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DORFENTWICKLUNG

RIOL. Der Ortsgemeinderat Riol hat in seiner jüngsten Sitzung den überarbeiteten Bebauungsplan "Freizeitgebiet See" beschlossen. Außerdem gab der Rat dem Projekt eine neue offizielle Bezeichnung: "Freizeitpark Triolago an der Römischen Weinstraße". ARRAY(0x1f0bfa8f0)

Zum Einstieg in das Thema hob Ortsbürgermeister Arnold Schmitt das große Wohlwollen und Interesse hervor, das dem See-Projekt entgegengebracht werde. Dabei wies er auch auf ein positiv verlaufenes Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt der Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hin, an dem Planer, Vertreter der Ortsgemeinde und Investor Günter Becker teilgenommen hatten. Es ging dabei um die Frage, ob die geplante Infrastruktur des Freizeitsparks - etwa ein Restaurantgebäude - genehmigt werden könne, obwohl es im Mosel-Hochwasserbereich stehen würde. Schnell beraten und einstimmig beschlossen war im Anschluss der neue offizielle Projektname, da Investor Becker mit "Freizeitsee Triolago" (Triolago = Trier-Riol-Lago) eine brauchbare Vorlage geliefert hatte. Die Entscheidung fiel zugunsten von "Freizeitpark Triolago an der Römischen Weinstraße", weil "auch die umliegenden Orte der Römischen Weinstraße das Projekt mit großer Hoffnung beobachten".Kein Fahrzeugverkehr rund um den See

Zum Einstieg in den aktuellen Stand des Projekts erläuterte Landschaftsarchitekt Egbert Sonntag (Riol) die Entwurfsplanung für das Gesamtareal. Auch stellte er die vom Gersheimer Architekturbüro Mario Morschett ausgearbeiteten Gebäudeentwürfe für das Seerestaurant, für die Talstation der Sommerrodelbahn und für die Ferienhäuser vor. Diese Objekte bilden die Schwerpunkte des Freizeitparks. Durch ihre Verkehrsanbindung soll die Ortslage Riol nicht beeinträchtigt werden. Insbesondere wird sich der Fahrzeugverkehr der Tagesgäste weitgehend auf das Moselufer und die dort vorgesehenen Parkplätze beschränken. Anfahrten zur Talstation - die über Fußwege erreichbar ist - bleiben dem Lieferverkehr und dem Rettungsdienst vorbehalten. Die Anfahrt zu den Ferienhäusern ist nur den dort untergebrachten Gästen möglich. Architekt Sonntag: "Wir wollen um den See keinen Rund- und Suchverkehr." Das ursprünglich angedachte Hotel ist im Überschwemmungsgebiet nicht genehmigungsfähig. Möglich wäre ein "Seerestaurant" mit einer dem Umfeld angepassten Gastronomie. Dies bedeutet: kein Fünf-Sterne-Lokal, aber auch keine "Pommes-Bude". Der vom Architekturbüro Morschett eingereichte Entwurf sieht einen eingeschossigen Bau mit "verschachtelter Dachlandschaft" vor, der in seiner Umgebung nicht als "Klotz" wirken soll. Die Baumaterialien werden regionaltypisch sein: Schiefer, Bruchstein und Holzelemente. Im Innern sind 200 Sitzplätze vorgesehen. Eine zum See gerichtete Terrasse umfasst 200 Außensitzplätze. Das in Moselnähe und an der Zufahrtstraße gelegene Gebäude ist als einziges allgemein mit Auto und Bus erreichbar. Einer ähnlichen, der Umgebung angepassten Gestaltungslinie folgen die 27 geplanten Ferienhäuser und die in den Hang hinein gebaute Talstation der Sommerrodelbahn unterhalb der A-1-Morlesbach-Talbrücke. Das Gebäude ist funktional untergliedert in den Gästebereich mit Einfachgastronomie, technische Betriebsräume und Fahrzeughalle. In der Aussprache gab es insbesondere Fragen zu der insgesamt 1480 Meter langen Sommerrodelbahn (480 Meter gerade Bergauffahrt, 1000 Meter Kurvenfahrt bergab). Die aufgestelzte Konstruktion erfordere keine Tiefbauarbeiten im Wald, sagte Sonntag. Der Wald dort werde parkähnlich gestaltet - Nadelgehölze fallen, Laubbäume bleiben. Die auf vier Kunststoffrollen laufenden Schlitten erzeugten kaum Geräusche, betonte der Planer, der eine baugleiche Bahn bereits in Süddeutschland ausprobiert hat.Zunächst gibt es eine Bürgerversammlung

Die Zustimmung zur vorgestellten Entwurfsplanung erfolgte einstimmig. Das Bebauungsplanverfahren soll auf Beschluss des Rates nun mit der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet werden. Dazu ist in Kürze eine Bürgerversammlung vorgesehen.