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Ein eigener Salon wäre sein Traum - Ein Iraner will in Schweich Friseur werden

In diesem Salon wird nicht über Integration geredet, sondern sie wird praktiziert. Der Iraner Benjamin Heydarpoor Balf absolviert seit August in Schweich eine Friseurausbildung. TV-Foto: Renate Scherf-Pitzing
In diesem Salon wird nicht über Integration geredet, sondern sie wird praktiziert. Der Iraner Benjamin Heydarpoor Balf absolviert seit August in Schweich eine Friseurausbildung. TV-Foto: Renate Scherf-Pitzing FOTO: Renate Scherf-Pitzing (pitz) ("TV-Upload Scherf-Pitzing"
Schweich. Der Iraner Benjamin Heydarpoor Balf macht eine Ausbildung zum Friseur. Bei seinen Kunden ist er beliebt. Renate Scherf-Pitzing

Benjamin Heydarpoor Balf (34) lebt seit 19 Monaten in Deutschland. Nun startet der Iraner mit einer Ausbildung zum Friseur bei Mikado Haarparadies in Schweich. Seine Heimat hat der junge Mann verlassen, nachdem er vom Islam zum Christentum konvertiert ist.

Während in Deutschland Religionsfreiheit besteht, gibt es die im Iran nicht. Schlimmer noch, wer konvertiert, muss um sein Leben fürchten. Angekommen mit dem Zug in München, weiter über Dortmund und dann nach Rheinland-Pfalz in die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende Trier (AfA), wohnte er schließlich in den Containern der AfA in Schweich.
Eine ehrenamtliche Helferin stellte den Kontakt mit der Friseurmeisterin Doris Karrenbauer her und fragte nach einem dreiwöchigem Praktikum. Benny, wie ihn die Kollegen inzwischen liebevoll nennen, ist eigentlich bereits Friseur. Doch in seiner alten Heimat dürfen Männer nur Männer frisieren und Frauen Frauen.

Seine Ausbildung wird daher in Deutschland nicht anerkannt. Also entschloss er sich zu einer neuen Ausbildung im bisherigen Beruf. Er nutzte die angebotene Fördermaßnahme Einstiegsqualifizierung (EQ), um die deutsche Sprache zu lernen, die Berufsschule zu besuchen und praktische Erfahrungen im Friseurhandwerk zu sammeln. Die Anstrengung hat sich gelohnt. Jetzt erhielt er von seiner Chefin den Ausbildungsvertrag überreicht.
Doris Karrenbauer: "Benjamin ist sehr fleißig, freundlich und aufmerksam. Er hat bereits eigene Kundschaft und ist bei seinen Kolleginnen und seinem Kollegen Norbert beliebt." Bei den anfänglichen Sprachproblemen hat ihn Norbert mit Englisch unterstützt, inzwischen beherrscht Benny die deutsche Sprache schon recht gut.

Er erzählt: "Ich habe im Iran studiert und war dort Lebensmittelkontrolleur. Was mir aber nicht gefallen hat. Dann habe ich einen neuen Beruf, Friseur, gelernt. Mein Ziel oder mein Traum ist nun, die Ausbildung hier bestmöglich abzuschließen, später meinen Meister zu machen und vielleicht einen eigenen Salon zu eröffnen."
Benjamin bezeichnet sich als Powermenschen. Er geht regelmäßig ins Fitness-Studio, lernt die Sprache ohne Sprachkurs und hat schon viele Freunde gefunden.
Er sagt: "Deutschland ist gut, ich mag die Menschen und habe mich hier sehr gut eingelebt."