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Letzter Feinschliff für die Traumschleife

Farschweiler. Die Schilder hängen, die Strecke steht fest: Der per Bürgerentscheid geforderte Wanderweg bei Farschweiler ist fertig. Die Eröffnung verzögert sich aber, weil eine Zertifizierung erst im Mai 2013 möglich ist. Nutzen können Wanderer den Weg jedoch jetzt schon - und dabei bisher unsichtbare Spuren der Römerzeit entdecken. Christa Weber

Farschweiler. Es war eine klare Entscheidung der Einwohner Farschweilers: Per Bürgerentscheid stimmten am 13. August 211 von 331 Wahlbeteiligten für die Einrichtung einer sogenannten Traumschleife vor ihrer Haustür. An der Strecke des Rundwanderwegs zwischen Lorscheid und Farschweiler hat sich seither einiges getan - eröffnet wird sie dennoch erst im nächsten Frühjahr.
"Wir haben jetzt die Strecke im Detail festgelegt und markiert", erklärt Günther Schuh von der Tourist-Information Ruwer. Noch fehlende Hinweisschilder würden im Lauf des Winters angebracht. Die ursprünglich für September geplante Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut - bei der die Route laut Schuh eine hohe Punktzahl erreichen kann - sei "nicht mehr zu schaffen" gewesen. Die Experten vom Wanderinstitut hätten kurzfristig keinen Termin mehr frei gehabt. Allerdings solle die Traumschleife als eine der ersten im Mai 2013 geprüft werden. Im Juni könne dann die offizielle Eröffnung folgen.
"Vielleicht ist es sogar schöner, im Frühjahr zu starten, wenn alles ganz fertig ist", findet Rudolf Essler, früherer Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) Farschweiler.
Verein kümmert sich um Pflege


Der Verein hatte den Bürgerentscheid zur Traumschleife auf den Weg gebracht, nachdem es im Gemeinderat Bedenken wegen möglicher Schäden und Kosten für den Gemeindewald gegeben hatte. Bis zur Eröffnung will der HVV die 13 Kilometer lange Route in Schuss halten. Am Rand der meist naturbelassenen Waldpfade hat er auf eigene Kosten mehrere Tische und Sinnesbänke zum Entspannen aufgestellt.
Eine besondere Attraktion ist erst seit wenigen Tagen sichtbar: In Höhe des Sportplatzes führt der Weg direkt an den Überresten einer römischen Wasserleitung vorbei. Teile davon hatte der Heimatverein bereits 2009 entdeckt. Jetzt haben die Mitglieder in Eigenleistung einen Verlauf von etwa 15 Metern freigelegt. "Das meiste war Handarbeit", berichtet Essler. "Wir wollten ja auch nichts zerstören", ergänzt Vorstandsmitglied Josef Backes. Über das Bauwerk informieren nun große Holztafeln entlang des Grabens. Neben der Wasserleitung gibt es weitere kulturhistorische Sehenswürdigkeiten entlang der Traumschleife. Ihnen verdankt die Route ihren Namen: "Römer-Keltenpfad". Am Weg liegen etwa ein Brunnenschacht aus der Römerzeit, ein drei Meter langer Hinkelstein sowie rund 40 keltische Hügelgräber.
Auch wenn die Eröffnung verschoben wurde, die ersten 30 Wanderer haben die Strecke bereits getestet. Denn begehbar ist der Weg schon jetzt für jedermann. "Wir sind stolz und froh, dass wir die ersten Gäste auf die lang erkämpfte Strecke führen durften", sagt Christian Bigge, zweiter Vorsitzender des HVV. Der Zuspruch sei groß gewesen. "Viele haben die Vielseitigkeit der Route gelobt." Das bestätigt auch Ortsbürgermeisterin Silke Bigge: "Es gab viele positive Rückmeldungen, auch direkt an die Gemeinde."