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Kommunales
Ein weiterer Baustein für die Lebenshilfe

Kita-Leiterin Alexandra Hauer zeigt Gästen der Eröffnungsfeier, darunter Landrat Günther Schartz (Zweiter von rechts) die Einrichtung.
Kita-Leiterin Alexandra Hauer zeigt Gästen der Eröffnungsfeier, darunter Landrat Günther Schartz (Zweiter von rechts) die Einrichtung. FOTO: Albert Follmann
Schweich. Die Inklusion wird in der neuen Schweicher Kita groß geschrieben. Das Wohnheim nebendran soll im Herbst bezugsfertig sein. Von Albert Follmann
Albert Follmann

In der neuen Kita der Lebenshilfe in Schweich herrscht bereits seit dem 2. Januar geschäftiges Treiben. Nun, zweieinhalb Monate nach der fristgerechten Inbetriebnahme, wurde die Einrichtung auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben und feierlich eingeweiht.

Kilian Zender, Vorstand der Lebenshilfe Trier-Saarburg, begrüßte zahlreiche Gäste in den neuen Räumen. Er dankte allen, die das Projekt mit finanziert  haben: Land, Kreis, Stadt Schweich und Aktion Mensch. Die Kinder fänden ideale Voraussetzungen vor. Doch sei die Kita nur ein Baustein der Lebenshilfe in der Moselstadt. Mit dem benachbarten Wohnheim, das voraussichtlich im Herbst eingeweiht werde, und einer geplanten Tagesförderstätte leiste man Pionierarbeit in Schweich. Die drei Einrichtungen sollen laut Zender „Lebenshilfeforum Michael Kutscheid” heißen.

Der 2009 verstorbene Michael Kutscheid war Bürgermeister der Stadt Konz und CDU-Landtagsabgeordneter. Er habe die Lebenshilfe aus kleinen Anfängen heraus aufgebaut und den Grundstein für das heutige Großunternehmen (siehe Info) gelegt, sagte Vorstandschef Zender. Er dankte allen an Bau und Planung Beteiligten, insbesondere dem früheren Lebenshilfe-Vorsitzenden Walfried Heinz. Dieser sei die treibende Kraft für Kita und Wohnheim in Schweich gewesen.

29 Kinder werden derzeit  in der integrativen Kita betreut, monatlich werden neue aufgenommen.Neben zwei integrativen Gruppen mit Kindern aus dem Förder- und Regelbereich (ab drei Jahren) besteht eine weitere Gruppe, in der bis zu sieben Krippenkinder und acht Kinder unter drei Jahren betreut werden.

Die Gesamtauslastung der etwa drei Millionen Euro teuren Einrichtung ist bei 85 Kindern erreicht.

Landrat Günther Schartz zeigte sich sehr angetan von der neuen Kita mit ihren hellen, freundlichen Räumen: „Wer inklusive Beispielprojekte sucht, der sollte sich diese Einrichtung in Schweich anschauen.” Mit dem Neubau der Grundschule Schweich und der Treverer-Förderschule in unmittelbarer Nachbarschaft der Kita werde in einigen Jahren das „integrative Zentrum” in Schweich komplettiert.

Hinter der Kita laufen bereits die Erschließungsarbeiten für die neuen Schulen. Bei den vielen Baumaschinen drückten sich sicher die Kinder die Nasen an den Fensterscheiben platt, bemerkte ein Besucher beim Rundgang, der sich an die offizielle Feier anschloss.

Schweichs Stadtbürgermeister Lars Rieger bezeichnete die neue Kita als außergewöhnlich und toll. Bei den über Dreijährigen sei Schweich gut versorgt, so Rieger, bei den unter Dreijährigen gebe es noch einen Nachholbedarf an Betreuungsplätzen.

Die Fördergruppe der Lebenshilfe war vorher in der Kita St. Merici in Schweich-Issel untergebracht. In den nun freien Räumen im Erdgeschoss plant die Stadt die Unterbringung einer fünften Gruppe

Rieger kündigte an, dass die derzeit noch auf dem Außengelände der Isseler Kita stehenden Container vorerst dort bleiben werden. Schweich wachse, und man wolle für einen möglichen weiteren Bedarf gewappnet sein.

Nachdem Planer Rolf Schuh den baulichen Werdegang  seit dem Spatenstich im Frühjahr 2016  erläutert hatte, ging Kita-Leiterin Alexandra Hauer auf pädagogische Ziele ein. „Unser Bestreben ist es, alle Kinder in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt zu fördern und sie zu selbstbewussten und freien Menschen zu erziehen. Hier wird Inklusion gelebt.” Dem ganzen Kita-Team sei die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention wichtig.

Die Einsegnung der Räume nahmen anschließend Diakon Herbert Knobloch und der evangelische Pfarrer Michael Wermeyer vor.