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Hilfe für die Generation zwei

Das ist die zweite Generation der Tschernobyl-Opfer: Krebskranke Kinder in Sumy, Ukraine. Hier lächeln sie ihren Helfern von der Not- und Katastrophenhilfe dankbar zu. Foto: Privat
Das ist die zweite Generation der Tschernobyl-Opfer: Krebskranke Kinder in Sumy, Ukraine. Hier lächeln sie ihren Helfern von der Not- und Katastrophenhilfe dankbar zu. Foto: Privat
Schöndorf/Heddert. National wie international Hilfe zu leisten hat sich die Not- und Katastrophenhilfe Schöndorf-Heddert (Noka) 2002 auf die Fahne geschrieben. Im April dieses Jahres sind insgesamt elf der Helfer in die Ukraine aufgebrochen. Ihr Ziel: die Kinderkrebsstation des "regional children clinical hospital", ein Krankenhaus in Sumy in der Nähe von von Tschernobyl.

Schöndorf/Heddert. Ausgestattet mit gut zehn Tonnen Baumaterial haben sich die Helfer der Not- und Katastrophenhilfe im April dieses Jahres auf den Weg in die Ukraine gemacht. Bereits zwei Wochen zuvor wurde die neue Kücheneinrichtung auf die Reise geschickt. Unter anderem mit drei großen Spül- und Waschbecken aus Edelstahl, einer Industriespülmaschine sowie einem Industrieherd mit Dunstabzug warete die Noka dann im "regional children clinical hospital", einem Krankenhaus in Sumy, zum freiwilligen Arbeitseinsatz auf.

1500 Helferstunden



Sumy ist eine Region im Nordosten der Ukraine und liegt rund 200 Kilometer von Tschernobyl entfernt. An 16 Tagen haben die elf Helfer (siehe Extra) insgesamt gut 1500 Arbeitsstunden dort geleistet. "In dem Krankenhaus werden hauptsächlich krebskranke Kinder behandelt", berichtet Klaus Stüber, erster Vorsitzender der Noka Schöndorf-Heddert. "Die Zahl der an Leukämie erkrankten Kinder ist dort wieder stark angestiegen", sagt der 51-Jährige. "Das ist die zweite Generation der Tschernobylopfer. Die Strahlenopfer von damals sind heute selbst Eltern. Deren Kinder wiederum leiden jetzt häufig an Krebs", erklärt Stüber. Auch Tamara Ischnko, Vize-Gouverneurin des Kreisgebiets Sumy, zeigte sich den Helfern gegenüber dankbar: "Wir sind auf diese Hilfe angewiesen und bitten dringend um weitere Unterstützung", gab sie den Helfern mit auf den Nachhauseweg.
Der April-Einsatz war bereits der dritte dieser Art für die Noka in dem ukrainischen Krankenhaus und hat insgesamt 38 000 Euro gekostet. Rund 25 000 Euro davon hat die Noka aus eigenen Mitteln finanziert. Weitere Spenden kamen von der Trierer Antonia-Ruut-Stiftung sowie von der Caritas Trier.
Dabei herausgekommen ist eine komplette Neuinstallation der Wasser-, Heizungs- und Elektroleitungen. Böden und Wände wurden gefliest, neue Fenster eingesetzt, Heizkörper, Tapeten und Deckenleuchten sind angebracht worden. Außerdem verfügt das Krankenhaus seither über ein neu ausgebautes Schwestern- sowie über ein Stationsleitungszimmer.
Die Noka will in jedem Fall weitermachen: "Ohne die Leute, die spenden, können auch wir vor Ort nichts ausrichten", sagt Stüber. "In den kommenden Jahren werden wir die Kinder-Krebsstation komplett fertigstellen, damit die Menschen dort endlich auf relativ europäischem Standart arbeiten können." Die Planungen für den Hilfseinsatz 2012 sehen unter anderem vor, mehrere Räume zu Krankenzimmern mit Duschen und WCs auszubauen. anf
Der 2002 gegründeten Not- und Katastrophenhilfe Schöndorf-Heddert (Noka) gehören derzeit 77 Mitglieder an. Im Einsatz ist die Noka national wie international. Tatkräftig selbst Hand angelegt haben beim letzten Arbeitseinsatz in der Ukraine: Klaus Stüber, Werner Stüber, Patrick Anell, Markus Rausch, Günter Wilhelm, Peter Selzner (alle aus Heddert), Manfred Greif aus Kell am See, Franz Karos aus Schöndorf, Michael Karos (Baldringen) sowie Klaus Terres und Pablo Terres (beide aus Bonerath). Für September plant die Noka einen Infotag in der Schöndorfer St.-Andreas-Pfarrkirche. Weitere Informationen gibts im Internet unter www.noka-ev.de. Spendenkonten für Hilfseinsätze sind eingerichtet bei der Sparkasse Trier (BLZ 585 501 30), Konto-Nr.: 433094, und der Raiffeisenbank Hochwald (BLZ 585 647 88) Konto-Nummer 100720972. anf