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A 64-Ausbau über das Biewerbachtal: Es bleibt eng für mindestens drei weitere Jahre

Eine Spur mehr wünschen sich viele Verkehrsteilnehmer auf der Bierwerbachtalbrücke. Damit es auch abends schneller vorangeht. TV-Foto: Friedemann Vetter
Eine Spur mehr wünschen sich viele Verkehrsteilnehmer auf der Bierwerbachtalbrücke. Damit es auch abends schneller vorangeht. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier/Aach. Der Protest folgt normalerweise auf dem Fuße. Sobald ein neues Verkehrsprojekt aus der Taufe gehoben wird, gibt es Kritiker, die die Pläne ablehnen. Beim vierspurigen Ausbau der Biewerbachtalbrücke im Zuge der A.64 sieht das bis jetzt anders aus. Ein Baubeginn steht derzeit jedoch noch nicht fest. Harald Jansen

Sie sind so etwas wie die verkehrspolitischen Heiligen Drei Könige der Region Trier: Nordumfahrung, Westumfahrung und der vierspurige Ausbau der Biewerbachtalbrücke. Seit Jahren wüschen sich viele Verkehrsteilnehmer, dass diese Projekte realisiert werden. Viele Bürger haben gerade mit den beiden Umfahrungen ihre Probleme. Offen ist, ob sie je realisiert werden (siehe Extra). Einzig beim Brückenbau herrscht Einigkeit.

Täglich 30.000 Fahrzeuge

Einigkeit herrscht, weil dieser Teil der A.64 einer der Flaschenhälse im Verkehrssystem rund um Trier ist. Rund 30.000 Fahrzeuge sind dort an normalen Werktagen unterwegs. Tendenz steigend. Besonders morgens und abends kommt es immer wieder zu zäh fließendem Verkehr oder zum Stau. Unter anderem deshalb, weil auf der Brücke nicht mehr als 80 Kilometer pro Stunde erlaubt sind.

Es werden noch einige Monate ins Land gehen, ehe Bauarbeiten beginnen. Denn nach Auskunft des zuständigen Landesbetriebs Mobilität müssen noch naturschutzrechtliche Fragen abgestimmt und alte Pläne überprüft werden. Die rechtlichen Grundlagen für den Bau der Autobahnbrücke stammen aus den 1970er Jahren und entsprechen den damaligen Anforderungen an solche Genehmigungen. Damit ist jedoch heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Deshalb muss nachgebessert werden.

Auch die bereits bestehenden Fundamente müssen noch einmal überprüft werden. Schließlich wurde beim Bau der Strecke im Bereich zwischen Trier-Biewer und Aach genauso wie bei der A.60 zwischen Prüm und der belgischen Grenze alles für vierspurige Brücken vorbereitet. Das bedeutet, dass Fundamente errichtet wurden. Sie befinden sich östlich der bestehenden Brückenkonstruktion.

Gebaut wurden in der Eifel und im Biewerbachtal jedoch teilweise nur Brücken, die Platz für zwei Fahrspuren haben. Unter anderem wegen mehrerer tödlich verlaufender Verkehrsunfälle ist in der Eifel Jahre später nachgebessert worden. Inzwischen stehen dort vier Spuren zur Verfügung, da neben die alte Brücke eine neue gestellt worden ist. Trotz einiger ebenfalls schwerer Unfälle vor, auf und hinter der Biewerbachtalbrücke ist dies bisher unterblieben. Stattdessen haben die Straßenplaner versucht, dem steigenden Verkehrsaufkommen mit einer neuen Markierung beizukommen. Zwei Spuren sind in Fahrtrichtung Ehrang auf den Asphalt gepinselt worden, eine Richtung Luxemburg.

Der Landesbetrieb hofft, dass bis zum Herbst kommenden Jahres die Genehmigung für die zweite Brückenhälfte vorliegt. Anschließend könnte gebaut werden. Vermutlich wird es drei Jahre dauern, ehe das erste Auto auf neuer Fahrbahn zwischen dem Moseltal und der luxemburgischen Grenze fahren kann. Bisher wird mit Kosten in Höhe von rund 14 Millionen Euro für das Projekt gerechnet.
Extra

Im Bundesverkehrswegeplan sind die wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland festgeschrieben. Rheinland-Pfalz hat 80 Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen (Autobahnen und Bundesstraßen) angemeldet. Dazu gehören unter anderem der A-1-Lückenschluss, der vierspurige Ausbau der A 60 zwischen Prüm und Winterspelt, der vierstreifige Ausbau der A.64 zwischen der B-51-Anschlussstelle Trier und Trier-Ehrang sowie der Neubau von Ortsumgehungen Igel (B.49), Trier-Zewen (B.49), Ayl (B.51) und Hermeskeil (früher B.52, heute L.51).
Eher ungewöhnlich ist, dass das Berliner Verkehrsministerium von sich aus die Projekte Moselaufstieg (Westumfahrung Trier) und Nordumfahrung (Meulenwaldautobahn) in die Prüfliste aufgenommen hat. Die rot-grüne Landesregierung hatte sich gegen den Bau der beiden Straßen ausgesprochen
Ursprünglich sollte der Entwurf im Herbst vorliegen. Eine Liste wird es laut Ministerium erst für das kommende Jahr geben. hw/har