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Dorfentwicklung
Zemmers Konzept für die Zukunft

Die Fidei-Arbeitsgruppe mit (von links) Ortsbürgermeister Edgar Schmitt, Michael Ludwig, Andreas Flämig, Roland Hinzmann, Frank-Peter Holz, Adele Müller und Karl-Heinz Hött.
Die Fidei-Arbeitsgruppe mit (von links) Ortsbürgermeister Edgar Schmitt, Michael Ludwig, Andreas Flämig, Roland Hinzmann, Frank-Peter Holz, Adele Müller und Karl-Heinz Hött. FOTO: Albert Follmann
Zemmer. Ein kostenloser Bürgerbus sowie ein Treff- und Veranstaltungsraum sollen die Kommunikation fördern und die Lebensqualität in der Mehrortsgemeinde verbessern.
Albert Follmann

Mit der Floskel, dass früher, als es noch mehr Geschäfte, Kneipen, Vereine und Treffpunkte im Ort gab, die Welt viel besser war, will sich die Gemeinde Zemmer nicht abfinden. Sie möchte dem Verfall der Infrastruktur und dem fortschreitenden demografischen Wandel aktiv entgegentreten. Und das möglichst bald.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich eine Projektgruppe mit dem Namen „Bürgertreff Fidei” Gedanken darüber gemacht, wie das Miteinander in dem 3000-Einwohner-Ort gestärkt werden kann.

Die Ergebnisse wurden Anfang September auf Bürgerversammlungen in den Ortsteilen Zemmer, Rodt, Schleidweiler und Daufenbach präsentiert. „Die Resonanz war positiv”, sagt Ortsbürgermeister Edgar Schmitt. Vor allem zum Thema Bürgerbus seien viele Fragen und Anregungen gekommen.

Der Bürgerbus nach dem Vorbild von Speicher (VG Bitburg-Land) und Schöndorf (VG Ruwer) ist eine von drei Säulen, auf die Zemmer baut. Eine weitere ist der Bürgertreff – ein Raum, in dem sich Jung und Alt zwanglos treffen können, und in dem Veranstaltungen und Kurse stattfinden. Beispielsweise Seniorensport. Ein auf 450-Euro-Basis angestellter „Kümmerer” soll – unterstützt von weiteren ehrenamtlichen Helfern – die Organisation des Treffs übernehmen. Die Stelle ist bereits vom Gemeinderat abgesegnet.

Der Bürgertreff: Im Clubhaus der Spielgemeinschaft (SG) Fidei am Sportplatz in Schleidweiler steht nach Auskunft von Ortsbürgermeister Schmitt vorübergehend ein Raum für den Bürgertreffpunkt zur Verfügung. Die dauerhafte Bleibe soll später im geplanten Bürgerhaus am „Eckelchen” sein, das ist am Schleidweilerer Sportplatz.

Wie mehrfach berichtet, möchte die Gemeinde dort ein Gemeindezentrum mit Bürgerhaus und Kindergarten errichten. Geplant ist, die bestehenden Bürgerhäuser in Zemmer und Schleidweiler zu schließen; das Bürgerhaus in Daufenbach, das in Trägerschaft des Heimatvereins ist, soll bleiben. Das „Eckelchen” liegt ziemlich genau zwischen den Ortsteilen Zemmer, Rodt und Schleidweiler.

Der Bürgerverein: Ein gemeinnütziger Bürgerverein soll neben dem Bürgerbus und dem Bürgertreffpunkt der dritte Baustein für das neue Miteinander der Generationen in Zemmer werden. Der Verein bildet nach Vorstellung der Projektgruppe die organisatorische Grundlage für alle Aktivitäten.

Der Bürgerbus: Ein Neunsitzer-Kleinbus soll möglichst bald Bewohner der Großgemeinde Zemmer kostenlos befördern. Mitfahren können in erster Linie Personen, die nicht mobil sind. Etwa gehbehinderte Menschen oder ältere Mitbürger.

Angedacht sind zunächst zwei Fahrtage in der Woche mit Routen innerhalb der vier Ortsteile, aber auch nach Orenhofen, Speicher, Kordel und gegebenenfalls nach Schweich und zum Krankenhaus nach Trier-Ehrang. Es werden Fahrten zu Ärzten, zum Einkaufen oder zu anderen Zwecken angeboten. Die Fahrgäste werden an der Haustür abgeholt und auch dorthin zurückgebracht; tags zuvor können sie ihre Wunschroute telefonisch anmelden.

Der Bus soll entweder im alten Feuerwehrgerätehaus in Zemmer oder auf dem Bauhof stationiert werden. Dazu Ortsbürgermeister Schmitt: „Wir wollen das Ganze flexibel gestalten. Wenn die Fahrt morgens von Schleidweiler aus los geht, dann steht der Bus auch sinnigerweise beim dortigen Fahrer.”

Wer möchte mithelfen? Es werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht, darunter Fahrer, Beifahrer und Personen für die Telefonzentrale. Zwölf Rückmeldungen hat es nach Auskunft von Edgar Schmitt bereits nach den Bürgerversammlungen gegeben. Weitere Interessierte können sich beim Ortsbürgermeister oder den Ortsvorstehern melden. Der Versicherungsschutz für die Fahrer sei kein Problem, sagt Schmitt. Es werde lediglich ein ärztliches Attest benötigt.

Damit die Leasingraten für den Bürgerbus nicht an der finanziell klammen Gemeinde hängenbleiben, erhofft sich die Projektgruppe finanzielle Unterstützung durch heimische Firmen. Bereits in den kommenden Tagen werden Gewerbetreibende mit der Bitte um Spenden angeschrieben.

Im Gespräch mit dem TV verweist die Projektgruppe darauf, dass der Bürgertreff keine Konkurrenz zu den Vereinen darstellen soll. Im Gegenteil: Man wolle mit den Vereinen zusammenarbeiten und deren Angebote ergänzen. Ähnliches gelte für den Bürgerbus. Er soll dem öffentlichen Personennahverkehr keine Kunden wegnehmen.