extra

Luxemburger dabei: Die Blind Audition hat James Borges, 24-Jähriger aus Rumelange, Luxemburg, schon hinter sich. Nun ist er im Team von The Boss Hoss. Die beiden haben als Erstes für ihn gestimmt. Nur Nena ist von James nicht ganz so begeistert. Sie empfand den Gesang des Luxemburgers als zu hektisch. bc