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Handel mit fairer Ware

Helena (links) und Dayana verkaufen mit Begeisterung im Umweltladen Produkte aus fairem Handel. TV-Foto: Gabriela Böhm
Helena (links) und Dayana verkaufen mit Begeisterung im Umweltladen Produkte aus fairem Handel. TV-Foto: Gabriela Böhm
Der Laden brummt: Die Ware aus fairem Handel ist bei den Schülerinnen und Schülern der Stefan-Andres-Realschule in Schweich heiß begehrt. Ihren Umweltladen gibt es nun schon seit drei Jahren. Von unserer Mitarbeiterin Gabriela Böhm

Schweich. Dienstagmittag, kurz vor dem Mittagessen. "Gleich wird es hier einen Riesenandrang geben", prophezeit die Sechstklässlerin Dayana Filippo (13 Jahre), die mit ihrer Freundin Helena Bläsius (elf Jahre) gelassen der Käuferschar entgegensieht. Sie behält recht: Ein paar Minuten später tummelt sich ein Pulk von Schülerinnen und Schülern um den Kiosk gleich neben der Eingangstür.

Schokoladenriegel und andere Süßigkeiten aus fairem Handel sind mehr als gefragt - der "Riesenrenner" sind Reis-Quinua-Snacks, die päckchenweise den Besitzer wechseln. "Hinten anstellen!", erinnert Dayana ihre Mitschüler resolut an die Regeln und wechselt routiniert das Kleingeld. Währenddessen greift Helena die begehrte Ware aus dem Regal, schafft Ordnung und prüft auch mal mit dem Taschenrechner eine Kopfrechnung.

Unter den Käufern sind etliche Stammgäste. Wie Simon, der die Preise für die Gepa- und El Puente-Produkte "okay" findet. Der Laden brummt und ist ein Paradebeispiel für Schülerengagement im sozialen und praktischen Bereich.

Die Arbeitsplätze in dem Umweltladen, Bestandteil der Umwelt-AG, sind begehrt. Mit Dayana und Helena habe er zwei ungewöhnlich engagierte Schülerinnen, freut sich der betreuende Pädagoge Johannes Schölch-Mundorf, der vor Jahren seine Idee für eine Arbeitsgemeinschaft Umweltladen in der Schule umsetzte. "Den Laden machen die Schülerinnen ganz allein."

In der Tat: "Wir bestellen alleine telefonisch die Ware, geben Kundennummer, Bestellnummer und die Menge an", zählen Dayana und Helena auf. Die Warenannahme, das Einsortieren und Verkaufen übernehmen sie eigenverantwortlich, genauso wie die Abrechnung der Kasse, Bankgeschäfte und Buchführung - ehrenamtliches Engagement, das im Zeugnis keinen Widerhall findet.

"Der Laden sollte länger geöffnet sein, auch morgens. Die Sachen schmecken lecker", wünschen sich ein paar Schüler. Auch Schölch-Mundorf hofft auf den Fortbestand und Ausbau des Umweltladens.