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Bitte einmal freundlich lächeln!

Die Messe wurde auf Deutsch gefeiert, die Predigt auf Englisch gehalten: Mit Pfarrer Jonas Weber und Diakon Herbert Knobloch betet der bolivianische Bischof Flock (Altar Mitte) das Vaterunser. Foto: Bischöfliche Pressestelle
Die Messe wurde auf Deutsch gefeiert, die Predigt auf Englisch gehalten: Mit Pfarrer Jonas Weber und Diakon Herbert Knobloch betet der bolivianische Bischof Flock (Altar Mitte) das Vaterunser. Foto: Bischöfliche Pressestelle FOTO: (h_tl )
Fell. Der bolivianische Bischof Robert Herman Flock hat die Pfarreiengemeinschaft Schweich besucht. Mit einer ungewöhnlichen Bitte überraschte er so manchen Kirchenbesucher.

Fell Es ist eine langjährige Partnerschaft, die Gäste aus dem lateinamerikanischen Bolivien auf Gemeindemitglieder von Fell treffen lässt: Das Bistum Trier hat seine Bolivienpartnerschaftswoche mit mehreren Gottesdiensten eröffnet, so auch in der Pfarreiengemeinschaft Schweich. Hier feierte Bischof Robert Herman Flock aus San Ignacio de Velasco gemeinsam mit Pfarrer (im Ruhestand) Jonas Weber und Diakon Herbert Knobloch Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin in Fell.
Mit der Bitte um "ein freundliches Lächeln," begrüßte Bischof Flock die Gemeinde nach dem Einzug in die Kirche. "Ich mache ein Foto für meine Facebook-Seite. Viele Menschen in Bolivien folgen mir da und sollen sehen, wo ich heute mit ihnen zusammen bin", erläuterte der bolivianische Gast. Vor 38 Jahren habe er in einem Kompaktkurs in Salzburg Deutsch gelernt, verriet Flock seinen Zuhörern in Fell und stellte in der auf Deutsch gehaltenen Messfeier unter Beweis, dass er die Sprache noch immer beherrscht. Seine Predigt hielt der gebürtige US-Amerikaner dann aber lieber auf Englisch, zumal er sich auf die Übersetzung durch Sophie Schneider, eine gerade erst aus Bolivien zurückgekehrte Freiwillige, verlassen konnte. Er freue sich sehr, an diesem Morgen mit vielen Menschen im Gottesdienst und bei der anschließenden Begegnung die langjährige Partnerschaft und Freundschaft leben zu können, die das Bistum Trier und Bolivien verbinden. "Trotz der Verschiedenheit unserer Kulturen schätzen wir uns", sagte Flock. Diese Wertschätzung werde umso größer, als sie mit der Größe und Güte Gottes zu tun habe. "Viele Probleme in der Welt bestehen, weil Menschen sich nicht kennenlernen", die Partnerschaft der Bistümer sei da ein positives Gegenbeispiel. Die Feller Kirche gebe ihm das Gefühl, Zuhause zu sein, stellte der Bischof fest. Sie sei nur etwas kleiner als seine Heimatkirche in Wisconsin in den USA. Von seinem jetzigen Amtssitz, der Kirche in San Ignacio im Erzbistum Santa Cruz de la Sierra im Osten Boliviens, unterscheide sich St. Martin Fell allerdings sehr. Bolivien habe kulturell unterschiedlich geprägte Regionen, so etwa den von den Anden geprägten Osten, schilderte das Kirchenoberhaupt und machte seine Zuhörer auf die bunten Tücher auf Altar und Ambo sowie auf die Stolen der Priester aufmerksam. "Diese leuchtenden Farben symbolisieren Erde, Himmel und das Leben. Es sind die Farben der Menschen im bolivianischen Hochland."
"Es sei ihm eine große Ehre, den bolivianischen Gast in der Gemeinde begrüßen zu können", betonte Ortsbürgermeister Alfons Rodens zum Abschluss des vom Martinus-Chor unter Leitung von Julius Gorges musikalisch gestalteten Gottesdienstes. In einem kurzen Überblick zeichnet er die Erfolgsgeschichte der Bolivienpartnerschaft nach, die inzwischen seit 57 Jahren besteht. Gerade heute sei es wichtig, das Motto der Partnerschaftswoche ernst zu nehmen, das "gemeinsame Haus aufzubauen und zu schützen". Unter diesem Leitwort wurden in der gerade zu Ende gegangenen Bolivien-Partnerschaftswoche Initiativen der bolivianischen Kirche zu Klimaschutz und zur Bewusstseinsbildung vorgestellt.