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Medizin
Kreiskrankenhaus Saarburg und Trierer Klinikum Mutterhaus wollen kooperieren

Auf Expansionskurs: Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen.
Auf Expansionskurs: Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. FOTO: Rainer Neubert
Saarburg/Trier. In der Krankenhauslandschaft bahnt sich eine neue Verbindung an. Das Kreiskrankenhaus Saarburg und das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen werden kooperieren.
Harald Jansen

Das Kreiskrankenhaus Saarburg ist etwas Besonderes. Während ansonsten in der Region kirchliche Träger die Szene dominieren, ist das Saarburger Haus in kommunaler Trägerschaft (siehe Info). In der des Landkreises Trier-Saarburg. Diese Trägerschaft kostet den Kreis viel Geld. Denn die Einrichtung macht Verluste, so dass  jährlich Beträge jenseits der Millionengrenze zugeschossen werden mussten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Ein Mosaikstein auf dem Weg hin zu mehr Wirtschaftlichkeit ist vermutlich das, was Landrat Günther Schartz in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg GmbH am Freitagmorgen in einem Pressegespräch erläutern will: die neue strategische Partnerschaft mit dem Klinikum Mutterhaus. In der Einladung zur Pressekonferenz ist davon die Rede, dass medizinische Kompetenzzentren gebildet werden sollen, „um so gemeinsam das Angebot vor Ort zu erweitern, zu verbreitern und zu verbessern“. Dann wird sicher auch geklärt werden, ob und welche Auswirkungen diese Kooperation auf Patienten und Mitarbeiter haben wird.

 In einem ersten Schritt wollen die Häuser in den Fachabteilungen Gefäßchirurgie und Chirurgie des Bauchraums zusammenarbeiten. „Eine weitere Zusammenarbeit in zusätzlichen Behandlungszentren ist geplant“, heißt es in der Einladung. Was das genau bedeutet, sagt Arist Hartjes, Geschäftsführer der Saarburger Krankenhaus GmbH, auf TV-Anfrage. Bereits im Januar soll mit der Umsetzung der Kooperation im chirurgischen Bereich begonnen werden. Ziel der Zusammenarbeit mit dem Klinikum Mutterhaus sei es, das Saarburger Krankenhaus breiter aufzustellen. Es gehe bei der Kooperation weder darum etwas abzuziehen, noch darum, dass das Haus vom Trierer Gesundheitskonzern übernommen wird. Auch gebe es bisher keine weiteren Gebiete, in denen eine Kooperation mit dem Mutterhaus konkret ansteht.

Kooperationen mit anderen Häusern sind kein Neuland. Eine allgemeine Kooperation zwischen dem Trierer Brüderkrankenhaus und der Saarburger Klinik gibt es seit 2010. Ein gemeinsames Medizinisches Versorgungszentrum für Urologie und Orthopädie hat im Jahr 2009 den Betrieb aufgenommen. Seit 2014 gibt es eine Kooperationsvereinbarung der Abteilung für Neurochirurgie. Auch bei den Abteilungen Innere Medizin und Neurologie besteht eine enge Zusammenarbeit.

Wäre aufgrund dieser Ausgangslage es nicht möglich gewesen, anstelle mit dem Klinikum Mutterhaus mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder die Zusammenarbeit zu verstärken? Auf Anfrage sagt dazu  Marcus Stölb von der Pressestelle der BBT-Gruppe, zu der das Brüderkrankenhaus gehört: „Wir können bestätigen, dass wir auf Basis der langjährigen bewährten Zusammenarbeit an weiteren Kooperationen mit dem Kreiskrankenhaus Saarburg interessiert sind und uns diesbezüglich auch in konkretisierenden Gesprächen mit den Verantwortlichen befinden.“ Auch Geschäftsführer Hartjes ist offen für Kooperationen. Derzeit gebe es jedoch keine konkreten Projekte.

Mit dem Ausbau des Bereichs Geriatrie möchte der Kreis zudem dafür sorgen, dass der wirtschaftliche Fortbestand des Hauses gesichert wird (der TV berichtete). Im Raum stehen Investitionen von rund 60 Millionen Euro. An einen Verkauf des Krankenhauses ist derzeit nicht gedacht.