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Wehrleiter kritisiert
Einsätze der Feuerwehren in der VG Trier-Land ändern sich

 Zehn größere Brände haben die Feuerwehrmänner und -frauen aus der Verbandsgemeinde Trier-Land im Jahr 2018 gelöscht. 20 Mal unterstützten sie die Rettungsdienste bei deren Arbeit.
Zehn größere Brände haben die Feuerwehrmänner und -frauen aus der Verbandsgemeinde Trier-Land im Jahr 2018 gelöscht. 20 Mal unterstützten sie die Rettungsdienste bei deren Arbeit. FOTO: Robert Schlesinger
Trier. 449 Mal waren Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Trier-Land 2019 im Einsatz. Der Wehrleiter kritisiert, wofür die Helfer jetzt immer öfter ausrücken müssen.
Harald Jansen

Rein rechnerisch gesehen ist jeden Tag mindestens eine Wehr aus der Verbandsgemeinde Trier-Land im Einsatz. Doch das stimmt ebenso wenig wie die Annahme, dass die freiwilligen Einsatzkräfte nur Brände löschen. Denn nicht nur das Löschen von Feuern gehört zur Aufgabe der Wehren, sondern immer mehr Dienstleistungen, die man nicht unbedingt mit den Brandbekämpfern in Verbindung bringt. Dazu sagt Wehrleiter Jürgen Cordie in seinem Rechenschaftsbericht vor den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats Trier-Land, dass er bereits für das Jahr 2017 „auf die zunehmenden Alarmierungen für Türöffnungen, Tragehilfe für Rettungsdienste sowie Brandmeldeanlagen hingewiesen“ habe. Leider habe sich der Trend in diesen Bereichen fortgesetzt. „Es macht mich stark nachdenklich, wenn Ehrenamtliche für solche Aufgaben ihren Arbeitsplatz verlassen und gegebenenfalls Probleme mit dem Arbeitgeber bekommen.“

30 Feuerwehren mit 602 Mitgliedern, 15 Jugendfeuerwehren (250 Mitglieder) und zwei Bambinifeuerwehren (26 Jungs und Mädchen) sowie die Altersabteilung sind in der Verbandsgemeinde aktiv. 449 Mal Mal sind Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Trier-Land im vergangenen Jahr ausgerückt.

Cordie greift im Bericht unter anderem den Gebäudebrand in Welschbillig-Möhn am 17. April 2018 heraus. Nicht unbedingt deshalb, weil mangels eigener Drehleiter die der Berufsfeuerwehr Trier zum Einsatz gekommen ist. Bemerkenswert sei die sehr große Unterstützung und Mithilfe der Möhner Bevölkerung gewesen.

Beim Gebäudebrand in Zemmer am 23. Dezember sei es gelungen, dank gezielten Innenangriffs das Feuer innerhalb von 20 Minuten unter Kontrolle zu bekommen. Und das, obwohl beim Eintreffen der Wehr das gesamte Erdgeschoss in Flammen gestanden habe.

Auch der befürchtete Dammbruch des Prümstausees bei Biers­dorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) am 1. Juni habe die Wehren in hohem Maß gefordert. Zumal die Feuerwehrleute bereits in der Nacht zum 1. Juni mit den Auswirkungen von Unwettern in Ralingen-Edingen, Ralingen-Godendorf und Zemmer beschäftigt gewesen waren. In diesem Zusammenhang regt Cordie an, in den kommenden Jahren verstärkt Schmutzwasserpumpen und Nasssauger anzuschaffen, um Überflutungen Herr zu werden. Beispielsweise in der Verbandsgemeinde Ruwer ist man in dieser Beziehung schon weiter. Dort werden laut Haushaltsplan in diesem Jahr zwei sogenannte Hochwasser- Starkregensets für 40 000 Euro für die Wehren angeschafft.

Auch beim Gesundheitsschutz für die Mitglieder der Einheiten gibt es Unterschiede. Während man an der Ruwer in Absauganlagen investiert, damit die Lkw-Abgase sich rasch verziehen, wird in der VG Trier-Land abgewartet.

Denn anlässlich eines Ortstermins im Feuerwehrgerätehaus Igel sei laut Wehrführer Cordie von der Unfallkasse erklärt worden, dass eine Abgasabsauganlage nicht zwingend erforderlich sei. Der Gesundheitsschutz könne auch durch organisatorische Maßnahmen erreicht werden. Ob dem so ist, soll nach Auskunft von Bürgermeister Wolfgang Reiland im Gespräch mit dem Landesfeuerwehr­inspekteur geklärt werden.

Bis es soweit ist, werden keine Absauganlagen in der VG Trier-Land gebaut, sagt Reiland. Denn die Verbandsgemeinde müsse sparsam haushalten und dürfe nicht unnötig Geld ausgeben.