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Das Ende einer beliebten Abkürzungsstrecke

Ab sofort regiert schweres Gerät in Kasel: Kurz nach Beginn der Arbeiten im ersten Bauabschnitt unterhalb der Pfarrkirche. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Ab sofort regiert schweres Gerät in Kasel: Kurz nach Beginn der Arbeiten im ersten Bauabschnitt unterhalb der Pfarrkirche. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Kasel. In Kasel hat der Umbau der Ortsdurchfahrt begonnen. Die insgesamt vier Bauphasen werden voraussichtlich erst im Hochsommer 2012 abgeschlossen sein. Viele Autofahrer aus dem Ruwertal müssen daher umdenken: Als kürzeste Anbindung an die B 52 fällt die enge Ortsdurchfahrt während der langen Bauzeit aus. Friedhelm Knopp

Kasel. Die begonnene Umgestaltung der Ortsdurchfahrt bringt vielen Kaseler Anrainern einen monatelangen Baustellenbetrieb vor ihre Haustüren. Trotzdem werden die meisten aufatmen: Der unablässige Durchgangsverkehr vom Ruwertal zur B 52, der sich täglich durch die enge Gemeindestraße zwängte, wird seit Donnerstag stark eingebremst. Die Strecke dürfte für die meisten "Transitreisenden" somit schnell ihre Attraktivität verlieren.
Umleitung der Ortsdurchfahrt


Der erste Bauabschnitt reicht von der Einmündung St-Irminen-Straße bis zur Einmündung Neustraße. Seit gestern ist die Ortsdurchfahrt dort komplett gesperrt. Die Umleitung führt durch die enge St.-Irminen-Straße. Da dies auf der rund 200 Meter langen Straße nur einspurig möglich ist, wird der Verkehr durch eine Baustellenampel geregelt.
"Wegen der Länge der Umleitungsstrecke sind deutliche Wartezeiten vor den Ampeln unvermeidbar", erklärt Bauleiter Wolfgang Thielen von der Beauftragten Firma Max Düpre. Genannt werden Rotlichtphasen von fünf Minuten Dauer und länger - Genaueres werde sich im laufenden Betrieb ergeben. Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald kann dem Ganzen auch einen positiven Aspekt abgewinnen: "Wer dort auf der Durchfahrt zur B 52 zwei oder mehr Rotphasen in der Schlange abstehen muss, der überlegt sich, ob er noch mal wiederkommt oder lieber gleich eine andere Strecke wählt."
Die nun laufende erste Ausbauphase wird voraussichtlich bis August dauern. Schon in den Sommerferien soll parallel zu den Restarbeiten im ersten Abschnitt die zweite Bauphase im unteren Teil der Ortsdurchfahrt, Bereich "Arkaden", beginnen. Der Busverkehr durch den Ort wird während der Ferienzeit eingestellt. Angefahren werden dann nur noch die Haltestellen auf der Bahnhofstraße. Insgesamt ist die Umgestaltung der rund 600 Meter langen Ortsdurchfahrt in vier Phasen unterteilt. Erst 2012 beginnen im oberen Ortsbereich die Arbeiten am dritten und vierten Bauabschnitt. Die Planer rechnen mit einer Gesamtbauzeit bis in die Sommerferien 2012.
Ortsbürgermeister Ewald hofft, dass die Straße durch die Neugestaltung ihre Anziehungskraft auf den Durchgangsverkehr verliert. "Wichtigstes Element wird der später durchgehende Bürgersteig sein", sagt Ewald. Die Fahrbahn werde dadurch noch enger, die Durchfahrt zeitraubender.
KANALSANIERUNG


Vor dem Straßenausbau in Kasel sind zunächst die Verbandsgemeindewerke Ruwer mit Tiefbauarbeiten am Zuge. Entlang der gesamten Strecke werden der Abwasserkanal saniert und eine neue Frischwasserleitung verlegt, wobei die Werke auch alle Hausanschlüsse erneuern. Erst nach Abschluss dieser Tiefbauarbeiten beginnt in den jeweiligen Bauabschnitten die eigentliche Neugestaltung der Straße. Die Gesamtkosten betragen rund 1,1 Millionen Euro (mit Kanal und Wasserleitung). Rund 230 000 Euro erhält die Gemeinde vom Land für den Straßenausbau. Die verbleibenden rund 650 000 Euro werden je zu 50 Prozent aus dem Haushalt und über wiederkehrende Beiträge durch die Kaseler Hauseigentümer finanziert. f.k.