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Meulenwaldschule in Schweich
Kein Platz für Kantine, Fach- und Therapieräume

Aus Platzgründen muss die Meulenwaldschule in Schweich improvisieren. Lehrerin Yvonne Weber gibt deshalb im Klassenraum das Mittagessen aus, die Schüler essen an ihren Plätzen.
Aus Platzgründen muss die Meulenwaldschule in Schweich improvisieren. Lehrerin Yvonne Weber gibt deshalb im Klassenraum das Mittagessen aus, die Schüler essen an ihren Plätzen. FOTO: Albert Follmann
Schweich. Nicht nur beim Mittagessen muss an der Meulenwaldschule in Schweich improvisiert werden. Es fehlen 462 Quadratmeter – für eine Mensa ist kein Platz. Von Albert Follmann
Albert Follmann

 12.15 Uhr in der Meulenwaldschule in Schweich: Lehrerin Yvonne Weber gibt das Mittagessen aus, das ein Caterer soeben geliefert hat. Heute bekommen die Schüler Geschnetzeltes mit Reis. Brav nehmen die Kinder ihre Teller vorne an der Tafel entgegen und gehen zu ihren Bänken. Ein Junge stolpert fast mit dem Essen, als er einen großen Schritt über einen Schulranzen macht.

Die mehr als 100 Ganztagsschüler der Förderschule für Sprache und Lernen (siehe Info) müssen ihr Mittagessen in den Klassenräumen zu sich nehmen. Über eine Mensa verfügt die Meulenwaldschule nicht. Aus Platzgründen gibt es auch keine Fach- und Therapieräume mehr. Die wurden zu Unterrichtsräumen umfunktioniert. Naturwissenschaftliche Experimente oder rhythmisch-musikalische Aktivitäten stehen nicht auf dem Stundenplan der Schule – nicht mehr.

Gerade der individuelle Förderunterricht sei für die Kinder und Jugendlichen besonders wichtig, sagt Schulleiterin Karen Motsch. „Wir haben jetzt 14 Klassen und sind an unserer Kapazitätsgrenze. Eine Klasse mehr wäre schon nicht mehr möglich.”

Dabei wird rund um die Förderschule an der Isseler Straße in Schweich schon improvisiert, wo es nur geht. So darf ein Raum unterm Dach nur mit einer Sondergenehmigung und unter Einhaltung von Auflagen benutzt werden, weil die Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Es dürfen sich nur maximal 15 Personen im Dachgeschoss aufhalten. Wenn dort eine Klasse Unterricht hat, kann die Bibliothek nebenan nicht benutzt werden. Eigentlich müsste eine Feuertreppe eingebaut werden, berichtet Leiterin Motsch. Aber so eine Investition lohne sich nicht mehr, weil in einigen Jahren ohnehin ein Umbau geplant sei.

Mittlerweile hat der Träger der Meulenwaldschule, der Kreis Trier-Saarburg, sein Einverständnis für eine Erweiterung am bestehenden Standort gegeben. Der Kreisausschuss hat dem Kreistag einstimmig empfohlen, die Finanzierung ab dem Jahr 2020 im Kreishaushalt sicherzustellen. Das genaue Raumprogramm sei noch mit der Schulbehörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD), abzustimmen.

Norbert Etringer, Abteilungsleiter Schulen und Bildung beim Kreis, beziffert den zusätzlichen Raumbedarf der Meulenwaldschule auf 462 Quadratmeter. Die ADD geht davon aus, dass die Schülerzahl (derzeit 152) und die Klassenzahl (14) in den nächsten Jahren stabil bleibt.

Für einen Neubautrakt der Meulenwaldschule kommt laut Kreisverwaltung eine Teilfläche des derzeitigen Grundstücks der benachbarten Grundschule Schweich (Am Bodenländchen) in Betracht. Wie mehrfach berichtet, wird die Grundschule auf ein Gelände zwischen Bahnhofstraße und B 53 im Schweicher Norden umziehen. Sie wird dort zusammen mit der derzeit noch in Trier-Heiligkreuz ansässigen Treverer-Förderschule ein inklusives Schulzentrum bilden.

Ob die Schulen wie geplant zum Schuljahr 2021/22 in Betrieb gehen können, ist derzeit fraglich. Die Ausschreibung der Rohbauarbeiten war wegen finanzieller Unklarheiten verschoben worden. Und vor wenigen Wochen hatten die Kontrolleure des Landesrechnungshofs das Projekt unter die Lupe genommen und ein Einsparpotenzial von fünf Millionen Euro aufgezeigt (der TV berichtete).