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Drei Millionen Euro für neue Hauskläranlagen

Die Kläranlage in Trierweiler: Armin Hunsicker entnimmt eine Probe aus dem Belebungsbecken. Im Hintergrund ist das Silo mit dem Fäkalschlamm zu sehen. TV-Foto: Friedemann Vetter
Die Kläranlage in Trierweiler: Armin Hunsicker entnimmt eine Probe aus dem Belebungsbecken. Im Hintergrund ist das Silo mit dem Fäkalschlamm zu sehen. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier. Rund drei Millionen Euro kostet Grundstücksbesitzer in der Verbandsgemeinde Trier-Land die Umsetzung einer EU-Richtlinie zum Gewässerschutz. Bis Ende 2012 müssen etwa 400 Hauseigentümer, die nicht ans Kanalnetz angeschlossen sind, biologische Kläranlagen nachrüsten oder neu einbauen lassen. Albert Follmann

Trier. Grundstückseigentümer in Außenbereichen der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land haben einen großen Vorteil: Sie müssen keine Kanalgebühren zahlen. Schließlich wird ihr Abwasser ja auch nicht in einer Kläranlage gereinigt, sondern meist in Gruben gesammelt. Mit diesem finanziellen Privileg wird es Ende 2012 vorbei sein, denn dann tritt eine Gewässerschutz-Richtlinie der Europäischen Union (EU) in Kraft (der TV berichtete).

Danach dürfen die bisher üblichen Zwei- oder Dreikammer-Sickergruben nicht mehr betrieben werden, sofern sie kein geschlossenes System bilden. Es darf kein Abwasser mehr in die Umwelt gelangen, und das war bei Gruben mit Überläufen der Fall.

Gesamtinvestition von drei Millionen Euro

Rund 400 Grundbesitzer müssen alleine in der VG Trier-Land ihre mechanischen Hauskläranlagen aufgeben und biologische Kleinkläranlagen einbauen lassen. Ein kleiner Teil davon, überwiegend Wochenendhaus-Besitzer, rüstet nach Auskunft von Arndt Keilen von den VG-Werken auf geschlossene Sammelgruben um. Das sei zwar preiswerter als Bio-Anlagen, allerdings müssten die Gruben regelmäßig geleert werden, was auf Dauer sehr teuer sei. Keilen schätzt die durchschnittlichen Kosten für handelsübliche Kleinkläranlagen inklusive Einbaukosten auf rund 7500 Euro. Hochgerechnet sind das Gesamtinvestitionen von rund drei Millionen Euro zur Umsetzung der EU-Richtlinie alleine in Trier-Land.

In zwölf Bürgerversammlungen haben die Werke seit dem Frühjahr über die Neuerung informiert. Dabei sei man auf breite Akzeptanz gestoßen, sagt Keilen. Alle 400 Betroffenen seien angeschrieben worden, 150 habe man bis jetzt bei den Werken persönlich beraten. Einige Familien haben sich laut Keilen zum Einbau von Gemeinschaftskläranlagen entschlossen. Allerdings hätte sich auch rund die Hälfte aller Betroffenen noch nicht gemeldet.

Bürgermeister Wolfgang Reiland macht deutlich, dass die Werke bei denjenigen, die sich der Investition entziehen wollen, Zwangsmaßnahmen einleiten können. "Notfalls werden wir den Einbau übernehmen und in Rechnung stellen." Er hofft aber, dass die Direktive der EU einvernehmlich umgesetzt werden kann. Bis 2014 sollen Kersch, Hohensonne, Kreuzerberg, Neuhaus und Kimmlingen (zusammen rund 500 Einwohner) an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen sein. Weil diese Projekte im Abwasserkonzept stünden, werde die Überschreitung der EU-Frist toleriert. Reiland: "Es wäre ja Unsinn, wenn diese Leute noch für ein oder zwei Jahre Hauskläranlagen anschaffen müssten."Extra

Verbandsgemeinde Schweich: Wie Harald Guggenmos von den VG-Werken berichtet, müssen noch 35 Anwesen mit Kläranlagen ausgerüstet werden. Betroffen seien Gebäude in Bekond, beim Leinenhof (Schweich) und im "Dhrönchen" (Trittenheim). Am Rothenberg (Trier-Quint) sollen die Abwässer übers Netz der Stadtwerke entsorgt werden. Verbandsgemeinde Ruwer: Laut Markus Demuth von den VG-Werken sind 181 Grundstücksbesitzer kontrolliert und über Auflagen informiert worden; 18 stehen noch aus. Betroffen seien Wochenendhaus-Gebiete in Herl, Ollmuth, Pluwig, Gutweiler und Morscheid. alf