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Die Bagger rollen für die Pluwiger Villa

Pluwig. An der Wilzenburger Straße in Pluwig herrscht seit vergangener Woche reges Treiben. Die Arbeiten für das ambitionierte Wohnbauprojekt "Villa Pluviacum" sind gestartet. Die Firma Reh, Klauck & Co. GmbH baut dort eine Art Mehrgenerationenhaus mit neun Eigentumswohnungen - Ausblick über Pluwig und das Ruwertal inklusive. Sven Eisenkrämer

Pluwig wächst und gedeiht wie kaum ein zweites Dorf in Rheinland-Pfalz. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde um mehr als 30 Prozent von einst 1300 auf nun 1700 Menschen gesteigert. Da passt das Vorhaben von Wolfgang Klauck, selbst Pluwiger, wie die Faust aufs Auge: Klauck treibt mit seiner Firma Reh, Klauck & Co. GmbH gerade ein ambitioniertes Wohnbauprojekt in dem Ort voran.

Hier, hinter dem ersten Berg von Trier aus in Richtung Hochwald, auf einer Terrasse über dem Ruwertal, auf der schon Römer gesiedelt haben sollen, entsteht nun an der Durchfahrtsstraße die "Villa Pluviacum" - ein Wohngebäude in exponierter Lage mit neun Eigentumswohnungen auf vier Etagen. "Wir wollten das von Anfang an als eine Art Mehrgenerationenhaus verwirklichen, in dem junge Leute genauso ein Zuhause finden wie ältere", sagt Klauck. Das Gebäude und alle Wohnungen werden barrierefrei zugänglich sein, samt Aufzug bis unters Dach.
Günstigere Preise


Die Infrastruktur im Ort sei spitze, finden Klauck und auch Ortsbürgermeisterin Annelie Scherf, die das Treiben auf der Baustelle aus ihrem Pluwiger Lädchen schräg gegenüber beobachten kann. Hier gebe es mittlerweile alles, was man zum Leben benötigt. Vom Supermarkt mit Bäckerei über einen Metzger, Ärzte und eine Apotheke, Gaststätten bis zur Rettungswache im Ort - Pluwig ist nicht weniger gut ausgestattet als beispielsweise eins der Stadtteilzentren auf der Trierer Höhe. Kein Wunder also, dass die Bevölkerung stetig steigt. "Auch weil die Preise hier deutlich günstiger sind als beispielsweise auf der Trierer Höhe", sagt Klauck.

Immobilienmakler Björn Friedmann verdeutlicht es: Für Eigentumswohnungen zahle man hier in Pluwig 800, wenn nicht sogar 1000 Euro pro Quadratmeter weniger als in den beliebten Trierer Höhenstadtteilen Filsch, Irsch oder Tarforst. Und in fünf bis sieben Minuten sei man mit dem Auto dort, in 15 Minuten in der Trierer Innenstadt. Das sei auch der Grund, warum nun auch Investoren aus der Stadt hier raus aufs Land kommen - wie Reh, Klauck & Co, die jetzt direkt an der Hauptverkehrsstraße durch den Ort, der Wilzenburger Straße gelegen, ihr Projekt verwirklichen.
Vergangene Woche begannen die Erdarbeiten. 6000 Kubikmeter Erdreich und Felsen müssen bewegt werden - insgesamt 650 bis 700 LKW-Ladungen voll. Voraussichtlich bis Mitte oder Ende Mai wird gebaggert, und so lange fahren nun auch sechs bis acht LKW im ständigen Pendelverkehr das Erdreich weg.

Auf dem fast 4100 Quadratmeter großen Grundstück entstehen dann im Laufe der nächsten zwölf bis etwa 18 Monate eine Auffahrt, Parkplätze und das vierstöckige Gebäude mit Ausblick über Pluwig ins Ruwertal und auf die Osburger Höhe.

Die neun Wohnungen, zwischen 70 und 106 Quadratmeter groß, sind jetzt schon gefragt. "Es gibt schon Interessenten und Reservierungen", sagt Makler Björn Friedmann. Und Wolfgang Klauck ergänzt: "Seit hier die Bagger rollen, bekommen wir jeden Tag neue Anfragen. Wir sind mit der Nachfrage zufrieden."

Dass er hier bauen kann und will, verdankt Klauck auch Wolfgang Annen. Der Vorgänger von Annelie Scherf im Amt des Ortsbürgermeisters habe mit dem Gemeinderat den Ort so weit vorangebracht. Und die Nachfolgerin plant mit dem Rat schon nächste Projekte.
Frisches Obst und Gemüse


"Ich habe schon länger die Idee, einen Frischemarkt, vielleicht einmal die Woche, zu veranstalten", sagt Annelie Scherf zum Vorhaben, das aber noch in den Kinderschuhen steckt. Regionale Produzenten könnten dann frisches Obst, Gemüse und mehr auf einem Markt verkaufen.

Kulturell ist Pluwig für seine Größe ohnehin ganz vorne dabei. Nicht nur die beliebten Karl-May-Festspiele, sondern auch das komplette Kulturprogramm Pluwiger Sommer hat einiges zu bieten. "Das ist es, warum auch junge Menschen hier wohnen wollen. Pluwig hat ganz viel zu bieten und eine tolle Infrastruktur. Bei allem ist es aber immer noch ein Dorf. Das gefällt auch vielen Familien", sagt Scherf.

Und obwohl das Neubaugebiet Spatelweg noch nicht einmal ganz fertigbebaut ist, bekommt die Gemeinde immer wieder neue Anfragen auf Bauplätze. "Wir werden wohl nicht darum herumkommen, über ein weiteres Neubaugebiet nachzudenken. Aber das wird dann nur ein kleineres", sagt Annelie Scherf. Denn den Dorfcharakter will sie der Gemeinde Pluwig auf jeden Fall erhalten.