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Meinung
Holsteins Sieg ist eine Niederlage für die CDU

Es ist keine Sensation, dass ein Bewerber der Freien Wähler in der Verbandsgemeinde Trier-Land eine Bürgermeisterwahl gewinnt. Denn die Freien sind spätestens seit dem Zusammengehen der beiden früheren Freien Listen eine Macht im Verbandsgemeinderat.
Harald Jansen

Zudem ist Michael Holstein seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv.

Was vielmehr aufmerken lässt, ist die Entscheidung der SPD, Michael Holstein zu unterstützen, obwohl man derzeit eine Koalition im VG-Rat mit der CDU von Lothar Zengerling verabredet hat. Damit dürfte vermutlich nach der Kommunalwahl 2019 Schluss sein. Denn der neue Bürgermeister braucht im Rat eine Mehrheit. Und die wird er angesichts seiner aktuellen Erfahrungen eher ungern mit den Christdemokraten suchen. Mit der möglichen Folge, dass die CDU trotz großer Fraktion ähnlich wie in der Verbandsgemeinde Ruwer am Ende noch nicht einmal mehr einen Beigeordneten stellt.
Praktisch keine Schuld am Ausgang der Wahl trägt Lothar Zengerling. Ihn haben seine Parteifreunde zu spät aus dem Hut gezaubert. Er war wohl auch nicht wirklich ein Wunschkandidat. Ansonsten hätte man ihn als Beigeordneten auf VG-Ebene so frühzeitig positionieren können, dass sein Anspruch auf die Nachfolge Wolfgang Reilands bei den Wählern auf mehr Gegenliebe gestoßen wäre. So wirkt es nun, als ob man bei der CDU darauf gesetzt hat, dass es wie in früheren Jahren ausreicht, einen Kandidaten zu benennen, der dann am Ende allein schon deshalb gewählt wird, weil man eben konservativ ist auf dem Land. Nur das verfängt heute nicht mehr. Zumal Michael Holstein und seine Freien Wähler selbst schon als konservativ durchgehen.

h.jansen@volksfreund.de