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Mehr Rotoren über Waldrach

Waldrach. Der Windpark bei Waldrach soll weiter ausgebaut werden. 2010 waren die älteren sechs Windräder um zwei 180 Meter hohe Riesenanlagen ergänzt worden. Zum Ende dieses Jahres werden sich zwei weitere neue Rotorriesen auf der Waldracher Höhe drehen. Friedhelm Knopp

Waldrach. Das Windenergiezeitalter bei Waldrach begann vor rund neun Jahren mit sechs jeweils rund 100 Meter hohen Rotoranlagen des Herstellers Enercon. Die von der Investwind Ruwertal GmbH + Co KG errichteten Maschinen prägten jahrelang das Bild der Waldracher Gemarkung "Auf Biedelt" neben der B 52 Trier-Hermeskeil. Im vergangenen Jahr wurden sie von zwei gewaltigen Neuzugängen in den Schatten gestellt.
2000 Kilowatt und mehr


Zwei neugegründete Gesellschaften, die Zweite Investwind Waldrach GmbH + Co KG sowie die Windstrom Waldrach GmbH, errichteten jeweils eine Riesenanlage der zweiten Windkraftgeneration. Diese Maschinen des Herstellers Enercon haben eine Maximalleistung von jeweils zwei Megawatt (2000 Kilowatt). Ihre 120 Tonnen schweren Maschinengondeln sitzen in 138 Metern Höhe auf dem Turm, und die Rotor-Blätter erreichen eine Höhe von 180 Metern. Der Bau der beiden Anlagen kostete zusammen mit der erforderlichen Infrastruktur rund sieben Millionen Euro. Zum Vergleich: Die älteren sechs Anlagen "Auf Biedelt" leisten maximal jeweils 0,6 Megawatt (600 Kilowatt). Ihre Maschinengondeln befinden sich in 78 Metern Höhe, und die Rotorblätter erreichen 99,5 Meter Höhe.
Technik erst im Herbst lieferbar


Im Juni 2010 waren die beiden Betonfundamente fertiggestellt, und die Errichtung der in Segmenten herantransportierten Türme konnte mit Hilfe von riesigen Mobilkränen beginnen. Im Spätsommer letzten Jahres gingen die beiden Anlagen ans Netz - nun erhalten auch sie Zuwachs.
Ganz so schnell werden die neuen Windmühlen jedoch noch keinen Strom produzieren, denn der deutsche Hersteller Enercon arbeitet offenbar an seiner Leistungsgrenze.
Nach Angaben von Windkraft-Unternehmer Herbert Kluth aus Trierweiler sollen zunächst nur die Fundamente angelegt und die Türme errichtet werden. Die Rotortechnik mit den Maschinenhäusern sei erst im Spätherbst lieferbar - sofern kein anderer Auftraggeber zwischenzeitlich abspringe. Die Baugenehmigung liege seit März vor. Bauherr der beiden neuen Windmühlen ist die Zweite Investwind Waldrach GmbH + Co KG, die auch eine der anderen beiden Großanlagen betreibt. Die Grundstücke, auf denen der Waldracher Windpark steht, sind angepachtetes Privateigentum. Die beiden jüngsten Großwindmühlen gleichen in ihren Ausmaßen und Baukosten den zwei 2010 errichteten Anlagen (siehe oben). Allerdings, so Herbert Kluth, werde ihre Maximalleistung dank technischer Weiterentwicklung an den Generatoren bei 2300 Kilowatt liegen, was einer Leistungssteigerung um 300 Kilowatt entspreche.WEITERE GROSSANLAGEN GEPLANT


Im bestehenden Windpark "Hungerberg"bei Trierweiler wollte die Investorengruppe Windstrom Trierweiler GdbR zwei 180-Meter-Windmühlen des "Waldracher Typs" errichten. Der Plan scheiterte bisher am Widerstand der Anrainer. Als rechtliche Grundlage für die Beschränkung dient der gültige Bebauungsplan "Windpark Hungerberg", der die zulässige Höhe der Rotoren auf 100 Meter begrenzt. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Koblenz jedoch einen ähnlich einschränkenden Bebauungsplan für Konz-Oberemmel untersagt hat, rechnen sich die Investoren auch auf dem Hungerberg neue Chancen für zwei 180-Meter-Rotoren aus. Auf der Mehringer Höhe will der Betreiber Juwi seinen Windpark um zwei der neuen Riesenanlagen ergänzen. Nach Angaben der Gemeinde Mehring befindet sich dieses Projekt noch in der Frühphase. f.k.WEITERE GROSSANLAGEN GEPLANT


Mit den Genehmigungsverfahren für neue Windmühlen haben die Investoren auf der Waldracher Höhe leichtes Spiel: Der Windstandort entspricht den Vorgaben des Regionalplans und ist im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Ruwer für diesen Zweck ausgewiesen. Ein gültiger Bebauungsplan, über den die Ortsgemeinde Waldrach direkten Einfluss auf die Entwicklung nehmen könnte, existiert nicht mehr. Kurios: Ein bestehender Bebauungsplan war vor neun Jahren von der Nachbargemeinde Thomm "weggeklagt" worden - die Thommer befürchteten eine Beeinträchtigung ihres Landschaftsbildes. f.k.