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Aktion Blau gegen Algengrün im Trierweilerer Dorfteich

Neue Uferstreifen und ökologische Vielfalt statt Algenwucherung sollen den Dorfteich in Trierweiler aufwerten und sicherer machen. TV-Foto: Martin Recktenwald
Neue Uferstreifen und ökologische Vielfalt statt Algenwucherung sollen den Dorfteich in Trierweiler aufwerten und sicherer machen. TV-Foto: Martin Recktenwald FOTO: Martin Recktenwald (ten) ("TV-Upload Recktenwald"
Trierweiler. Der Dorfteich in Trierweiler ist aus Sicherheitsgründen teilweise abgelassen worden. Nun sieht es so aus, als ob es eine Lösung für die Wasserfläche gibt. Martin Recktenwald

Von einem auf den anderen Tag hatte Matthias Daleiden ein Problem. Denn dem Ortsbürgermeister von Trierweiler wurde eher zufällig klar, dass es mit dem Dorfteich im Ortsteil Trierweiler nicht so weitergehen konnte wie bisher (der TV berichtete). Der Teich liegt unweit von Grundschule und Kindertagesstätte und müsste eigentlich so eingezäunt sein, dass kein Kind hineinfallen und zu Schaden kommen kann. Deshalb wurde das Wasser teilweise abgelassen. Der Verbandsgemeinderat Trier-Land hat nun beschlossen, Zuschüsse für die Renaturierung aus dem Fördertopf der Aktion Blau zu beantragen. Dieses Programm aus Landes- und vor allem EU-Mitteln würde 90 Prozent der auf rund 360 000 Euro geschätzten Kosten übernehmen. Den Rest wird die Ortsgemeinde Trierweiler tragen.

Ortsbürgermeister Matthias Daleiden sagt: "Wir müssten ohnehin am Teich neue Befestigungen bauen und auch die Bänke ersetzen. Durch die Teilnahme an dem Programm spart Trierweiler mehrere Hunderttausend Euro."

Das Planungsbüro Hömme hat bereits eine 77-seitige Machbarkeitsstudie für das gesamte Gewässersystem Stegbach erstellt. Zu diesem für Vorhaben der Aktion Blau ins Auge gefassten System gehören Stegbach, Katzenbach, Udelfanger Bach, Zinziger Bach und eben auch der Trierweiler Bach.

Mit Letzterem soll nun im ersten Schritt begonnen werden. Vorgesehen sind: ein Rückbau der Bachbefestigungen, die naturnahe Gestaltung des Bachlaufs, das Abholzen von Gehölzen, die üblicherweise nicht an einem Bach wachsen, sowie ein durchgängiger Gewässerrandstreifen. Der ehemalige Dorfteich soll wieder ökologisch auf Vordermann gebracht werden. Und auch das Ufer soll neu gestaltet werden: Statt steiler Mauern wird es einen weitläufigen Randstreifen geben. Dadurch soll die Gefahr gebannt werden, dass spielende Kinder versehentlich ins Wasser rutschen. Die Wege zur Teichanlage werden ebenfalls neu geplant. So soll der Zugang von der Seniorenresidenz aus verbessert werden. Schließlich wird noch eine alte Brücke ersetzt. Der Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Hömme und der Förderantrag an die Aktion Blau werden nun von der Verbandsgemeinde Trier-Land in Angriff genommen. Im laufenden Haushalt sind bereits 100 000 Euro für die Projekt-Planung vorgemerkt. Weitere Mittel müssten für die Haushalte 2018 und 2019 noch beschlossen werden. Frühestens dann kann mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Extra

Ziele der Aktion Blau plus

(cmk/alf) Das Landesprogramm Aktion Blau plus läuft noch bis 2021. Nach Auskunft der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord stehen bis dahin 40 Millionen Euro bereit, die im Kreis Trier-Saarburg sowie in der Stadt Trier für die Umgestaltung von Gewässern abgerufen werden können. Bei der Aktion Blau geht es darum, Gewässer, die eingeengt, begradigt, verlegt oder verbaut worden sind, wieder naturnaher zu gestalten. Durch die Aktion gefördert wurde bisher unter anderem die Renaturierung des Feller Bachs in Fell, des Föhrenbachs in Föhren und Schweich, des Lehmbachs in Schweich, des Kahlenbachs in Bekond, des Schantelbachs in Leiwen und des Nosserbachs sowie des Fellerbachs in Fell. In der VG Ruwer wurde bisher der Kundelbach in Kasel renaturiert. In der VG Trier-Land wurde beispielsweise der Nussbach in Welschbillig saniert, geplant ist die Außengebietsentwässerung rund um Zemmer.