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Ganztagsschulangebot soll erweitert werden

Bald nicht nur in Schweich: Mittagessen in der Mensa einer Ganztagsschule. TV-Foto: Friedemann Vetter
Bald nicht nur in Schweich: Mittagessen in der Mensa einer Ganztagsschule. TV-Foto: Friedemann Vetter
Schweich. Auf der Suche nach einem zweiten und dritten Ganztagsschulstandort hat der Verbandsgemeinderat Schweich in seiner jüngsten Sitzung die Richtung vorgegeben. Die Grundschule Föhren gilt danach schon als "gesetzt". Über einen dritten Standort an der Mosel soll der Elternwille entscheiden. Friedhelm Knopp

Schweich. Die Grundschule Föhren könnte ab dem Schuljahr 2012/2013 zur Ganztagsschule werden. So hat der Verbandsgemeinderat Schweich am Dienstag nach längerer Debatte entschieden. Geleitet wurde die Sitzung vom ersten Beigeordneten Manfred Körner, der den erkrankten Bürgermeister Berthold Biwer vertrat. Als Standorte einer weiteren Ganztagsschule stehen seit Dienstag entweder Klüsserath oder Leiwen in der engeren Wahl.
Fragebogen an die Eltern


Um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, sollen auf Beschluss des Rates zunächst die Eltern des 1. bis 3. Schuljahres sowie der letzten beiden Kindergartenjahre befragt werden. Bei der Fragebogenaktion wird auch die "neue" Gemeinde Trittenheim mit eingeschlossen. In den Bögen können die Eltern die Grundschule in Schweich oder in Föhren als "Wahlstandort" für ein Ganztagsangebot ankreuzen. Für die Bewohner der östlichen Moselgemeinden in der VG stehen alternativ auch die Grundschulen Klüsserath oder Leiwen zur Wahl. Welche dieser beiden Schulen schließlich den Zuschlag erhält, soll also der Elternwille entscheiden.
Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Ganztagsschulangeboten. Die Bodenländchen-Grundschule in Schweich hat mit ihrem Ganztagsangebot bereits die Kapazitätsgrenze erreicht. Derzeit besuchen 307 Kinder die Schule, davon 188 als Ganztagsschüler. Ein Jahr zuvor waren es noch 296 Kinder, von denen 155 das Ganztagsangebot nutzten. 92 der Ganztagsschüler kommen aus Schweich, sieben aus Trier und 89 aus den Gemeinden der Verbandsgemeinde (VG). Die Prognosezahlen weisen weiter nach oben.
Die Schweicher Grundschule, die in Trägerschaft der VG Schweich steht, hat ihre räumliche Kapazität überschritten (TV vom Mittwoch). Rein rechnerisch würde die Zahl der auswärtigen Ganztagschüler in Schweich schon heute einen weiteren Ganztagschulstandort in der Verbandsgemeinde rechtfertigen. Hinzu kommt ein positives Signal aus Mainz: Ursprünglich sollten erst 2013 weitere Ganztagsschulen eingerichtet werden. Nun aber hat das Ministerium für Bildung und Wissenschaft den Termin auf den 1. August 2012 vorverlegt. Die Antragsfrist für interessierte Schulträger endet schon am 2. November 2011 - für die VG Schweich ist also Eile geboten.
Die Diskussion über die Vorgehensweise verlief zunächst kontrovers. Dazu trug auch ein Vorstoß des Kenner Ortsbürgermeisters Rainer Müller bei, der die gemeindeeigene Kenner Grundschule mit "ins Angebot" werfen wollte. Als Voraussetzung hätte Kenn aber noch eine Reihe kommunalrechtlicher Hausaufgaben erfüllen müssen - etwa die Abgabe der Trägerschaft an die VG. Doch dafür, so die Meinung des Rats, fehle angesichts der Antragsfrist bis 2. November die Zeit. Lange wurde der SPD-Vorschlag diskutiert, keine Standorte in den Fragebögen zu nennen und die Wahl ganz den Eltern zu überlassen. Solches Vorgehen führe nach Meinung der Mehrheit jedoch zu einem diffusen Meinungsbild ohne fachgerechte Standortbeurteilung.