| 16:26 Uhr

Infrastruktur
Turnhalle Kordel wird zur Geduldsprobe

Trier/Kordel. Die Generalsanierung dauert länger und wird teurer. Wenigstens die luxemburgischen Freunde sorgen für heitere Mienen im Verbandsgemeinderat Trier-Land.
Albert Follmann

Es liegt in der Natur der Sache, dass Kommunalpolitiker es manchmal mit erfreulichen, manchmal aber eben auch mit ärgerlichen Sachverhalten zu tun haben. In der Sitzung des Verbandsgemeinderats Trier-Land am Mittwochabend trafen Freud’ und Leid unmittelbar aufeinander.

Zunächst gab es großes Lob von allen Seiten für ein Vorhaben, das der Bürgermeister von Rosport-Mompach (Luxemburg), Romain Osweiler, im Rat vorstellte: Im luxemburgischen Sauerort Born soll ein Schulschwimmbad entstehen, das Grundschüler aus der Verbandsgemeinde Trier-Land möglicherweise mitbenutzen dürfen. Das Projekt mit angestrebtem Eröffnungstermin im Jahr 2022 ist noch nicht spruchreif; derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie (TV-Bericht folgt).

Als unangenehm und ärgerlich bezeichneten Bürgermeister Wolfgang Reiland und Sprecher der Fraktionen die Entwicklung beim nächsten Beratungspunkt: der Generalsanierung der Turnhalle Kordel. Die Instandsetzung kostet nach Mitteilung der Verwaltung knapp 1,1 Millionen Euro – doch das ist noch nicht alles. Die Konstruktion der abgehängten Decke der Halle sei vom beauftragten Architekturbüro falsch ausgeschrieben worden, heißt es in der Vorlage zur Sitzung. Es sei davon auszugehen, dass Mehrkosten von einigen Zehntausend Euro und eine Verzögerung im Bauablauf daraus resultieren.

Kordels Ortsbürgermeister Medard Roth zeigte sich empört: „Mir verschägt es die Sprache. Es gibt mehrere Sachen, die mich bei der Sanierung unserer Halle stören.“ Man sehe seit Wochen keinen Handwerker mehr auf der Baustelle, so Roth. Auch gebe es seit geraumer Zeit im Vereinshaus des Sportvereins und im Tennishaus keinen Strom, weil ein Kabel beschädigt, aber noch nicht repariert worden sei. Da komme noch eine Schadenersatzklage auf die Verantwortlichen zu.

Wie Architekt Eric Mathey vom Planungsbüro Mathey & Partner erläuterte, sei für die Kordeler Halle eine Standarddecke ausgeschrieben worden. Erst beim Abbruch sei ans Tageslicht gekommen, dass es sich um eine Leichtbaukonstruktion handele, die aus statischen Gründen anders aufgehangen werden müsse. Mathey räumte ein, dass der Bauherr, die VG Trier-Land, nicht sofort über die veränderten Gegebenheiten informiert worden sei. Seine Firma werde für den dadurch entstandenen Schaden aufkommen. Zum Handwerker-Vorwurf bemerkte der Architekt, dass man die Abwesenheiten schon angemahnt habe, aber das sei den Firmen offenbar egal. Bauabläufpläne würden ignoriert. „Wir stehen bei den Vereinen in Kordel im Wort und kriegen die Prügel für die Verzögerungen”, so Verwaltungschef Reiland. Jetzt müsse technisch und rechtlich geklärt werden, wie es weitergehe. Ein Gespräch mit dem Architekturbüro soll demnächst stattfinden.

Klar ist, dass der für Dezember geplante Fertigstellungstermin für die Turnhalle nicht mehr zu halten ist. Es könnte Frühjahr werden. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, soll nun der Boden vor der Decke eingebaut werden. Auch Außenarbeiten stehen noch an. Grundschule und Vereine können die Kordeler Turnhalle seit etwa einem Jahr nicht mehr nutzen. Mangels Umkleideräumen müssen auch die Fußballer improvisieren.