| 20:41 Uhr

Ein gutes Jahr für den Wald

FOTO: (m_huns )
Schweich/Ruwer/Dhronecken. Der Leiter des Forstamtes Hochwald, Bernhard Buss, ist mit der Holzernte zufrieden. Auch der Absatz stimmt, dank der Baukonjunktur und der niedrigen Zinsen. Ab 2019 wird es aber schwieriger werden, das Holz zu vermarkten. Hans-Peter Linz

Schweich/Ruwer/Dhronecken Ein Jahr ohne größere Schäden und mit einer guten Ertragslage: Bernhard Buss, Leiter des Forstamtes Hochwald, ist mit der Entwicklung zufrieden. "Es war forstlich gesehen ein sehr erfolgreiches Jahr", sagt Buss. Sein Forstamt verwaltet etwa 20 000 Hektar Wald, so viel wie 20 000 Fußballfelder. Dazu zählen Waldflächen in den Verbandsgemeinden Thalfang, Hermeskeil, Ruwer, Trier-Land und Schweich. Insgesamt liegen 56 Ortsgemeinden im Bereich des Forstamtes Hochwald. 2015 fusionierten die ehemaligen Forstämter Dhronecken und Hochwald mit damaligem Sitz in Hermeskeil zum neuen Forstamt Hochwald mit Amtssitz in Dhronecken. Diese Fusion war eine Folge der Umstrukturierung der Forstämter im Zuge der Gründung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Von den insgesamt 20 000 Hektar Wald sind 13 000 Hektar Gemeindewald, 3500 Hektar Staatswald und 3500 Hektar Privatwald.
Und in all diesen Wäldern hat sich das Wachstum gut entwickelt. "Wir sind in diesem Jahr vor größeren Schäden verschont geblieben," sagt Buss. Nach dem trockenen Frühjahr habe man mit einem starken Borkenkäferbefall gerechnet. "Das hängt damit zusammen, dass diese Käfer sich gerade bei trockener Witterung gut ausbreiten können. Das hätte zu Schäden an den Fichten geführt", erklärt Buss.
Dann sei aber der Sommer sehr verregnet gewesen. Dieses feuchte Wetter, das manch einem die Ferienfreude trübte, habe in diesem Jahr für den Wald eine gute Seite gehabt. Buss: "Die Nässe hat die Borkenkäfer vertrieben."
War denn auch der Absatz bei der guten Holzernte vorhanden? "Auf jeden Fall, denn die Baukonjunktur läuft auf Hochtouren dank niedriger Zinsen, und für Baumaßnahmen wird Holz gebraucht. Das bedeutet, dass auch die Gemeindehaushalte in diesem Jahr nicht belastet werden, sondern vielmehr mit Gewinnen rechnen können. Insgesamt können wir gute Ergebnisse erwarten", meint Buss.
Der Frost zu Jahresbeginn sei im Übrigen für die Holzwirtschaft kein Thema, so der Forstspezialist. Während Obstbäume in den Ortschaften relativ früh treiben, würden sich die Bäume im Wald dafür Zeit lassen. Allerdings habe sich das trockene Frühjahr auf die Jungpflanzen ausgewirkt: "Da haben wir Trockenschäden zu verzeichnen, die wir im nächsten Jahr ausbügeln müssen." Die Stürme in den vergangenen Monaten hätten die Region aber verschont. "Da gab es starke Schäden in Mecklenburg-Vorpommern, Polen und Bayern", sagt Buss.
Da momentan die Holzernte in den Wäldern auf Hochtouren läuft, bittet Buss Wanderer und Spaziergänger um Verständnis. "Manche Wege sind jetzt nun einmal vermatscht, weil wir sie für unsere Maschinen brauchen. Bei Holzerntearbeiten werden die Arbeitsplätze und auch die Wanderwege abgesichert." Buss weist aber auf eine Veränderung hin, die voraussichtlich ab 2019 greifen wird. Dabei geht es um einen Streit um europäisches Kartellrecht. Demnach verstoßen zentral zuständige Forstämter gegen europäisches Kartellrecht. Nach einem entsprechenden Gerichtsurteil in Baden-Württemberg sei nun auch Rheinland-Pfalz betroffen.
Buss: "Die Forstvermarktung von Nadelrundholz soll ab 2019 kommunal verwaltet werden. Zwar bleiben die Forstämter zuständig, aber für den Verkauf wird es dann eine extra Organisation geben. Das wird dann unnötigerweise komplizierter werden."
Im Bereich des Forstamtes Hochwald fahren bis zu 25 LKW pro Arbeitstag im Durchschnitt 600 Festmeter Holz zu den Kunden. Im Jahr 2016 hat der öffentliche Wald Einnahmen von 7,5 Millionen Euro erzielt. Nach Abzug der Kosten kam dabei ein Nettoertrag von 1,5 Millionen Euro zusammen. Diese Einnahmen werden anteilsmäßig an die Gemeinden ausgeschüttet.

Ein Borkenkäfer. Die Schädlinge haben in diesem Jahr im Hochwald weniger Schaden angerichtet als zuerst befürchtet.
Ein Borkenkäfer. Die Schädlinge haben in diesem Jahr im Hochwald weniger Schaden angerichtet als zuerst befürchtet. FOTO: ARRAY(0xa4ceed0)